Film: Das Fünfte Element (1997)


Trailer © by Universum Film GmbH


Fakten
Jahr: 1997
Genre: Science-Fiction, Actionkomödie
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Besetzung: Bruce Willis, Milla Jovovich, Gary Oldman, Ian Holm, Chris Tucker, Brion James, Mathieu Kassovitz
Kamera: Thierry Arbogast
Musik: Eric Serra
Schnitt: Sylvie Landra


Review
DAS FÜNFTE ELEMENT ist einer dieser Filme, die so ziemlich all die Aspekte in sich vereinen, welche Blockbuster einst so großartig machten und deren Abwesenheit heute leider dafür sorgt, dass sie meist belang- und seelenlose Materialschlachten darstellen und nur noch in Ausnahmefällen wirklich gut sind.

Luc Besson hat hier 1997 ein Exemplar dieser Gattung geschaffen, das ohne Umschweife als verdammt unterhaltsam bezeichnet werden kann und auch genau daran interessiert ist: dem Publikum eine gute Zeit zu bescheren. Auch hier geht es zwar schon um die Rettung der Welt – gemeinhin DAS Blockbuster-Motiv der Neuzeit – aber nicht eine Sekunde schwingt die heute so omnipräsente, häufig so deplatzierte Schwere mit. Im Gegenteil, es regieren Coolness, Lockerheit und ein zackiger Schnitt, das Resultat sind Tempo, humorvolle Momente und gelungene, stark inszenierte Action.

Aber von vorn. Die Geschichte ist so simpel wie effizient: die Menschheit steht in Angesicht einer unbekannten, unendlich bösen Bedrohung vor der Auslöschung. Die Rettung? Neben den klassischen vier Elementen (Erde, Feuer, Luft, Wasser) existiert noch ein weiteres, das “fünfte Element“, welches in der Lage ist die Bedrohung zu bekämpfen, aber vor 300 Jahren aus Sicherheitsgründen von einer außerirdischen Spezies von der Erde entfernt wurde. Ein Kult an irdischeren Priestern gibt seit Jahrhunderten dieses Wissen weiter (ohne jedoch genau zu wissen, wie die Ganze Rettung später mal vonstatten gehen wird) und ist nun, da die Bedrohung präsent ist, in Hektik damit beschäftigt das fünfte Element zurück auf die Erde zu bringen, um die Rettung zu gewährleisten – was sie zunächst nicht wissen: es ist schon da und zwar in Form einer aus DNA rekonstruieren Frau mit bunten Haaren, die, sichtlich verwirrt von der seltsamen Welt der Menschen, durch das New York der Zukunft stolpert.

Das wars. Keine doppelten Böden, keine tiefgehenden emotionalen Konflikte, keine ambivalenten, gebrochenen Antihelden. Einfach nur ein cooler Bruce Willis, der eine niedliche Milla Jovovich irgendwie mit sich durch die rasante Nummer hindurch schleift (plus dabei auf einen Haufen anderer, u.A. von Ian Holm und Gary Oldman toll gespielter Figuren trifft), wundervolle, handgemachte Kulissen / Kostüme und spürbar viel Liebe und Herzblut aller Beteiligten. Einfache Zutaten, die ein wundervolles Ergebnis erschaffen.

Der Film macht so unheimlich viel Spaß, weil er zum einen nie einen vollkommenen Realismus-Anspruch geltend macht, stattdessen öfter mal fünf gerade sein lässt und aus den abgedrehten Settings ebenso abgedreht Momente erschafft, aber zum anderen vor allem während der kompletten Laufzeit immer auf Drehzahl bleibt – alle gezeigten Szenen erfüllen ihren Sinn und das eine führt in logischer Konsequenz zum nächsten: Lernt man Figuren kennen, dann sind es Figuren die auch später im Film noch einen (wichtigen) Zweck erfüllen. Werden Orte gezeigt, dann sind es Orte an denen später im Film noch etwas (wichtiges) passieren wird. Wird über Dinge geredet, dann sind dies entweder Dialoge die der Charakterzeichnung und -ausschmückung dienen, oder Dialoge die die Handlung vorantreiben.

Jeglicher überflüssiger Ballast wurde über Bord geworfen, in Kombination mit dem überaus dynamischen und klug gesetzten Schnitt entsteht ein Filmerlebnis, welches zwei Stunden lang niemals einen Hauch seiner mitreißenden Geschwindigkeit einbüst. Das soll nicht heißen, dass der Film eine reine Hetzjagd wäre, im Gegenteil, wann immer nötig baut Besson an den richtigen Stellen genug Verschnaufpausen ein, um durchzuatmen, die Figuren kennen zu lernen und das gesehene wirken zu lassen, nein, gemeint ist damit die erzählerische Dynamik – nie kommt der Hauch von Langeweile auf, denn welche Einstellung auch immer es in den Film geschafft hat, es ist gut dass sie drin ist, weil sie etwas zum Gesamtwerk beiträgt. Null Prozent Füllmaterial und im Resultat tut DAS FÜNFTE ELEMENT das, was ein lockerer Blockbuster tun sollte: Eine Menge Spaß machen! Ohne Durststrecken. Ohne Materialschlachten, die in ihrer Brachialität nur ermüden. Ohne gelangweilte Schauspieler, die vor dem Green-Screen gerade noch die Mindest-Anforderungen ihres Vertrages erfüllen.

Hier bekommt man gut aufgelegte, spielfreudige Schauspieler in einer atemberaubenden, mit viel Liebe zum Detail kreierten Welt (aus einer Zeit, als der Zenit der handgemachten Effekte erreicht war), eine simple, aber wasserdichte Geschichte und unterm Strich einen Film, dem man immer wieder gerne zwei Stunden Lebenszeit schenkt. Müsste ich nach Kritikpunkten suchen, dann wäre es wahrscheinlich die, wie so oft, irgendwie noch hinten dran geflantschte Liebesgeschichte, welche nicht so ganz ins Bild passt, oder etwas stärker hätte etabliert werden müssen. Aber ehrlich, das ist eine Szene aus Hunderten – so viel (bzw. wenig) Hollywood sei auch diesem Film gegönnt.


Wertung
8 von 10 durchlöcherten Flug-Taxis


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM / AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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