LP: Konono N°1 – Assume Crash Position (2010)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge möchte ich auf eine neue und gleichzeitig alte Musik-Entdeckung meinerseits aufmerksam machen. Die Band Konono N°1 hatte ich vor Jahren schon einmal entdeckt und ihr Album CONGOTRONICS lange rauf und runter gehört. Es war nicht nur Musik, die mir gut gefallen, sondern aufgrund ihrer positiv-belebenden Eigenschaften sogar in einer schweren, zermürbenden Phase meines Lebens geholfen hat – und als diese Phase durch war, habe ich sie einfach vergessen.  Bis jetzt.

Die Kombination aus klassischen afrikanischen Folklore-Rhythmen (gespielt auf teils selbst aus Schrott gebauten, teils weiterentwickelten Instrumenten) und dezenten elektronischen Einflüssen versprüht eine ungemeine Energie, treibt an wie sonstwas und hat mir immer wenn ich dachte ich packs nicht doch wieder ein dickes Grinsen auf die Lippen gezaubert. Die endlosen Loops aus Gesang und groovender Percussion erzeugen in mir genau die angenehme Trance, wie es Techno vermag – nur komplementär, denn der Techno den ich liebe klingt so düster wie er nur sein kann, aber diese Musik ist auf der anderen Seite des Gefühlsspektrums angesiedelt. Nun habe ich in den Tiefen der Spotify-Playlists den Bandnamen mal wieder gelesen, mir das neuere Album gespeichert und letzte Woche erstmalig gehört.

Fazit: Wow! In den Tiefen der medialen Überflutung unserer Zeit, egal ob Film, Musik, etc., versteckt sich viel, das ich sehr gut finde. Aber selten schafft ein Werk es, die vollkommene Begeisterung auszulösen. Instant-Sucht. Ich habe ASSUME CRASH POSITION erstmalig gehört und sofort war das Grinsen wieder da. Dann hab ich es nochmal gehört. Und nochmal. Und nochmal. Und meine Laune stieg (und steigt) ins Unermessliche. Diese Musik nimmt mich gefangen und erzeugt den Drang lachend und tanzend durchs Leben zu springen. In der Woche seit dem ersten Hören hab ich das Album nun sicher 10 Mal durch und es wird besser und besser.

Nun zum weinenden Auge:
Als ich gestern eine kurze Recherche einlegte, um mich schlau zu machen, welchen afrikanischen Dialekt die Gruppe eigentlich spricht/singt, musste ich leider lesen, dass Mingiedi Mawangu, der die Band 1966 im Kongo gegründet hat und das letzte ursprüngliche Mitglied war, vor wenigen Tagen mit 85 Jahren verstarb. Stattliches Alter, langes Leben, trotzdem schade – mein Wiederentdecken der Band ist somit von gemischten Gefühlen begleitet. Aber ich denke nicht dass Mingiedi gewollt hätte, dass man darüber groß Trübsal bläst. Eher dass wir es kollektiv wegtanzen. Also hört die Musik und grinst mit mir. Lohnt sich



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