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Meinung: Media Monday #245

Moin. Die Tage werden länger und meine Zeit knapper, denn es geht nun in die heiße Phase meiner Promotionsarbeit – zusammenschreiben, merken dass noch zig Ergebnisse fehlen, etc. etc. Demnach wird dieser Beitrag einen Übergang einleiten, der spätestens in 1-2 Wochen abgeschlossen sein wird: Ich steuere auf eine Blog-Pause zu! Ich halte mich, zur Eingewöhnung, heute beim Media Monday #245 schon mal deutlich kürzer und gucke ob das geht. Man wird sehen. Meine Ergänzungen zu Wulf’s Text sind wieder in kursiv gehalten.


1. Als ich LOVE EXPOSURE erstmalig sah war das wie eine Frischzellenkur, denn das Epos zeigte mir zu einem Zeitpunkt, an dem ich relativ gelangweilt war, dass Kino immer noch (und auf ewig) in der Lage sein wird den Kiefer ungläubig runter klappen zu lassen.

2. Die David Fincher-Filmografie sollte ich dringend mal wieder einer Sichtung unterziehen, denn nachdem ich GONE GIRL wirklich gar nicht mochte, alle den Film aber als ebenso stark, wie sämtliche anderen Fincher-Werke einstuften, kam ich ins Grübeln.

3. Es ist echt schwer, Gleichgesinnte zu finden, wenn es um das Thema Subtexte und moralischer Auftrag von Filmen geht, denn ich habe das Gefühl, dass meine Kritik an Werken, die mich aufgrund ihrer Welt- und Menschenbilder regelrecht abstoßen (wie jüngst 13 HOURS), bei den meisten nur Achselzucken und die Aussage “stell dich nicht so an, war doch geile Action” bewirkt.

4. Eins meiner liebsten Zitate stammt auf OLDBOY: “Lache und die Welt lacht mit dir, weine und du weinst allein”.

5. Ich glaube ja nicht, dass die TRANSFORMERS-Reihe einen derartigen Erfolg gehabt hätte, wenn auch nur die Hälfte der Kinogänger ihr Hirn mit in den Kinosaal nehmen würden, statt es an der Garderobe abzugeben. Aber das war wohl auch alles geile Action.

6. Von ____ ausgehend, hatte ich mir ja bei ____ etwas völlig anderes erwartet, schließlich ____ . Ich erwarte selten etwas. Eigentlich nie. Ich schaue, was mir vorgesetzt wird und stufe dann genau das ein – Erwartungen sind Unsinn und sie führen zu unfairer Behandlung von Werken, denn nur weil irgendwer meint, dass Film XY so oder so sein müsste, entspricht das sicher nicht der Vision der Filmemacher. Deshalb gucke ich auch freiwillig keine Trailer – sie schüren in 90% der Fälle FALSCHE Erwartungen.

7. Zuletzt habe ich mich mit LAST TRAIN FROM GUN HILL mal wieder an einen Western gewagt und das war eine angenehme Überraschung, weil die häufig zu einfach gedachten gut/böse-Bilder des klassischen Western hier eine gewisse Ambivalenz bekamen und die Stimmung aus psychologischem Druck, statt Revolver-Geballer gezogen wurde.


So viel von mir. Habt eine schöne Woche!

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6 Gedanken zu „Meinung: Media Monday #245“

  1. wenn Transformers wenigstens gute Action gehabt hätte
    ich fand die totlangweilig, vom ganzen Look und machart, mit den tausenden sich drehenden Schräubchen usw..
    das wirklich traurige dabei ist, dass sich viele Regisseure, auch aus anderen Genres, davon inspirieren lassen. Gods of Egypt wirkt im Trailer zuweilen wie Transformers im antiken Ägypten

    1. Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Podcast, den ich unregelmäßig mit zwei Freunden veröffentliche ist TRANSFORMERS eigentlich immer unser Negativbeispiel für Action. Naja.. Und für Drehbücher und moralische Fragwürdigkeit auch

  2. Warum mochtest du Gone Girl nicht? Ich fand den Film so stark wie das Buch. Wie du heraus liest – ich mochte einfach das Buch schon. Fincher machte daraus eine 1:1 Verfilmung mit durchaus guter Besetzung.

  3. Ganz ohne Erwartungen an einen Film heranzugehen, finde ich immer schwieriger. Gerade wenn man Filme nicht nach Erscheinen sehen kann, ist es durch Social Media, Blogs usw. fast unmöglich nicht irgendwie beeinflussen zu lassen…

    1. Da hast du auch recht mit. Ich versuche dennoch mich, falls der Buzz sehr beeinflussend war, aktiv runter zu regeln. Ich erwarte sozusagen immer erstmal Durchschnitt und sehe dann weiter. Geht nicht immer, aber oft.

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