Film: Das Ding Aus Einer Anderen Welt – The Thing (1982)


Trailer © by Universal Pictures Germany


Fakten
Jahr: 1982
Genre: Horror, Splatter, Paranoia-Thriller
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Bill Lancaster
Besetzung: Kurt Russell, Wilford Brimley, Keith David, T.K. Carter, David Clennon, Richard Dysart, Charles Hallahan, Peter Maloney, Richard Masur, Donald Moffat, Joel Polis, Thomas G. Waites
Kamera: Dean Cundey
Musik: Ennio Morricone
Schnitt: Todd C. Ramsay


Review
Die Bedrohung ist unter uns – nicht zu sehen, aber da!

Sie wartet.
Still und hinterhältig.

Angepasst schwimmt sie leise mit dem Strom. Bis zum Exodus. Dann Beschleunigung, Erhitzung, Explosion. Vereinnahmt unseren Körper, bezwingt uns, versklavt uns, verändert uns. Lässt uns zum Wirt des Verderbens mutieren. Der unsichtbare Tod.

Auch ohne den massiven Subtext, den John Carpenter in diesen (mindestens) Klassiker, wenn nicht absoluten Meilenstein des Genres eingewoben hat, wäre THE THING bereits ein verdammt starker Horror-Film mit deftigen Splattereinlagen – unglaublich spannend, heftigste Paranoia heraufbeschwörend und auch fast 35 Jahre Sspäter absolut fantastisch anzusehen.

Durch den tieferen Sinn, der (offensichtlich) zwischen den Zeilen verborgen liegt, gelingt dem Filmemacher jedoch zusätzlich eine starke Parrabel auf omnipräsente Urängste des Menschen – damals ganz sicher auf ein anderes Ziel projiziert (in den 80ern tobte der kalte Krieg, es herrschte eine tiefe Angst vor AIDS und Homosexualität, etc.) und dennoch heute so aktuell wie nie zuvor. Unauffällige Bedrohungen unter dem Radar sind, nicht zuletzt dank medialer Aufbauschung gewisser Events der jüngsten Vergangenheit, mehr denn je Ziel individuellen Misstrauens. Welches zu Angst führt. Welche zu Gewalt führt.

Filmisch ist THE THING in allen Belangen großartig umgesetzt: Der pulsierende Synthie-Soundtrack (man hört genau welche Stücke Carpenter noch selbst nachkomponiert hat) verstärkt die kalte, verlassene Atmosphäre auf ein Maximum – es existieren nur noch das ewige Eis, verlassene, beklemmende Gänge der Polarstation, ein Haufen misstrauischer Männer, die im Zweifel nur sich selbst am nächsten sind und eine nicht zu greifende, tödliche Bedrohung. Damals wusste man noch, in welchem Tempo sich die reine Suspense aufbauen lässt. Und ebenso in welcher Frequenz es zwischendurch so richtig brachial und glibberig knallen muss.

Und das tut es heftigst. Groteske Hybrid-Wesen, perverse Mutationen, widerlicher Schleim und Liter an Kunstblut – für 1982 nicht nur state-of-the-art, sondern die Grenzen des Machbaren verschiebende Spezialeffekte, die in ihrer Wirkung immersiver und ekelhafter daher kommen, als alles, was jemals irgendwer aus irgendeinem Computer rendern kann. Weil es bei aller Obskurität und Künstlichkeit trotzdem echt ist – wie auch die Gefahr in der sich die Männer, der Kontinent, sogar die Welt befinden.

THE THING ist ein leiser, fieser Schocker, durchtränkt von Symbolik und unzähligen Lesarten, der sich unbemerkt von hinten anschleicht, das Messer an die Kehle ansetzt und ohne zu zögern langsam von links nach rechts zieht – lautlos natürlich.


Wertung
9 von 10 achtbeinigen Alien-Parasiten


Veröffentlichung
THE THING ist bei als BluRay und DVD erschienen. Im Bonusmaterial befinden sich: . Die Discs kommen im Wendecover ohne FSK Logo.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
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