© by Warner

Film: Batman V Superman – Dawn Of Justice (2016)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Warner


Fakten
Jahr: 2016
Genre: Comic, Superheld, Action, Science-Fiction
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Chris Terrio, David S. Goyer
Besetzung: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter, Gal Gadot, Scoot McNairy, Callan Mulvey, Tao Okamoto
Kamera: Larry Fong
Musik: Junkie XL, Hans Zimmer
Schnitt: David Brenner


Review
In der Filmwelt ist es 18 Monate her, dass Zack Snyder Superman auf der Erde seinen ersten großen Kampf ausfechten lies – einen Kampf in dem weit mehr zu Bruch ging, als die Masse der Kinogänger und Kritiker zu akzeptieren bereit war, in dem der einst so strahlende Superman nie gekannte, gemeinhin als „falsch“ angesehene Seiten entwickelte und der somit eine Welle der Entrüstung auslöste. Man wurde nicht müde Snyder, der sich in den folgenden Jahren ohne Ablass eingekesselt und mit dem Rücken zur Wand wiederfand, immer und immer wieder zu rechtfertigenden Aussagen zu nötigen, was im Wandel der Zeit zu widersprüchlichen Äußerungen seinerseits und der stetigen Behauptung er und sein Autor David S. Goyer hätten „Superman nicht verstanden“ führte. Man war sich einig, dass Snyder mit den Sequel in der Bringschuld stünde, Fehler glattbügeln müsse, um den Leuten nun endlich den Superman zu geben, den sie schon immer wollten und verdienen.

Doch nun, da BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE in den Kinos gestartet ist, wird deutlich klar, dass Snyder zu großen Teilen eben nicht das getan hat, was von ihm erwartet wurde. Dass er sich nicht dem Konsens (und somit dem Mythos) beugt und auf den Klang der fordernden Gesänge eingeht, die endlich wieder das strahlende, ungebrochen Gute auf der Leinwand sehen wollen, weil seine Auffassung der (Film)welt anders ist – durch und durch düster und ohne sinnvollen Platz für das, was Superman „sein muss“. Ohne Frage in zynischem Tonfall, erschafft er stattdessen ein tief pessimistisches Szenario, in dem ein Held der Hoffnung streng genommen nur scheitern kann, weil kaum mehr Hoffnung da ist. Für nichts. Es regieren Zweifel und die Frage, ob es sich überhaupt lohnt für das Gute einzustehen? Weiter noch: Ob das Gute überhaupt Bestand haben kann, oder zwangsweise immer korrumpiert und vom Schlechten aufgesogen werden wird?

Snyder’s Superman strauchelt und versteht seine machtvolle Gabe keineswegs als Segen, den es unentwegt einzusetzen gilt – nein, für diese Inkarnation des Kryptoniers ist sie eine Bürde, um die er nicht gebeten hat. „This means something“, redet Lois Lane, mit Blick auf das geschwungene Emblem auf seiner Brust, in einem Moment auf Superman ein, in dem er den Glauben daran, dass die Agenda der Rettung überhaupt jemals seine eigene war, endgültig verloren zu haben scheint. „In my world it did. But there’s nothing left of it“ entgegnet er resigniert. Worte von Tragweite, denn sie verdeutlichen eins: Trotz der stetigen Versuche sich einzugliedern und ein normales Leben zu führen, ist dieser fremde Held immer noch ein Kuriosum, ein Alien was unter uns wandert und tief in seinem Inneren nie wirklich auf dieser Welt angekommen ist – auch weil sie sich ihm zunehmend verschließt, anstatt ihn wie einst als Heilsbringer und Botschafter des Optimismus zu feiern.

Denn für Snyder entsteht aus großer Macht nicht nur große Verantwortung, sondern primär vor allem eine große Bedrohung – so macht es die fulminante Eröffnung klar, in der wir in der Zeit zurück springen und die brachiale Zerstörung von Metropolis erneut erleben, dieses Mal jedoch aus der Perspektive der kleinen, hilflosen Wesen am Boden: Den Menschen, denen in diesem Moment Tod, Verderben und Untergang weit näher sind, als der Glaube an Rettung und Erlösung. Die Hoffnung, die Superman klassischermaßen im Menschen auslösen sollte, kippt hier im Idealfall nur in Angst und Misstrauen, nicht selten aber auch in Hass und Wut.

„The red capes are coming“ – von der Gewissheit beseelt, dass diese Prognose (und ihre fatalen Auswirkungen) eintreffen wird, haucht Psychopath Lex Luthor diesen Satz ins Ohr einer hart durchgreifenden Senatorin, mit der ihn gewiss nicht die Moral eint, allerdings sehr wohl das gemeinsame Ziel, sichernde Vorbereitungen für die unausweichliche Explosion der Bombe Superman zu treffen. „The Question is: Do we need a superman?“ wird in Talk-Runden im Fernsehen diskutiert. „Well, he’s here“ murmelt besagte Senatorin ratlos – und ist wie tausende von Demonstranten und Opfer des Metropolis-Showdowns alles andere als glücklich damit.

Der Superheld, als eine unkontrollierbare Entität – ein Gott, der nach belieben über Schickssal und Verderben entscheidet, der mit sich selbst beschäftigt ist, das Böse aufhält, wenn ihm gerade danach ist – jedoch nicht, weil er sich dazu berufen fühlt, sondern weil er weiß, dass es von ihm erwartet wird – und der zweifelt, ob es sich überhaupt lohnt, zu tun was er tut? Für viele unverzeihlich, weil unmöglich mit dem Mythos Superman und allem wofür er jemals stand zur Deckung zu bringen, für mich der wohl spannendste, weil (und das ist keine schöne Erkenntnis) am genauesten den Status unserer zeitgenössischen Welt reflektierende, Ansatz im Heldenkino seit langem.

Denn wie leben wir heute? Wie es die täglichen Eskalationen weltweit zeigen, wohl leider in einem Stadium der stetigen Unsicherheit. Die Welt hat ein Maß der Komplexität erreicht, in dem es kaum mehr klare Seiten und erst recht keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen gibt. Vermeintliche Sicherheit kann in Sekundebruchteilen kollabieren, das Unerwartete ist immer und überall denkbar – eine stetige Angespanntheit, sowie stetige Wachsamkeit gehen damit einher. Das ist nicht schön, aber Realität. Klassisch gesehen, war Superman die Gegenthese dazu, die einfache Antwort auf eine komplexe Frage – das Symbol, was erscheint und den aus dem Ruder gelaufenen Zustand wieder zurecht rückt – doch Goyer/Snyder formulieren die freche These aus, dass es diesen Helden in der heutigen Zeit nicht mehr geben kann. Dass es keine Möglichkeit für die Existenz eines zeitgemäßen Supermans gibt. Eine waghalsige Frechheit und somit ein Ansatz, der meinen höchsten Respekt verdient.

Für diese Denke spricht auch, dass Ben Affleck’s Variante des Batman, der hier direkt zu Beginn in der wohl kürzesten Origin-Story der noch jüngeren Blockbuster-Geschichte eingeführt wird – leider in einer Sequenz, in der Snyder rein inszenatorisch die Begriffe explizit und intensiv verwechselt – sich im Vergleich zu Superman in Bezug auf seine Wesenszüge kaum etwas nimmt. Mehr noch, fast scheinen die Rollen vertauscht – Superman, als derjenige, der nicht will, aber macht, weil es von ihm erwartet wird und durch die Last auf seinen Schultern in Apathie getrieben wird, Batman hingegen vom Drang beseelt, wenn auch mit derben eigenen Mitteln und brachialster Gewalt, für Ordnung zu sorgen. Hoffnung hat keiner von ihnen, Dark Knight V Dark God.

Spannend an DAWN OF JUSTICE ist (resultierend aus all diesen Charakteristiken) vor allem die Ambivalenz, mit der der Film arbeitet und in der er seine Zuschauer entlässt. Zufrieden kann hier eigentlich niemand herausgehen, denn egal was der Einzelne sehen will, er wird auch eine Ladung des Gegenteils serviert bekommen: Diese Helden sind sowohl Ursprung allen Übels und einzig an den eigenen Zielen interessiert, schlussendlich aber doch notwendig, um das noch größere Unheil abzuwenden, die Welt ist verroht und verkommen, sie untergehen zu lassen aber dennoch keine reelle Option und Superman, Batman und co. unterm Strich immer latente Gefahr, aber nicht weg zu denken, weil irgendwo in ihnen vielleicht, nein sogar ganz sicher, doch noch ein wertvoller Funken glimmt. Trotz der alles umhüllenden Grittyness und Weltschwere, besteht ein nicht von der Hand zu weisender Restglaube in Welt und Menschheit – bei genauerem Hinsehen wird man vielleicht erkennen, dass dieser Film nicht davon handelt, wie wichtig es ist noch Hoffnung zu haben, sondern wie einfach es uns die Welt macht sie zu verlieren.

Viele, viele Gedanken, die DAWN OF JUSTICE anstößt und somit bereits weit mehr erreicht, als ein Großteil der gängigen, bereits beim Einsetzen des Abspanns wieder vergessenen Blockbuster-Kost der heutigen Kinolandschaft. Schöner wäre es jedoch, wenn all diese Themenkomplexe in ein etwas runderes Gesamtpaket gebettet wären. Zwar ist die Inszenierung 100% Snyder – ultra-stilisiert in jedem Frame, eine Mischung aus greifbar-realen Konfrontationen und Computer-generierten Action-Gewittern (welche die technische Messlatte für ihre Zunft erneut ein Stück höher setzen), sowie weniger klassisch erzählt, als durch und durch dem Rhythmus des Scorings untergeordnet – doch krankt das Fundament des ganzen nicht selten an unbedachtem, oder schlichtweg schlampigem Scriptwriting.

Gehen verschiedenste fragwürdige Momente noch problemlos als „comichaft“ durch – z.B. liegt ein wertvoller, Korpus-großer Kryptonit-Klumpen im indischen Ozean seit 18 Monaten in Sichtweite (!) der kollabierten World-Engine und in einer Tiefe herum, aus der ein Hobby-Schnorchel-Taucher sie problemlos bergen kann – auf Seite der Figurenmotivation und -entscheidungen wird das Eis jedoch mehrfach gefährlich dünn. Sind Supes, Luthor und Bruce Wayne in ihren Grundzügen, wie bereits ausführlich beschrieben, noch klar, stoßen doch immer wieder sehr holprige Momente übel auf: Reichen die gezeigten Ereignisse für elementare Sinneswandel? Wieso unterscheidet sich Clark Kent wirklich GAR NICHT mehr von Superman? Wozu die Liebelei mit Lane, wenn sie doch nur sporadisch für erzwungene Story-Beats herangezogen wird? Was genau ist eigentlich Luthor’s Plan, in dem er an zig Baustellen herum doktort, um Person X gegen Person Y auszuspielen? Eine derartige Auflistung liese sich beliebig fortführen, denn aus fühlbaren Figuren sinnvolle Wendungen abzuleiten liegt hier leider keinem der Macher wirklich.

Besagte Ambivalenz herrscht leider auch in Bezug auf die Action, welche dank mächtigem Punch oftmals zu packen vermag, sich jedoch im stetigen Wechsel mit sinnlos-redundanter Oberflächlichkeit befindet. Als sich in MAN OF STEEL General Zod und Superman durch Wolkenkratzer prügelten und ins All punchten, war dies dem Wesen der Figuren angemessen, so sehr es auch jedem frei steht diese Totaleskalation (verständlicherweise) als zu viel zu empfinden. Ein Motiv lag vor, dass sich auch als roter Faden in DAWN OF JUSTICE finden lässt: Gottgleiche Wesen stiegen aus dem All herab, um sich im Himmel zu bekriegen – ungebändigte Kraft, katalysiert von blankem Hass und aufkeimendem Wahnsinn, traf aufeinander.

In diesem Film wird der tragende Konflikt zunächst zwischen weitaus ungleicheren Parteien ausgefochten – Batman, wenn auch ebenso wie Zod von Hass getrieben, ist aus der Natur der Sache heraus auf allen Kanälen unterlegen, doch will einen Krieg führen, den zu gewinnen trotz geschickter Wahl der Waffen unmöglich ist. Besessenheit steuert, da liegt also nicht das Problem – dass er aber, sobald sich die kleinste Überlegenheit bietet, mit derart grobschlächtig-brachialen Klopper-Methoden, die er sonst zur Selbstjustiz an Kinderschändern anlegt, gegen den Mann aus Stahl nicht weiterkommen wird, dürfte eigentlich jedem klar sein, ihm selbst am Allermeisten.

Die resultierende Materialschlacht gestaltet sich somit recht leer und die entstehenden Momente sind vielleicht eines der besten Beispiele dafür, dass Snyder’s überbrodelnde „immer Maximum“-Mentalität nur greifen kann, wenn der vorliegende Stoff es hergibt. In SUCKER PUNCH regierte Exzess nach Traumlogik, in MOS besagter Götterkrieg, in DAWN OF JUSTICE stoßen jedoch Menschen an eine Grenze, die eine Abkehr vom stumpfen Weiterprügeln erfordern würde – leider versagt das Amalgam aus Goyer’s Vorlage und Snyder’s Bildern auf dieser Ebene.

Langer Film, sehr vollgestopfter Film, demnach waren das viele Worte. Fest steht, dass Snyder’s zweiter Umgang mit Superman spannende Fragen stellt, die nicht aus der Luft, sondern stimmig aus dem Zeitgeist gegriffen und höllisch schwer zu beantworten sind. Die stylische, aber oftmals in Bezug auf Vorantreiben der Handlung und Festigung der Figuren etwas unbeholfen agierende Inszenierung arbeitet dagegen, kann den Film aber nicht so sehr schwächen, dass es unmöglich wird ihn zu genießen – da packen apokalyptische Visionen, düstere Schauplätze und der audiovisuelle Fluss dann doch zu sehr. Ich freue mich auf den zweiten Durchgang mit geschärftem Blick.


Wertung
7 von 10 nihilistischen Abntihelden


Veröffentlichung
BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE läuft seit heute im Verleih von Warner im Kino.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

Flattr this!

20 Gedanken zu „Film: Batman V Superman – Dawn Of Justice (2016)“

  1. Nein, ich wollte, ich hätte die spannenden Dinge in diesem Film entdecken können, die Du gesehen hast, aber: Nein. Die Konflikte sind unklar, die Motive der Protagonisten völlig sinnlos und die dramatische Wendung kommt durch eine Namensgleichheit? Nein, hier ist im Drehbuch soviel, was für mich nicht funktioniert, dass nur düstere und pathetisch aufgeladene Langeweile übrig bleibt. Mein letzter Snyder. Lass uns lieber demnächst über andere Filme reden

    1. Kann ich dir nicht verübeln, denn der Film ist all-over-the-place, vollgestopft bis zum Anschlag und diese exorbitante Grittyness schmeckt sicher auch nicht jedem. Aber über andere Filme reden? Gerne

  2. Puh, langer Text zu einem noch längeren Film…

    Was du da zu Znyders Motivation bzw. der Botschaft, die er vermitteln kannst, klingt eigentlich richtig gut. Unter dem Aspekt hatte ich auch „Man of Steel“ noch nicht betrachtet. Da fand ich nämlich die Materialschlacht ohne Rücksicht auf Verluste einfach nur over the top und letztlich – wie bullion schreibt – ermüdend. Vor allem aber hatte es mich aufgeregt, dass die „Kollateralschäden“ überhaupt nicht thematisiert wurden. Dass das Absicht war, um Supermans Saubermann-Image anzukratzen, war mir nicht so offensichtlich – zeigt aber der Beginn des neuen Films sehr gut. Das hat mir auch richtig gut gefallen, wie da die Brücke geschlagen wird, und wie nun auch die Opfer dieses „Duells“ im Fokus stehen.

    Trotzdem war der Film nur ein mittelmäßiges Vergnügen für mich, obwohl ich erstaunlich gut mit Ben Affleck als Batman leben konnte und Jesse Eisenberg herrlich irre als Lex Luthor fand. Aber: die Musik war nervtötend, die Story zu wenig durchgedacht, die Chemie zwischen Superman/Clark und Lois Lane immer noch non-existent. Und dann wundert es mich ja doch etwas, dass DU einen Film, der aus so weiten Teilen aus (CGI-)Materialschlacht besteht, so hoch bewertest. Mir war das zu viel, wenn es auch nicht ganz so exzessiv wie in „Man of Steel“ war. Meine eigene kritik folgt noch – bin gar erst aus dem Kino zurück…

    1. Verstehe bei MOS eigentlich selbst immer noch nicht, wieso der über-Exzess im Finale mich (auch nach viermaligem sehen) nicht sofort verliert. Aber wie hier gegen Ende beschrieben, ich empfinde sie dem „Göterkampf“ irgendwie angemessen.

      In Bezug auf Supes‘ Motivation, hab ich es in MOS bereits schon so empfunden, dass es eigentlich (noch) nicht viel gibt, was ihn einen Glauben an und eine Bindung zur Menschheit entwickeln lässt. Sie haben ihn sein ganzes Leben mit Füßen getreten. Glaube viele sahen das nicht, weil sie zu viel des klassischen Superman selbst in den Film legten. Und auch hier scheint er sehr enttäuscht von ihr und der Schlechtheit der Welt zu sein.

      Luthor war mein Mann des Abends und den Score LIEBE ich!

      1. Weißt du doch seit MM:FR
        Der Score hier ist ja quasi ein Update auf den von MOS und hat bei beiden Filmen ganz realistisch gesehen einen Löwenanteil daran, dass ich die Filme so mag. Denke den von MOS hab ich in den drei Jahren seit dem Film sicher 20-30 mal angehört. Ich mag dieses vollkommen Funktionale des aktuellen Zimmer Sounds, dem die musikalischen Aspekte komplett untergeordnet sind. Das ist wie die Orchester-Version des von mir heißgeliebten Ambient/Techno.

  3. Toller, kluger Text, der die thematischen Ansätze aus der ersten Filmhälfte wunderbar ausformuliert. Für mich ein kolossal gescheiterter Film, aber zumindest auf eine seltsam faszinierende Weise.

  4. Das klingt alles unfassbar anstrengend. Ich fand ja auch „Man of Steel“ schon anstrengend, doch hier gibt es ja noch einen Helden mehr. Und mehr Zerstörung. Puh. Weiß nicht, ob ich mir den jemals anschauen werde.

    1. Nee, mehr Zerstörung auf keinen Fall. Das MOS-Finale ist in der Beziehung nicht zu toppen und anstrengend fand ich den Film gar nicht Der Film funktioniert wie ein zweieinhalb-stündiges Style-Showcase, dass sich vor gängigen erzählerischen Normen geradezu verweigert. Ob Snyder es nicht anders kann, oder gar nicht will, wage ich nicht zu prognostizieren, fest steht aber, dass er sein Ding macht und dass dieses Ding von der Norm abweicht. Insofern respektiere ich ihn weit mehr als die meisten MARVEL Gegenstücke, weil diese wirken, als ob Studios sich Regisseure holen, ihnen Geld geben, aber sagen: „mach unseren Film“. Snyder hingegen macht SEINEN Film. Muss man deswegen natürlich trotzdem nicht mögen

  5. Erst einmal Gratulation zu einer hervorragenden Kritik mit einer Menge an Gedankenanstößen. Ich habe heute morgen zur Vorbereitung auf den Film „Superman Returns“ gesehen und auch wenn ich den Film als eher langweilig empfand, so fragte ich mich während der Sichtung, ob die Macher mit Absicht versucht haben, die emotionalen Schwierigkeiten aufzuzeigen, die entstehen, wenn man ein komplett von Altruismus geprägtes Leben zu führen gedenkt. Insofern bin ich auf jeden Fall auf die Interpretation von Superman in diesem Film gespannt. Für die ‚klassische‘ Erfahrung kann man schließlich jederzeit zu den „Christopher Reeve“-Filmen zurückkehren.

    Leider bin ich bei allen Kritiken, die ich bisher zum Film gesehen habe, sehr zwiegespalten und du scheinst den Eindruck zu bestätigen, dass mir das Ding höchstens mittelmäßig gefallen wird. Für interessante Herangehensweisen an die Materie allein gebe ich eher selten Punkte. Wenn Figuren und Handlung wirklich derartige Macken haben, so wird es wahrscheinlich vieles Geben, was mich immer wieder zusammenzucken lässt, und ich weiß nicht, ob eine überbordende Materialschlacht das ausreichend kompensieren kann.

    Am besten lasse ich mich am Montag einfach mal überraschen und stelle meinen Erwartungsregler eher auf thematisch ambitioniertes Haudrauf-Kino.

    1. Danke für das Lob So weit ich dich bis jetzt glaube einschätzen zu können, kann ich mir auch kaum vorstellen, dass der was für dich ist. Der Film funktioniert wie ein zweieinhalb-stündiges Style-Showcase, dass sich vor gängigen erzählerischen Normen geradezu verweigert. Ob Snyder es nicht anders kann, oder gar nicht will, wage ich nicht zu prognostizieren, fest steht aber, dass er sein Ding macht und dass dieses Ding von der Norm abweicht. Insofern respektiere ich ihn weit mehr als die meisten MARVEL Gegenstücke, weil diese wirken, als ob Studios sich Regisseure holen, ihnen Geld geben, aber sagen: „mach unseren Film“. Snyder hingegen macht SEINEN Film. Muss man deswegen natürlich trotzdem nicht mögen

Und eure 2 Cents?