In eigener Sache: Jack goes Rollin’ (2014)

Wozu einen Blog, wenn nicht auch mal etwas persönliches schreiben?
Dazu gibt es nämlich bei mir einen aktuellen Anlass!

Wer mich länger kennt, kann vielleicht wissen, dass ich 90% meiner Jugend auf 8 Rollen verbracht habe. Rollerbladen, Inlineskaten, Fruitbooten, However, es gibt viele Namen für diesen Sport dieses Lebensgefühl und lange Jahre war es ein fester Teil von mir, der mich definiert, meinen Lebensinhalt dominiert und mir viele tolle Tage, Wochen, Monate mit ebenso tollen Menschen beschert hat. Den Kopf frei kriegen, Spaß haben, den eigenen Geist und Körper immer wieder ans Limit bewegen und einer dauerhaften Challenge unterziehen (nicht gegen Andere, sondern sich selbst!) – das sind nur einige (von vielen) Aspekten, die das Bladen eben zu weit mehr als nur einem Sport machen und mich Jahre lang haben dabei bleiben lassen.

Doch wie das so ist, jedes Hoch wird irgendwann zu einem Tief, auf Berge der Begeisterung folgt auch mal ein Tal der Demotivation. Und dass mit Studium, Broterwerb, etc. die Zeit nicht unbedingt reichhaltiger zur Verfügung steht, ist auch jedem (zumindest über 25 Jahren) bekannt. Kurz: Irgendwann war die Luft raus und es kamen Jahre in denen mich das alles nicht kaum noch interessiert hat. Meine Freizeit wurde weniger und floß zudem immer mehr in Musik (bzw. Auflegen), in Filme, etc. Doch im Gegensatz zu vielen anderen, die in ihrer Jugend mal ein paar Jahre lang Rollen, aber dann aufhören, ihren Lebensweg gehen und es irgendwann ein für alle Mal hinter sich lassen, hat mich das Bladen nie ganz los gelassen!

Immer wieder gab es kleinere Renaissancen (witzigerweise mit exakt den Leuten, die schon zu Beginn meine Rollsport-Genossen waren), Mitte der Nuller Jahre (nach Jahren der Pause) sogar wieder so intensiv, dass beinahe die alten Skillz wieder erricht waren und ich merkte, dass mich das Alles eben doch noch interessiert. Und dann, wohl der Dynamik des Lebens geschuldet, wieder nichts mehr los. Und dann wieder doch. Und dann wieder nicht. Eine Endlos-Schleife aus aufhören und wieder einsteigen. Als ich dann vor ca. 3 Jahren mal wieder mein Glück auf Rollen versuchen wollte und mich a) nur noch wie ein schwerer, unbeweglicher Stein (bzw. eher nasser Sack) fühlte und b) mir bei drei Ausflügen auf Skates drei Mal (bei nicht sonderlich anspruchsvollen Tricks) überdurchschnittlich heftige Blessuren zugezogen habe, hatte ich das Gefühl, nun wäre endgültig die Luft raus und ich sei ein für alle Mal mit dem Rollerbladen durch.

Knapp drei Jahre ist das her.
Und ich habe eine Weile gebraucht zu bemerken, dass mein Unterbewusstsein eben nicht damit durch ist, nein, viel mehr in regelmäßigen Abständen danach schreit. Plötzlich fällt dir morgens auf, wie du nachts geträumt hast einen Skatepark zu shredden. Immer wieder schaust du mit Begeisterung Youtube-Clips von unnatürlich abgehenden Bladern, die ein irres Ding nach dem Anderen aus dem Knöchel zaubern. Und je länger diese Erkenntnis reift, desto mehr erkennst du: “Ich verleugne hier einen Teil von mir, nur weil er mir aufgeplatzte Schienbeine und gebrochene Rippen beschert hat.”.

In meinem Urlaub letzte Woche wurde mir klar, dass ich wieder loslegen muss. Wie durch Gedankenübertragung meldete sich plötzlich mein ehemaliger Partner-in-Inline-Crime nach langer Zeit bei mir und kündigte an, diese Woche (also gestern) nach Hannover in die Skatehalle zu fahren.
Bin mitgefahren.
Hab mich nicht wie ein nasser Sack gefühlt!
Hab mich nicht verletzt!
Hatte tierisch Spaß und hab mich danach so gut wie lange nicht mehr gefühlt!

Mir ist nun ein für alle mal klar geworden:
Ich liebe den Scheiß einfach zu sehr!
So lange meine Beine mich tragen werde ich Bladen gehen…

Früher haben wir gesagt: “Einmal Blader, immer Blader!”.
Scheinbar ist da was dran.
Jack is back, yippie-kay-yo Motherf#%§ers!


Für alle die sich nun so gar nicht vorstellen können, wovon zum Teufel der Jacker hier überhaupt schreibt – wenn Leute, die es richtig drauf haben das tun, was ich meine, sieht das so aus:

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4 Gedanken zu „In eigener Sache: Jack goes Rollin’ (2014)“

  1. Oh ja, der Gestank, das hatte ich schon fast vergessen

    Cool übrigens, dass du scheinbar auch mal beim neuen Blog vorbei schaust

  2. Ich kann da nur für mich sprechen und als Hauptgrund die Bewegungsfreiheit anführen. Da die meisten Grinds, sowie das an und Abspringen zu den Tricks viel a) mit aneinader vorbei bewegen der Beine, speziell Knie und b) in die Knie gehen zu tun hat, haben mich irgendwann vor allem Knieschöner MASSIV gestört! Die Schzützer sind einfach zu groß und ständig im Weg, außerdem kann man schlechter in die Knie gehen, kriegt Hautreizungen bis hin zu aufgeschürften Stellen, wenn man sie stundenlang an hat und schwitzt imens, weil (zumindest in meiner damaligen aktiven Zeit) zur Dämpfung einfach billigste Schaumstoffe verbaut waren, die Null atmungsaktiv sind. Zum Einstieg sind Schützer essentiell, sonst verletzt man sich ständig, irgendwann weiß man aber auch wie man richtig fällt, bzw. sich abfängt.
    Ein bißchen Psychologie ist dann auch noch dabei – wenn es nicht so schlimm ist hin zu fallen, schloddert man den ein oder anderen Trick auch mal unkonzentriert und halbherzig hin, ist also weniger bei der Sache, weil die Unkonzentriertheit sich nicht rächt.

    1. Ja, das mit dem Schwitzen stimmt schon. An den Knien geht es bei mir, weil ich eh lange Hosen trage, aber ich werde im Sommer an den Händen ordentlich nass. Die Protektoren stinken dann auch irgendwann und lassen sich schlecht waschen bzw. brauchen sehr lange zum Trocknen. Dennoch, ungeschützter Rollverkehr kommt für mich nicht mehr in die Tüte.

  3. Warum tragen die Leute in dem Filmchen keine Protektoren? Uncool oder schränkt es die Bewegungsfreiheit zu sehr ein?
    Ich fahre auf 8 Rädern einfach längere Strecken gerade aus, schütze dabei aber Knie, Ellbogen und Hände.
    Meine Flitzerchen befinden sich zur Zeit im Winterschlaf, ich fahre etwa von April bis September.

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