David Lynch #1: Six Figures Getting Sick (1966)


Trailer © by Capelight


Fakten
Jahr: 1966
Genre: Video-Collage, Kurzfilm
Regie: David Lynch
Kamera: David Lynch
Ton: David Lynch


Review
David Lynch’s erster Kurzfilm aus dem Jahr 1966 ist genau genommen kein richtiger Film, sondern sein erster ernsthafter Versuch sich von der Malerei weiter in das Terrain der bewegten Bilder zu entwickeln. Entstanden ist etwas, was man nur schwer konkret benennen kann – eine animierte Kunst-Installation, eine lebendige Leinwand, eine sich verändernde Skulptur, ein bewegt-Gemälde. Oder so, der damals noch filmisch gänzlich unbewanderte Lynch hat eben einfach mal experimentiert. Whatever, die Kunst hat sicher den richtigen Namen dafür, als Filmfreund reicht die Information hier besser nichts Film-typisches zu erwarten.

Lynch hat laut eigener Aussage während seines Studiums der bildenden Künste (was an diversen Unis in den USA und Europa 1964 seinen Anfang nahm) immer stärker die Komponenten Ton und Bewegung in seinen Werken vermisst. Als ersten Versuch die verschiedenen Medien zu verbinden, bedient er sich der Stop-Motion Technik, um auf einer Leinwand aus aufeinanderfolgenden Stadien einer Zeichnung/Malerei sechs Menschen entstehen, sich den Magen verderben und schließlich übergeben zu lassen. Dazu plärrt dauerhaft eine Sirene, was dem ganzen einen leicht grotesken Touch gibt.

Man erkennt schon direkt die visuelle Kreativität und ihre vereinnahmende Macht, welche später so bezeichnend für Lynch’s Werk werden sollte. Von einem hohen Detailgrad ist das entstehende, sich stetig ändernde Bild durchsetzt, der Hang zu düsteren, abgründigen Welten ist bereits ganz offensichtlich. Aufgrund der tollen malerischen Gestaltung der einzelnen (nennen wir sie mal) Frames, macht hier die mehrfache Wiederholung des immergleichen Loops auf jeden Fall Sinn- viele kleine, aber wichtige Elemente gibt es zu entdecken in den schnell entstehenden und sich verändernden Bildern – ob es wirklich ganze sechs Wiederholungen hätten sein müssen, bleibt dahingestellt. Unter dem Aspekt gesehen, dass die Filmrolle des Projektes über eine spezielle Aufhängung damals in Endlos-Schleife gezeigt wurde, sind sechs Durchgänge aber noch recht human (und aufgrund der sechs Männer auch stimmig gewählt).

Wer sich für David Lynch und seinen Werdegang interessiert, sollte diese wenigen Minuten mal investieren – immerhin gewann er mit dem Werk an der Pennsylvania Academy of Fine Arts einen Preis und brachte so seinen künstlerischen Werdegang initial ins Rollen.


Wertung
6 von 10 Männern (die sechs mal kotzen)


Weblinks
IMDB
OFDB
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