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Meinung: Media Monday #208

Bonjour. Wie geht’s? Mir gut. Deswegen beantworte ich jetzt Wulf’s Fragen zum Media Monday #208. Verrückt, oder?


1. Gegenüber Serien sind Filme kürzer, haha. Aber im ernst: natürlich müssen Filme die sich über inhaltliche Narration definieren viel mehr auf den Punkt geschrieben sein und dürfen sich nur sehr bedingt in Nebenplots verfransen. Aber ich finde sowieso nicht, dass die beiden Erzählformen überhaupt vergleichbar sind – beide Medien erreichen verschiedene Effekte, die das jeweils andere formatbedingt nicht erreichen kann!

2. Der Moment, als [Achtung, krasser Spoiler für HOUSE OF CARDS Season 3] Doug im Staffelfinale, nachdem man die ganze Zeit über so sehr hoffte, dass die arme Rachel (die ja einfach nur einmal zur falschen zeit am falschen Ort war) irgendwie ihr Leben leben können wird, sie erst laufen lässt und dann doch noch tötet ist kaum zu ertragen gewesen. Wie unglaublich ich ihn gehasst habe und ihm in S4 einfach NUR NOCH Tod und Verderben wünsche.

3. Eigentlich gar kein Serienfinale hat mich als Serienfinale schon arg enttäuscht, schließlich fand ich selbst das viel gehasste LOST-Finale angemessen, auch BREAKING BAD hat mich umgehauen und ansonsten hab ich eigentlich noch kaum eine Serie komplett zu Ende geguckt (die zweite Hälfte der finalen MAD MEN Season fehlt mir noch).

4. Wenn denn dann bald Sommerurlaub ist sitze ich im Büro/Labor, denn zu der Zeit zu verreisen ist unglaublich teuer und ich bin aktuell leider abgebrannt, wie ein Hafensänger.

5. MASKS war eine Riesenüberraschung, denn der Film hat mir in Bezug auf vielversprechende Produktionen aus dem eigenen Land die Augen geöffnet. Ein feiner, außerordentlich atmosphärischer Slasherfilm, der ganz sicher als große Giallo-Hommage zu verstehen ist. Hat mich damals dazu bewogen bewusst nach Genrefilmen aus dem deutschsprachigen Raum zu suchen und die Review-Serie “(Neuer) deutsch(sprachig)er Genrefilm” zu starten, die ich zwar recht schnell aus den Augen verlor, aber aktuell wiederbelebe.

6. Die erste Staffel der Serie THE AMERICANS hinterließ bei mir einen recht zwiespältigen Eindruck, denn einerseits bot sie einen spannenden Aufbau, unterhaltsam aufgearbeitete Einblicke in die generell sehr interessante Agenten-Thematik des kalten Krieges und glaubhafte Probleme zwischen den Figuren, aber andererseits habe ich anfangs recht stark gezweifelt, ob mir hier nicht typisch amerikanisch “der Russe” als unhinterfragtes Feindbild und “der Amerikaner” als strahlender Held vorgesetzt wird. Gegen Ende relativierte sich dies aber genügend, weil alle Figuren eine derbe Ambivalenz verpasst bekamen.

7. Zuletzt gesehen habe ich den gestrigen TATORT namens DER INDER und das war eine Episode, zu der mir einfach nur noch die drei Letter W-T-F (plus eines großen Ausrufezeichens) einfallen, weil der Inhalt vollkommen konfus und wirr inszeniert war, dem Zuschauer immer wieder der sinnloseste denkbare Einsatz von Handkamera vorgesetzt wurde und die Bilder durch Farbkorrektur und besagte Art zu filmen größtenteils wie ein Handyvideo aussahen. Und es wurde NUR geredet. Ohne Ende, Namen über Namen, aber kein merklich voran schreitender Plot, der dieses rechtfertigte. Einfach nur WHAT THE FUCK. Aber Stuttgart hat mich in der Beziehung noch nie umgehauen.


So viel dazu. Wenn ich nicht aktuell ständig für die Verlinkungen alte Posts aus dem Entwurfs-Status reanimieren müsste (hier wird seit dem temporären Shutdown leider immer noch am offenen herzen operiert), wäre der Media Monday ein fixes Ding. So hat es mal wieder die gesamte Mittagspause gedauert. Naja, hungrig arbeitet es sich trotzdem weiter, hehe. Habt ‘ne schöne Woche!

9 Gedanken zu „Meinung: Media Monday #208“

  1. Gut, dass du die Spoiler-Warnung da hingepackt hast – ich hab’s bisher noch nicht einmal durch Staffel 1 geschafft. Für abends zum Abschalten einfach zu anstrengend.. Trotzdem super Serie!

    1. JA, besonders für so aktuelle Staffeln gehört sich eine solche Warnung! Stimme dir übrigens zu: HOC fordert. Ich hab die S2 viel zu schnell geschaut und bin irgendwann kaum noch durch gestiegen. Aber für den Einsatz belohnt die Serie auch

  2. “The Americans” steht schon ewig auf der Liste. Wenn es sich zum Ende hin relativiert, dann freue ich mich schon richtig drauf!
    (Naja, wäre so oder so der Fall gewesen.)
    Und Tatort… gleicht heutzutage ja mehr und mehr einer Glücksspiellotterie, da mal was brauchbares rauszufischen.

    1. THE AMERICANS hab ich gerade frisch durch (die S1, die auf Netflix ist) und bin rückwirkend doch recht angetan, weil beschriebene Probleme sich halt relativieren. Und TATORT ist auf jeden Fall Lotto. Gestern wollte die Lady mal wieder gucken, weil “die bösen” Architekten waren (und sie halt auch). Da musste ich dann mal wieder…

  3. Achja, Tatort. Dass du dir das immer noch antust…

    In der Mittagspause wäre mir Media Monday wohl zu stressig, insofern bin ich sehr froh, dass Wulf nun schon Sonntagabend mit den Fragen rausrückt!

    1. Manchmal sind wirklich gute TATORTe dabei. So gut, dass ich die sogar als eigenen Film sehen und mehrfach schauen würde. Gönn dir mal TATORT: IM SCHMERZ GEBOREN. Der geht richtig ab und hat bei der Ausstrahlung auch einige konservative ARD-Zuschauer ziemlich vor den Kopf gestoßen!

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