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Filmprojekt: Dreileben-Trilogie (2011)

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DREILEBEN ist ein außergewöhnliches Projekt in der deutschen Filmlandschaft, welches leider nicht die Aufmerksamkeit, nicht die Zuschauerzahlen und nicht das Ansehen bekam, welches ihm gebürte (aber immerhin den deutschen Fernseh- und einen Grimme-Preis).

Drei Regisseure korrespondieren über den Status (Quo?) des deutschen Films und einigen sich mit der Zeit auf ein gemeinsames Projekt: Gleicher fiktiver Schauplatz, gleiche Zeit, gleiche Kulissen, eine allem übergeordnete Rahmenhandlung, aber eigene Geschichten, also eigenständige Filme. Das alles gewürzt mit kleinen Überschneidungen im Cast, den gezeigten Momenten und der Sichtweise auf die Geschehnisse.

Ein sehr spannendes, geradezu visonäres Projekt, nach meinem Wissen bisher in dieser Form einmalig (vom “Marvel Cinematic Universe” mal abgesehen) und auf gewisse Art eine tiefgehende Reflektion (oder ein Gedankenexperiment) zum Medium Film: Wer sind all die Menschen die wir in Filmen (oder in der Realität) einfach auf der Straße stehen und vorbeihuschen sehen, die einen kurzen Moment im Bild sind und dann für immer fort? Hat nicht jeder von ihnen ein Leben?

DREILEBEN verfolgt im kleinen Stil die Idee, dass jeder Mensch eine Geschichte hat und viele davon erzählenswert sind. Wer ist die Frau im Fahrstuhl? Warum ist sie da, was tut sie? Wer ist der Krankenpfleger auf der Station? Was sind seine Träume? Wer ist dieser Verbrecher dessen Foto uns aus jeder Zeitung anspringt?

Nach Komplettsichtung der Reihe steht für mich fest: DREILEBEN ist das beste was ich seit langem aus deutscher Feder gesehen habe. Die Reviews zu den drei Episoden sind einzeln verlinkt.

Ich empfehle jedem, der auch nur ansatzweise Interesse am deutschen Film, an frischen Ideen und schlussendlich einfach nur an drei guten Filmen hat, diese Zeit zu investieren. Es lohnt sich.

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2 Gedanken zu „Filmprojekt: Dreileben-Trilogie (2011)“

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