Film: Lockout (2012)


Trailer © by Universum Film GmbH


Fakten
Jahr: 2012
Genre: Action, Dystopie, Science-Fiction, Trash, B-Movie
Regie: James Mather, Stephen St. Leger
Drehbuch: James Mather, Stephen St. Leger, Luc Besson
Besetzung: Guy Pearce, Maggie Grace, Peter Stormare, Vincent Regan, Joseph Gilgun, Jacky Ido, Peter Hudson
Kamera: James Mather
Musik: Alexandre Azaria
Schnitt: Camille Delamarre, Eamonn Power


Review
Was für ein witziger Sci-Fi-Action-Trash-Knaller:
LOCKOUT ist ein Film, der unter den meisten Gesichtspunkten so dermaßen over-the-top daher kommt, dass er nicht eine Sekunde daran zweifeln lässt, wirklich kein anderes Ziel zu haben als auf einem simplen Level verdammt viel Spaß zu machen – in meinem Fall hat dieses Konzept extrem gut funktioniert.

Zunächst ist das natürlich dem großartigen Guy Pearce geschuldet. Dieser versteht es von Sekunde Eins an seine Figur perfekt zu interpretieren und spielt sie mit einer so übermenschlichen Badassness runter, dass ein Eisberg an ihm zerschellen würde. Das süffisante Grinsen eingefroren, durch nichts aus der Ruhe zu bringen und sichtlich erfreut daran, lieber (auf einem utopisch hohen Level, bereits in Satire abgleitend) Testosteron-triefende über-männliche Sprüche zu kloppen, als mit der Konsequenz zu leben für eben diese Sprüche von einem zwei Meter Gorilla verprügelt zu werden. Seine Figur, namentlich Snow, liefert bereits in den ersten fünf Minuten ein wahres Fest an Knaller-Punchlines. Königlich ironisch nimmt LOCKOUT sich auch im weiteren Verlauf nicht zurück uns effektiv-dämliche Oneliner um die Ohren zu knallen, deren komödiantische Wirkung zumindest an Freunden des gepflegten B-Action-Kinos nicht abprallen kann. Ich habe mich prächtig amüsiert!

Wunderbar harmoniert bzw. clasht Pearce zudem mit Maggie Grace: Der chauvinistische Macho-Vollproll, für den alles und jeder nur ein Spaß ist (auch die lebensgefährliche Rettung der Präsidententochter aus einer Raumstation mit 500 völlig durchgedrehten Meuchelmördern), prallt auf die moralisch engagierte, im Auftrag der Menschenrechte gesandte Frau. Die Folge sind Dialoge wie aus dem Trash-Bilderbuch und viel böses Blut.

Inszenatorisch macht LOCKOUT, abgesehen von kleineren Hängern ab und an, das meiste richtig: Bereits die ersten zehn Minuten lassen eine temporeiche Achterbahnfahrt erwarten und dieses Tempo wird – sofern es in den jeweiligen Szenen Sinn macht – gehalten. Auch optisch kann der Film überzeugen. Die Kulisse ist überschaubar, etwa 80% der Laufzeit spielen auf besagter Raumstation, die ein Hochsicherheitsgefängnis beinhaltet und unter dem Gesichtspunkt der Low-(oder bei 20 Millionen $ schon eher Mid-?)Budget-CGI optisch durchaus gelungen ist. Auch das Interieur kann sich sehen lassen.

Natürlich könnte man jetzt auch noch anfangen über Dystopie, etc. zu schwadronieren – böse Buben werden unter beiläufiger Inkaufnahme des Risikos, sie zu einem geistigen Klumpen Brei werden zu lassen, weggesperrt, die Menscheit macht es sich einfach, in der bösen Zukunft wird alles totalitär, etc. Nett, aber im Kontext von LOCKOUT irreführender Bullshit – ich behaupte mal ganz dreist: DAS ist nicht im Entferntesten das Ziel, welches LOCKOUT mit seiner stimmungsvoll-heiteren, ab und an in harte Gewaltspitzen abdriftenden Umsetzung verfolgt. Nein, LOCKOUT will lediglich ein kurzweiliger Action-Spaß mit etwas Krach und viel Grund zum Schmunzeln sein. Und das ist der Film – ein durchaus respektabler Genre-Beitrag!


Wertung
7 von 10 zur Weißglut provozierten Regierungs-Agenten


Veröffentlichung
ist bei als erschienen.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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2 Gedanken zu „Film: Lockout (2012)“

  1. Der Trailer lockte mich gar nicht, obwohl ich Guy Pearce gern mag. Als ich den nachholte, war ich echt überrascht, ein Feuerwerk cooler Sprüche mit einem Guy Pearce auf voller Höhe. Also, Spaß macht der ohn Ende!!!

    1. Aber voll! Du bringst es auf den Punkt: Das Teil geht aufgrund von Pearce so steil. Immer nen “coolen” Oneliner, egal wie brenzlig die Situation ist – das kann auch als schöne Hommage an die alten Action-Klassiker verstehen, die noch nicht “realistisch” sein mussten..

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