Schlagwort-Archive: Deutscher Genrefilm

(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #16: Tatort – Fürchte Dich (2017)


Tatort: Fürchte dich (IMDb) – Horror/Krimi, Deutschland, 2017 – Regie: Andy Fetscher, Skript: Andy Fetscher, Christian Mackrodt, Kamera: Benjamin Dernbecher, Musik: Steven Schwalbe, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Das Erste


Review
Sich einen von den wenigen Typen, die innerhalb des deutschsprachigen (Film)Raumes innerhalb des letzten Jahrzehnts konsequentes Genre-Kino fabriziert haben, als Regisseur für einen TATORT zu holen, zeigte sich in der Vergangenheit bereits als gute Idee – immerhin lieferte Marvin Kren, seines Zeichens treibende Kraft hinter Perlen wie RAMMBOCK und BLUTGLETSCHER mit TATORT: KALTSTART einen der besten mir bekannten “Sonntags-Krimis” ab.

Nun durfte Andy Fetscher (Regisseur von u. A. BUKAREST FLEISCH und URBAN EXPLORER) ran, um das Halloween-Special FÜRCHTE DICH herunter zu kurbeln und was soll ich sagen – ditt Ergebnis war dufte! Frankfurt der Ort, dunkel die Nacht und wahrlich hemmungslos schmeißt der gute Mann mit allem um sich, was die Horror-Landschaft an Tropes, Motiven und Stilmitteln zu bieten hat.  (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #16: Tatort – Fürchte Dich (2017) weiterlesen

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(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #15: Homesick (2015)


Homesick (IMDb) – Psychothriller/Horror, Deutschland, 2015 – RegieJakob M. Erwa, SkriptJakob M. ErwaKameraChristian Trieloff, MusikChristofer Frank, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Darling Berlin


Review
Kann Ehrgeiz uns in den Wahnsinn treiben? Die Erwartung uns die Luft nehmen? Wie hoch muss der Druck steigen, damit wir unter ihm zerbrechen? Wenn auch nie ansatzweise in der gleichen Liga wie die eindeutigen großen Vorbilder Polanski, Lynch & co., lotet HOMESICK in feinster Tradition besagter Altmeister eben diese Fragen auf einer mal subtilen, mal brachial fordernden psychologischen Ebene aus.

Die anstehende Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb macht die junge Cello-Studentin Jessica nervös – vom Professor als beste Spielerin der Hochschule ausgewählt, übt sie, gerade mit ihrem Freund in eine neue Wohnung gezogen, inmitten der Umzugskartons und umringt von seltsam besitzergreifenden neuen Nachbarn, Tag ein, Tag aus, um die beste Leistung ihres Lebens zu liefern. Technisch bereits perfekt, muss sie nur noch lernen loszulassen, den Emotionen den Steuerknüppel in die Hand zu geben und dem Erfolg würde nichts mehr im Wege stehen. Doch Selbstzweifel nagen. Es fehlt Ruhe, um in Einklang mit sich selbst zu kommen, zu beobachtet fühlt sie sich im neuen Umfeld, zu feindselig muten ihr die Ereignisse in der anonymen neuen Umgebung und der leeren Wohnung an. Die Einsamkeit beginnt zu nagen.

Was HOMESICK im Folgenden trägt, ist ein gelungenes Spiel mit der völligen Ungewissheit. Beobachtet die (herrlich verschroben und dadurch ungemein creepy aufspielende) ältere Dame aus dem ersten OG sie tatsächlich stetig durch das Fenster zum Hof? Schwingt in ihren Worten der bedrohliche Subtext mit, den Jessica auszumachen scheint, oder geht das Ganze nur auf emotionale Dünnhäutigkeit zurück? Von Freunden und dem Partner zum Durchatmen aufgefordert – das alles sei “doch nicht so schlimm“ und sie „solle nicht übertreiben” – schleichen sich bald die ersten Alb-(oder vielleicht doch Tag-)träume ein. (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #15: Homesick (2015) weiterlesen

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(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #14: Rammbock (2010)


Rammbock (IMDb) – Zombie-Horror, Kammerspiel, Drama, Deutschland, 2010 – RegieMarvin Kren, SkriptBenjamin Hessler, KameraMoritz Schultheiß, MusikMarco DreckkötterStefan Will, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Filmgalerie 451


Review
Eigentlich wollte der arme Michael doch nur nach Berlin reisen, um “der Gabi” ihren Schlüssel zurück zu bringen – dechiffriert bedeutet das in etwa “die Hoffnung nicht aufgeben, sie wieder zurück zu gewinnen” – doch als er nach seiner Ankunft schnell auf rabiatem Wege feststellen muss, dass nicht nur die Gabi ihm fremd, sondern anscheinend die ganze Welt blutrünstig und wahnsinnig geworden ist, steht zunächst mal auf der Agenda ich in der Wohnung zu verschanzen, um den eigenen Hintern zu retten. Um die Gabi sorgt er sich dennoch weiter.

Bereits ganze drei Jahre vor seinem gelungenen Öko-Horror BLUTGLETSCHER macht Marvin Kren auf deutschem Boden den ersten Ausflug ins wilde Genrekino – sein Debüt, ein Zombiefilm. Finanziert aus deutschen Filmförderfonds, integriert in ZDF’s “Das kleine Fernsehspiel”. Moment. Den letzten Satz sacken lassen. Zurückspulen. Noch mal lesen… Komisch. Es steht immer noch das gleiche da – doch so seltsam und ungewöhnlich es klingt, sind dies tatsächlich Eckdaten, die in der Entstehungsgeschichte des Films eine Rolle spielen, obwohl Mut zum Genre nun wirklich keine der Kerneigenschaften der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten ist.  (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #14: Rammbock (2010) weiterlesen

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Horrorctober 2016, Film #10: Der Nachtmahr [Rewatch] (2016)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Koch Media


Der #horrorctober (was das war und ist, erfahrt ihr auf dieser Info-Seite, die auch alle Links zu meinen Filmbesprechungen im Rahmen der „Events“ enthält, oder auf dieser anderen Info-Seite der CineCouch) ist längst vorbei, ich habe im Laufe des Monats 10 von den geplanten 13 Filmen geschafft und schiebe nun mit diesem Recap zu Film #10 das letzte ausstehende Review hinterher. War nice, bis zum nächsten Jahr…


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Psychologisches Drama, Horror, Fantastischer Film, Surreal
Regie: Akiz (Achim Bornhak)
Drehbuch: Akiz
Besetzung: Carolyn Genzkow, Sina Tkotsch,Wilson Gonzalez OchsenknechtArnd KlawitterJulika JenkinsAlexander ScheerLynn FemmeKim Gordon
Kamera: Clemens Baumeister
Musik: Steffen KahlesChristoph Blaser
Schnitt: AkizAnna-Kristin NekardaPhilipp Virus


Review
Wenn ein Film mich bei der Erstsichtung so extrem in den Bann zieht, dass NOCH MEHR eigentlich gar nicht geht und dann etwas Zeit verstreicht, bis ich die Gelegenheit bekomme ihn noch einmal zu sehen, habe ich vor dem Rewatch oft ein leicht unwohles Gefühl. Es Angst zu nennen wäre übertrieben, doch ich befürchte dann, dass er den Sog der Erstsichtung nicht erneut entfalten, den festen Platz in meinem Herzen also vielleicht nicht halten kann. So auch hier, wobei ich mir wirklich kaum vorstellen konnte, DER NACHTMAHR vor einigen Monaten im Kino derart verzerrt wahrgenommen zu haben.  Horrorctober 2016, Film #10: Der Nachtmahr [Rewatch] (2016) weiterlesen

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(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #13: Der Nachtmahr (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Koch Media


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Psychologisches Drama, Horror, Fantastischer Film, Surreal
Regie: Akiz (Achim Bornhak)
Drehbuch: Akiz
Besetzung: Carolyn Genzkow, Sina Tkotsch,Wilson Gonzalez OchsenknechtArnd KlawitterJulika JenkinsAlexander ScheerLynn FemmeKim Gordon
Kamera: Clemens Baumeister
Musik: Steffen KahlesChristoph Blaser
Schnitt: AkizAnna-Kristin NekardaPhilipp Virus


Review
Wann immer ein deutscher Film von herausragender Qualität die Leinwände dieser Republik erreicht, erfüllt mich dies mit großer Freude – natürlich, weil es ein guter Film mehr ist, den ich sehen durfte, aber vor allem weil es Vorurteile gegenüber den hiesigen Filmemachern widerlegt. Handelt es sich dann sogar noch um ein Exemplar einer seltenen Gattung – des Genrefilms – versetzt mich dies in helle Begeisterungsstürme. Doch so viel Freude mir z.b. der hiesige Neo-Giallo MASKS, oder die Endzeit-Apokalypse HELL bereiteten, kam keine dieser filmischen Erfahrungen auch nur im Ansatz der Euphorie nah, die ich seit dem gestrigen Kinobesuch des NACHTMAHR verspüre.

Es flogen viele Fetzen durch das Netz – von einem wirkungsvollen (hochgradig verstörenden) deutschen Horrorfilm war die Rede, von einem fordernden Werk voll unangenehmer Stilmittel und auch von einer stilisierten Reise, die wohl am ehesten in Richtung David Lynch geht. Ein bisschen wahres steckt sicher in jeder dieser Aussagen, jedoch kommt keine davon auch nur im Ansatz dem nah, was Akiz’ Werk im Kern tatsächlich auszeichnet – vor allem ist DER NACHTMAHR nämlich ein Film, den trotz vielfältiger Einflüsse eine radikale Eigensinnigkeit auszeichnet. DER NACHTMAHR ist primär DER NACHTMAHR, kein Hybrid aus Lynch, Argento und co., und lebt von einer eigenen Handschrift.  (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #13: Der Nachtmahr (2015) weiterlesen

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