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Meinung: Media Monday #253

Es ist Sonntag, ich habe große Teile des Tages am Schreibtisch gesessen, aber nun ist bald Schluss und ich hab endlich mal richtig was geschafft. Als kleine Entspannung für den Geist wird nun aber der Media Monday #253 eingeschoben. So früh war ich selten. Meine Ergänzungen zu Wulfs Lückentext sind wie immer in kursiv gehalten. Habt eine schöne Woche!


1. Wenn mal jemand auf die Idee käme, einen Film zu drehen, der keinen Studiobossen gefallen muss, aber trotzdem eine Menge Geld kosten darf, statt Produzenten mit Excel-Tabellen dann auch den Drehbuchautor in den Schaffensprozess einbindet und hinten raus was sagen will, statt nur eine bessere Alternative zur Langeweile zu sein… dann wäre das vielleicht ein richtig guter Film.

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal mehr Beachtung durch nicht-Blogger stattfinden. Oft hat man das Gefühl es kommentieren und Liken nur Menschen, die selber bloggen. Klar, das Community Ding ist cool! Aber viele schreiben so tolles Zeugs, dass es sicher für mehr Leute Lesefreude bringen würde.

3. Franz Rogowski braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie sowohl LOVE STEAKS als auch VICTORIA eindrucksvoll beweist, schließlich hat der Mann eine enorm starke Präsenz und wirkt natürlich im Spiel. Da wird noch was kommen!

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl gar nicht erst diese Film- und Musikliebe entwickelt. Immerhin ist mein Hirn nun so voll mit diesem Kram, dass ich oft das Gefühl habe es quillt über. Kein pLatz mehr für “wichtigen” Kram. Aber was rede ich, natürlich ist das gut so, denn immerhin mögen Menschen, die Filme nur konsumieren und nicht lieben oft Michael Bay. Und da ist mir klar: Das möchte ich nicht

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme jogge ich hier in Hannover, 50m vor meiner Wohnungstür durch den Stadtwald Eilenriede, begebe mich in der Muckibude auf die Spuren des Governators, oder (zur Zeit leider selten) rolle auf Inline-Skates mit 4 großen und 4 kleinen Rollen durch Skateparks & co.

6. Es könnte ruhig mehr Bereitschaft zur Erkundung des internationalen Kinos abseits von Hollywood geben, schließlich zeigen zahlreiche Filme von LOVE EXPOSURE über BASKIN bis LEVIATHAN oder DRUG WAR, dass weltweit spannendes Zeug aus allen Stilrichtungen und Genres gedreht wird. Viele interessiert das leider gar nicht.

7. Zuletzt habe ich nach Jahren mal wieder RAW DEAL (aka DER CITY HAI) mit Arnie aufgefrischt und das war köstlich, weil der Film ein wundervolles Beispiel für lockere 80er Actionfilme ist, die bewusst unterkomplex angelegt sind, von einem charismatischen Helden leben und im Minutentakt schräge Oneliner bringen.

Cop:“Joseph P. Brenner? What’s the “P.” stand for?”
Arnie: “Pussy!”
Cop (nickt anerkennend): “See you around!”

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6 Gedanken zu „Meinung: Media Monday #253“

  1. Wenn meine Planung am Freitag hinhaut, dann kann ich mich in unserer Unimediathek mal umsehen, was sie an Exoten bieten. Da schwebt mir schon der ein oder andere Film von Hou Hsiao-Hsien vor, auf den ich sonst keinen Zugriff hätte. Und von Johnnie To muss ich auch mal wieder etwas in Angriff nehmen. Die Lust darauf wächst zusehends.

  2. Gratuliert Facebook und Twitter. sie haben den normalen Leser vereinnahmt
    Um Nur-Leser zu bekommen, müsste man auf diese ganzen SEO – Mist machen um seinen Blog nach vorne zu bringen in den Google – Rankungs.
    Wer will das?
    Mein Blog ist privat. Ich verdiene da kein Geld mit also muss ich auch nicht alles tun um Rankings zu beeinflussen.

    1. Sehe ich ja genau so, wobei ich meine Kritiken z.B. auf Letterboxd und Moviepilot verlinke. Da sind Filmfans, die Kritiken lesen wollen, also lotse ich sie her. Aber SEO? Ich schreibe wie ich will und nicht wie es Google Algos passt. Ab und zu sehe ich aber am Traffic, dass ein Beitrag scheinbar durch Zufall deren Vorgaben entspricht und aus dem Nichts durch die Decke geht mit Zugriffen. Viele kommen allerdings auch nur von Leuten die illegale Streams suchen

  3. Ja, stimmt tatsächlich, dass wir Filmblogger uns größtenteils nur selbst lesen. Das war vor 7-8 Jahren tatsächlich noch anders. Da hatte man auch immer mal Leser dabei, die tatsächlich nur Leser waren. Diese sind inzwischen aber wohl richtig Facebook und Co. abgewandert…

    1. Ja, Facebook ist leider Anlaufstelle Nummer eins (und das meint oft: “einzige”) für Content geworden. All die tollen Aspekte, die individuelle Websites bieten sind passé – Design, persönliche Note, Quer-Verlinkungen. Stattdessen regiert uniformes Blau/Weiss zu Gunsten des vermeintlichen Komforts. Hab sogar schon von Studien gelesen, die zu dem beängstigenden Ergebnis kamen, dass die Generation 10-15 das “Internet” mittlerweile einzig als Facebook wahrnimmt. Andersrum: Facebook ist für sie “das Internet” und jegliche Situation, die sie veranlasst Facebook verlassen zu müssen (externe Links, etc.) wird als störend empfunden.

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