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Film: Fraktus (2012)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Pandora Film Verleih


Fakten
Jahr: 2012
Genre: Mockumentary, Satire, Musikfilm
Regie: Lars Jessen, Studio Braun
Drehbuch: Lars Jessen, Ingo Haeb, Jacques Palminger, Rocko Schamoni, Sebastian Schultz, Heinz Strunk
Besetzung: Jacques Palminger, Rocko Schamoni, Heinz Strunk, Devid Striesow, Piet Fuchs, Alex Christensen, H.P. Baxxter, Jan Delay, Westbam, Marusha
Kamera: Oliver Schwabe, Piet Fuchs
Musik: Carsten Meyer
Schnitt: Sebastian Schultz


Review
Endlich kenne ich die Wahrheit: Members of Mayday, der Telekom-Jingle, Elektronische Musik im ganzen – das alles wäre heute nicht das gleiche, hätte es diese drei in Vergessenheit geratenen Pioniere nicht gegeben!

Fraktus.
Affe braucht Liebe.

Man merkt dieser “Dokumentation” zu jeder Sekunde an, dass alle Beteiligten mit FRAKTUS richtig viel Spaß hatten – Strunk, Schamoni und Palminger ticken als Trio so zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk – kein Zweifel kommt auf, dass sie sich als Team über Jahre hin perfekt eingespielt haben – und überbieten sich förmlich in der Schrägheit ihrer Figuren: Der Ballermann-atzige Özzi-Verschnitt mit Arschgeweih, der strunzdumme Gutmensch-Esoteriker mit Zahnproblemen, der weltfremde Vollzeit-Hypochonder mit Familienkapelle. Ein Haufen ulkig überzeichneter Schubladen-Blaupausen, aber im Kern steckt in jedem ganz viel menschliches drin.

FRAKTUS schafft es, uns diese drei, noch in ihrer persönlichen musikalischen Steinzeit fest gewachsenen Chaoten auf wunderbare, äußerst humorvolle Weise näher zu bringen. So seltsam sie sind, so sehr mag man sie doch und möchte sie gerade aufgrund des realitätsfremden, holprigen Auftretens nicht scheitern sehen.

Nebenbei wird unterschwellig bis offenkundig mit der Musikindustrie abgerechnet – deftige Seitenhiebe muss die Label- und Produzentenriege einstecken (“Nee, geht mal lieber raus wenn wir hier die Hits basteln”), angemessen hart wird mit der Qualität und vor allem Eintönigkeit der aktuellen Chartmusik abgerechnet (“Gib denen die 909-Kick, die kriegen alle gerad. Und hier noch unser Synthie-Preset, wie immer”) – im Gegenzug bekommt aber auch die künstlerische Naivität und Blauäugigkeit ihr Fett weg (“Nee, es muss jetzt auch einfach nicht ums Geld gehen”).

Steckt viel drin, doch völlig ungeachtet des Subtextes ist FRAKTUS vor allem einfach lustig und unheimlich liebevoll ausgearbeitet. Die Archivaufnahmen der jungen Band, der Sound, die Albumcover. Überall ist merklich Liebe rein geflossen und FRAKTUS wirkt formal wie eine echte Doku und die Fiktion offenbart sich erst dadurch WAS gezeigt wird – abstrus ist kein Ausdruck. Gute Komödie, starke Satire, gelungene Mockumentary.

Und was heisst jetzt eigentlich A.S.L.?


Wertung
8 von 10 legendären Rave-Songs


Veröffentlichung
FRAKTUS ist bei Pandora Film Verleih als BluRay und DVD erschienen.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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