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Film: Symbol – Shinboru (2009)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Rapid Eye Movies


Fakten
Jahr: 2009
Genre: Mystery, Fantasy, Trash, Komödie
Regie: Hitoshi Matsumoto
Drehbuch: Hitoshi Matsumoto, Mitsuyoshi Takasu
Besetzung: Hitoshi Matsumoto, David Quintero, Luis Accinelli, Lilian Tapia, Adriana Fricke
Kamera: Yasuyuki Tôyama
Musik: Yasuaki Shimizu
Schnitt: Yoshitaka Honda


Review
Es gibt natürlich unzählige Gründe, die es rechtfertigen würden, aber allein dafür, dass sie so etwas wie SYMBOL produzieren, MUSS man japanische Filmemacher lieben. Ganz innig sogar.

Irre, skurril, durchgeknallt, sinnlos und gleichzeitig höchst bedeutsam, ohne Zusammenhang und doch bis ins kleinste Detail verknüpft, all dies ist SYMBOL. Zum Vergleich: CLOUD ATLAS bekam den deutschen Zusatztitel “Alles ist verbunden”, aber was ist denn das hier dann bitte?
Die Essenz des Daseins?
Die Erklärung der Göttlichkeit?
Die Weltformel?

Spontan wirkt die Prämisse des Films noch ein wenig abgedroschen: Ein Mann erwacht in einem sterilen Raum ohne Fenster, Türen, etc. und, welch Überraschung, hat keine Ahnung wie er hinein gekommen ist. Auch nicht, wie er wieder hinaus kommt. Nichts neues also, kennt man nur zu gut – meist aus Horror- und/oder Torture-Filmen. Aber dieser kurzen Beschreibung zum Trotz, lässt sich problemlos sagen: Das war es dann auch schon mit den Parallelen zum Psychothriller von der Stange. SYMBOL nutzt diesen gängigen Aufhänger lediglich als Basis eines erfolgreichen Versuches, dem Wort “skurril“ eine neue Definition zu verleihen!

Schnell erscheinen dem verlorenen Namenlosen (genial verkörpert von Autor/Regisseur Hitoshi Matsumoto) einige seltsame Figuren – Engel um genau zu sein, die den Raum mit netten “Accessoires“ ausschmücken. Kleine “Tools“ die dem verzweifelten Mann eine Fülle höchst nützlicher Gadgets bescheren und in finaler Konsequenz sogar eine Option zur Flucht eröffnen. Was hier alles seinen Weg in den weißen Raum findet (und vor allem über welchen Mechanismus), wozu es gut ist und wie Mr. Unbekannt es für sich nutzt, entzieht sich jeder rationalen Beschreibung (und Erklärung) – einfach nur genial, durchgeknallt, kreativ, grotesk, over-the-top und strange. Und im Resultat zum Schreien komisch. Ein konstanter Gedanke beim Zuschauen: “Wie zur Hölle kann einem nur so ein (positiver) Unsinn einfallen?!“

Bis jetzt unerwähnt: Ganz nebenbei zieht sich durch den Film noch ein weiterer Handlungsfaden, rund um einen stillen mexikanischen Wrestler, der aussieht als hätte er die letzten zehn Jahre nicht eine Handel gestemmt, geschweige denn sich mehr als nötig von Sofa erhoben und seine rauchende, schlecht gelaunte Nonnenschwester. Der Sinn, sofern man das so nennen kann, dieser Geschichte, sofern man sie so nennen kann, offenbart sich erst im allerletzten Moment – dann aber umso klarer.

SYMBOL macht vor allem so viel Spaß, weil das Gefühl, hier habe jemand kompromisslos seine eigene Vision umgesetzt, ein ständiger Begleiter ist. Am stärksten äußert sich dies natürlich im episch-verstrahlten, Lachsalven und Kopfschütteln hervorrufenden Skript – über diesen herrlichen Inhalt hinaus, begeht der Film jedoch auch inszenatorisch ganz eigene Wege und macht einiges her: Die wenig nötigen Computereffekte sind erstklassig, immer wieder flammen überraschende, kreativ-verspielte visuelle Ideen auf, um den Plot voran zu treiben und unterm Strich ist der Film etwas ganz eigenes – etwas was eine bestimmte Handschrift trägt. Hammer!


Wertung
7 von 10 gedrückten Pillermännern


Film bei:
IMDB
OFDB
MOVIEPILOT
ROTTEN TOMATOES
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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