Meinung: Media Monday #203

Nach einer Woche Auszeit (in der ich nicht schreiben und/oder bloggen wollte, den Media Monday hab ausfallen lassen, dann aber doch die Finger nicht von WordPress lassen konnte) bin ich wieder dabei. Media Monday #203 heißt die Devise. Und los!


1. Eine der häufigsten Übertreibungen ist der ständige Vergleich mit 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM, jedes Mal wenn ein neuer Space-SciFi Film anläuft, der zu minimalem Weiterdenken motiviert (geschehen z.B. bei GRAVITY oder INTERSTELLAR). In ein kleines Fettnäpfchen trete ich mit der Aussage jedoch, denn ich habe ihn selber schon mal gebracht. Allerdings bezog ich das auf die Wirkung des Films und das Potential das Publikum zu spalten. Naja, was im Eifer des Gefechts halt so passiert

2. So gut wie alles von Wes Anderson empfand ich als sehr künstlerisch, so dass ich neben der inhaltlichen auch auf der audiovisuellen Ebene enorm viel daraus ziehen kann. Die Farben, die Symmetrie, aber vor allem eben auch die Fähigkeit über Bilder das Innere der Figuren nach außen zu kehren können doch nur begeistern, oder?

3. Das Marvel Cinematic Universe empfand ich vom Ansatz her, als die ultimative Blockbuster-Idee der letzten Jahre. Leider nimmt die Qualität der Marvel-Filme stetig ab (fast alle Phase II Filme haben mir weniger gefallen als Phase I) und ich finde Kevin Feige machen zu wenig aus dem MCU. Hier mal eine Referenz, da mal ein Zitat und es gibt natürlich eine Gesamt-Chronologie – da ginge aber noch weit mehr. Die Figuren und Plots schöpfen (so baut AVENGERS 2 ja z.B. auf den Ereignissen aus CAP 2 und AGENTS OF S.H.I.E.L.D. auf) immer nur ein wenig Background aus dem vorhergegangen, es könnte aber viel verwobener sein, um wirklich zu etwas großem (und untrennbarem!) zu verwachsen. Nicht immer nur Teasing in post-Credit Szenen, sondern wirklich Entwicklungen, die sich erst in späteren Filmen zusammenführen, etc. – das wäre was

4. A TOUCH OF SIN hat mich jüngst richtiggehend begeistert, weil der Film anhand 4 (realen Ereignissen nachempfundenen) Episoden ein tragisches, aber aufgrund der Fremdartigkeit höchst beeindruckendes Bild des modernen Chinas zeichnet- So groß, so erschlagend und leider partiell auch so entmenschlicht. Wo Menschen wie Arbeitsbienen in monströsen Fabriken eingepfercht sind und zur Nummer werden, läuft offenbar einiges schief.

5. Unter all den Podcasts, die das Netz so bietet, kann ich mich kaum entscheiden. Möchte ich etwas über den Wahnsinn unserer Politik und Regierung erfahren? Dann ist Logbuch:Netzpolitik die richtige Adresse. In puncto Filmen haben Second Unit, Spätfilm, Bahnhofskino und die Cinecouch die Nase vorn. Wenn man das so sagen kann, denn in der Tiefe der Besprechungen liefert die Wiederaufführung auch hammermäßig ab – und sie haben wohl die exotischste Filmauswahl. Es gibt keine Nummer eins, dafür wird zu viel Qualität geliefert. Außerdem sind Podcasts auch noch für alle anderen denkbaren Themen aus Unterhaltung, Bildung und kuriosem brauchbar, ich schmeiße jetzt einfach mal die Homestorys, Trick 17, Indyiacapunk, Erscheinungsraum (Ost) und CRE in den Raum.

6. Was ich mir von Filmen ja immer wieder erhoffe ist der Mut den Zuschauer zu fordern, vor den Kopf zu stoßen und dahin zu gehen, wo es unangenehm wird. Play it safe ist sowas von öde. Auf’s Ganze gehen ist immer der bessere Weg – wenn man dann scheitert, dann wenigstens mit wehenden Fahnen.

7. UPSTREAM COLOUR (wie oft hab ich den eigentlich schon im Media Monday genannt )ist regelrecht magisch und da stört es auch nicht sonderlich, dass man nach dem Schauen überwiegend große Fragezeichen vor Augen hat. Es wird sich sowieso viel zu viel auf Plots und Handlung fixiert – Stimmungen, Atmosphäre, Emotionen, darum geht’s doch eigentlich. Und besagter Film ist ein einziger, nicht abbrechender Rausch aus der Feder eines absoluten Visionärs. Angucken!


Wow, jetzt hatte ich mal wieder Lust Romane zu verfassen Ich hoffe ihr lest es trotzdem und ahbt eine schöne Woche!