Archiv der Kategorie: House

Deephouse / Vocalhouse / Jack in der Kiste / Chicago / 4+4=Floor

LP: Dark Sky – Othoma (2017)

Titelbild © by Monkeytown Records



Quelle: ELECTRONIC / INDIE MUSIC NEWS YouTube-Kanal


Dark Sky sind nach dem 2014er IMAGIN mit einem neuen Album zurück und sie sind better-than-ever. OTHOMA heißt der neue, wieder auf Modeselektor’s Monkeytown-Label erschienene Kracher und stellt sich, nach mehrmaligem hören und dem damit eihergehenden tieferen Eintauchen in die erschaffenen Klangwelten, im Gesamtbild vor allem als Brückenschlag zwischen verschiedenen Stilen dar.

Der klassische Dark Sky Sound bleibt dabei immer vordergründig präsent, die vielschichtigen Flächen hinter den Beats sind jedoch (noch) verträumter als zuvor geworden. Auf Tuchfühlung mit dem aktuellen Synthwave-Revival, aber nie auch nur mit einem ganzen Fuß in diesem Genre, frickeln die zwei Beat-Bastler komplexe Titel, in denen auch beim x-ten Hören noch neue Elemente im runden Gesamtbild zu entdecken sind.  LP: Dark Sky – Othoma (2017) weiterlesen

LP: Lusine – The Waiting Room (2013)

Titelbild © by Ghostly International



Wenn man – wie ich derzeit – viel zu tun hat und sich dabei größtenteils recht stark konzentrieren muss, ist Musik, der eine gewisse Tiefenentspanntheit innewohnt, die beste Wahl zur Begleitung. Lusine’s 2013er Album THE WAITING ROOM hat diese Tiefenentspanntheit in allen denkbaren Facetten. Stilistisch irgendwo zwischen Downbeat, knisterndem Slow-House, leichter Electronica, oder unaufdringlichem Indie-/Synth-/Electropop angesiedelt, allerdings nie klar in einem dieser Genres verortet, schafft Lusine 10 Tunes, die allesamt eine schwärmerische Verträumtheit eint. Melodische Flächen, flackernde Synthesizer, dezente Drums, gehauchte Vocals – das geht alles tief ins Herz. Wirklich wundervolle Musik, die mir, wenn ich beim hören die Augen schließe, Impressionen von befreiten Autofahrten auf malerischen Küstenstraßen in Erinnerung ruft.  LP: Lusine – The Waiting Room (2013) weiterlesen

LP: Daphni – Jiaolong (2012)


Quelle: Ourdiamondslippers YouTube-Kanal


Ich kann mich noch erinnern, dass ich vor 3 Jahren, als JIAOLONG das Licht der Welt erblickte, nicht sonderlich angetan war. Zu der Zeit hatte ich gerade DJ-technisch die Brücke von meiner ursprünglichen Passion Drum & Bass, über Dubstep und Electronica, bis nun eben zu Techno (und ein klein wenig House) geschlagen, war allerdings (wie eigentlich 90% meiner DJ-Laufbahn) noch enorm den düsteren, harten Tunes zugewandt. Obwohl ich Daphni aka Caribou schon fest auf dem Schirm hatte, kam der Sound des hochgelobten Albums nicht richtig bei mir an. Ich empfand es als okay’ishes Gedudel und lediglich YE YE schlug ein – wie das passieren konnte, ist mir mittlerweile schleierhaft! Wahrscheinlich durch das letzte Caribou-Album ausgelöst, hab ich JIALONG jüngst noch mal einen Durchlauf gegönnt und bin auf ein Mal völlig hin und weg – DAPHNI hat den Groove. Vielleicht ist es die mittlerweile klar höhere House-Affinität, vielleicht ist es die Übersättigung mit cleanem Computer-Sound, oder vielleicht ist es das extrem organische im Sound, was mich damals in meiner kleinen Bubble aus klinisch-kaltem Weltraum-Techno gerade nicht erreicht hat – die Gründe sind wohl viele, aber unterm Strich bewegt das Album mich nun zu Begeisterungsstürmen. Der Einstieg mit dem von alten Soul/Funk Samples durchzogenen YES, I KNOW ist bereits genial gelungen und auch jeder weitere Track zieht mich in seiner groovenden Ästhetik aus gesampleten Drums, alten Synths und sporadischem Acid-Geblubber in den Bann. Das Ding wird nun ganz schnell für die Plattenteller besorgt
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LP: Jamie XX – In Colour (2015)


Quelle: mariofreak444 YouTube-Kanal


Vor einigen Jahren habe ich mal ein Interview mit Jamie XX gelesen, in dem er voller Begeisterung davon schwärmte, wie schön es doch sei in der heutigen Zeit an dem Punkt zu sein, wo er gerade stand: Anfang zwanzig, begeistert von Musik und durch die Möglichkeiten des Internets (die die Menschen 20 Jahre vor ihm ja noch nicht gehabt haben) mit dem Privileg gesegnet, jede Woche aufs Neue die tollste Musik, die er jemals gehört hat entdecken zu können. Word! Nie war es einfacher ein umfassendes Musikwissen und -verständnis aufzubauen, nie war die Fülle an Einflüssen größer. Und was soll ich sagen.. Jamie XX hatte zwar bereits schon mit dem Remix Album WE’RE NEW HERE (und den The XX LPs) gezeigt was Sache ist, aber sein neues Album IN COLOUR steht für das Resultat dieser Entdecker-Mentalität: Der Mann hat Musikgeschichte verstanden. Konkreter: Er hat vor allem das Hardcore Continuum verstanden. IN COLOUR ist eine Reise durch die Zeit, die Stile und vor allem den Vibe der britischen Bassmusik der letzten 25 Jahre. Bereits der Opener OH MY GOSH ist pure Reminiszenz an den rohen Breaks-Sound vergangener Rave-Epochen: die unperfekt gesampleten Drums, der tragende Bass – unglaublich – doch spätestens wenn der quietschige Synth gegen Ende einsetzt, überschwemmt eine so intensive Welle an Erinnerungen und Eindrücken mein Herz, dass ich vor Nostalgie los weinen könnte.  Es folgen 10 Tunes, die wohl am treffendsten als logische Konsequenz einer Entwicklung zu begreifen sind. Jahrzehnte Clubmusik von House über Dubstep bis Breakbeat in einem Topf, vermengt, um etwas neues zu schaffen. Jamie nickt ehrfürchtig den Altmeistern zu, aber blickt entschlossen nach vorn, weil er begrifen hat, dass natürliche Entwicklung nie zum Stillstand kommen wird. Zum abheben und einfach nur großartig – ich schwärme!
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Single: Phon.o – Velvet Rag (2015)


Quelle: BPitchControlTV YouTube-Kanal



Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen: Phno.o hat schon weitaus besseres als diese 3-Track Single/EP auf BPitch Control gemacht. Besonders seine Singles aus 2011-2012, die im phänomenalen BLACK BOULDER gipfelten, haben mich in regelmäßigen Abständen umgehauen. Auch danach ging es hoch qualitativ weiter (SCHN33 ♥). Auf VELVET RAG gefallen mir zwei von drei Tunes eigentlich nur halb (BODYCHECK und SOAK), die DARK CLUB VERSION von ersterem ist jedoch so ein Knaller, dass die Single hier im Blog nicht unerwähnt bleiben soll.

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