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Film: Für Immer Adaline – The Age Of Adaline (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Universum Film GmbH


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Fantasy, Romanze, Drama, Märchen
Regie: Lee Toland Krieger
Drehbuch: J. Mills GoodloeSalvador Paskowitz
Besetzung: Blake Lively, Michiel Huisman, Harrison FordEllen BurstynKathy Baker
Kamera: David Lanzenberg
Musik: Rob Simonsen
Schnitt: Melissa Kent


Review
Wie wäre das, wenn du von einem Moment auf den anderen aufhörst zu altern und plötzlich, ohne zu verstehen warum und ohne eine Chance darauf zu haben diesen Zustand jemals wieder zu verlassen, auf ewig in der Form verbleibst, die dich in diesem Moment definierte? Wie würde es sich auf dein Leben auswirken, auf deine Bekanntschaften, auf die Menschen die du liebst? Und wie würde die Welt mit einem derart außergewöhnlichen, schier unerklärlichen Phänomenen umgehen – die Wissenschaft, die Gläubigen und auch die ganz normalen Leute? 

Auf diesem höchst spannenden, unnötigerweise jedoch in aller Ausführlichkeit pseudo-wissenschaftlich erklärten, “Was-wäre-wenn“-Szenario fußt THE AGE OF ADALINE. Der Titel gebenden Lady ist derart Unmögliches passiert, nun leidet sie an den Folgen der (laut dem erklärenden Erzähler genetischen) Transformation, flüchtet zunächst vor Bundesbehörden, die in ihr als knackiger 45 jähriger eine Betrügerin vermuten, später jedoch durchweg vor ihrem eigenen Leben und den Konsequenzen ihres Handelns. Verbietet sich Bindungen einzugehen, weil die Angst zu groß ist, wichtige Menschen aus ihrem Umfeld zu verletzen und untätig zusehen zu müssen, wie diese der Zeit zum Opfer fallen, während sie untätig und in alter Frische daneben sitzt und leidet.

Glücklicherweise nutzt das Drehbuch diesen, man nenne es mal Fantasy-Aufhänger, größtenteils um die daraus resultierenden menschlichen, rein emotionalen Probleme freizulegen. Adaline, zum Einstieg des Filmes in etwa schon 100 Jahre lang im Antlitz der Endzwanziger Blake Lively (es hätte sie schlimmer treffen können), lebt schon sehr lange nicht mehr das Leben einer normalen Frau. Sie hat sich abgeschottet, räumlich, denn ihre Lebensrealität ist von unscheinbarem Auftreten an Orten wo sie niemand wirklich wahr nimmt definiert, aber vor allem emotional. Potentiellen Bindungs-Partnern geht sie aus dem Weg, Freundschaften gibt es so gut wie keine, ihr einziger Kontakt ist ihre Tochter die mittlerweile (rein optisch) bereits etwa 50 Jahre älter ist als Sie. Doch wie das leben so spielt: Menschen gehen gemeinsame Wege, trennen sich, erleben eigene Schicksale und besagte Wege können, durch sehr viel Glück, oder kaum mögliche Zufälle, sich nach Jahren wieder kreuzen. Exakt die Person von vor 50 Jahren darzustellen, bedeutet auch, auf irgendjemanden auf dieser Welt wie ein unmöglich anmutender Geist aus dessen Vergangenheit zu wirken. Konflikte vorprogrammiert, Drama auch.

Alles höchst spannende Fragen und Themenkomplexe, die die vorliegende Prämisse fast zwangsweise mit sich bringt, hauptsächlich konzentriert sich der hochwertig ausgestattete, in Form von zahlreichen Rückblenden und Zeitsprüngen erzählte Film jedoch auf eine aufkeimende, von Adaline zunächst vehement geblockte Romanze, deren Fortschreiten und Folgen. Dank gutem Schauspiel und diversen Flashbacks auf vergangene Wendepunkte, an denen ihre Gefühlswelt wild durcheinander gewürfelt kollabierte, wird das Szenario insgesamt so nachvollziehbar (und teilweise sogar tatsächlich bewegend), dass die emotionale Gleichung aufgeht. Schade nur, dass Regisseur Lee Toland Krieger mehrfach dazu tendiert, einen Fuß des sonst so gefestigten Standes im Kitsch-Morast zu versenken – dies sind die Momente, wo auch die Inszenierung strauchelt. Schade, das alles hätte bereits bewegen können, wenn das Orchester zwei Schippen weniger gegeben und die Ausleuchtung ein kleines Stück dezenter gewesen wäre. Und die Autoren im Drehbuch, speziell gegen Ende etwas weniger die Tränendrüse angegangen wären.

Hätte, wäre, würde – alles in allem funktioniert der Film jedoch tatsächlich so gut, wie ein derartiger Film, der überwiegend auf die Knüpfung einer Liebschaft abzielt es nun mal kann. Das zugrunde liegende, spannende Szenario wird zwar nicht vollkommen ausgeschöpft, einige spannende Pfade erkundet das Skript, andere bleiben aus (und ADALINE somit immer auf Nummer sicher gehendes Wohlfühl-Kino), allerdings ergibt sich aus Adaline’s Resignation vor dem Leben aufgrund des „anders seins“, zusätzlich sogar (fast) eine symbolische Lesart – das können wohl die wenigsten Romanzen von sich behaupten. Besonders schön auch, dass Harrison Ford hier mal wieder richtig Lust zu haben scheint. Seine Rolle ist nicht die größte, dennoch ist er voll involviert, zeigt schauspielerische Bandbreite und Gefühle verkommen nicht lediglich zu leeren Behauptungen. Fazit: Nettes Fantasy-Drama-Romanzen-Märchen mit einigen spannenden Fragestellungen im Kern.


Wertung
6 von 10 ewig jungen Ladys


Veröffentlichung
FÜR IMMER ADALINE ist bei Universum Film GmbH als BluRay, VoD und DVD erschienen. Im Bonusmaterial befinden sich: Interviews mit Cast & Crew, Featurettes, Entfallene Szenen, US-Premiere. Die Discs kommen im Wendecover ohne FSK Logo.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

2 Gedanken zu „Film: Für Immer Adaline – The Age Of Adaline (2015)“

  1. Den musste ich unfreiwillig im Kino sehen der Ford war das positivste an dem doch eher durchschnittlichen Film, wobei auch ich 6 Punkte vergab. Müsste ich trotzdem nicht nochmal sehen.

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