Film: Die Maschine (1994)


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Fakten
Jahr: 1994
Genre: Psychothriller, Horror, Science-Fiction
Regie: François Dupeyron
Drehbuch: François Dupeyron
Besetzung: Gérard Depardieu, Nathalie Baye, Didier Bourdon, Natalia Wörner, Erwan Baynaud
Kamera: Dietrich Lohmann
Musik: Michel Portal
Schnitt: Noëlle Boisson


Review
Wenn die Geschichte des Gesichter- bzw, Körpertauschs nicht schon so uralt wäre, könnte man behaupten, dass Regisseur François Dupeyron bereits drei Jahre bevor John Woo 1997 in FACE/OFF Nic Cage und John Travolta “in den Körper des Feindes” schlüpfen lies, eine Vorlage im Geiste erschuf, denn auch wenn die französische Variante nicht im Entferntesten den Action-Grad eines Woo-Streifens erreicht, ähnelt sich die Prämisse doch arg.

Was wäre wenn dein schlimmster Feind (oder einfach ein sehr böser Mensch) deinen Körper einnimmt und beginnt dein Leben zu leben? Wenn deine Familie glaubt ihre Zeit mit Dir zu verbringen und nur schleichend die Ahnung aufkeimt, dass irgend etwas nicht stimmt? Und wenn du beim Versuch davon zu berichten für vollkommen verrückt erklärt wirst?

Diese Fragestellung lotet LA MACHINE aus – ohne Zweifel auf tiefenpsychologischer Ebene eher krude, aber dafür im horror’esken Sinne enorm atmosphärisch. Das Filmchen ist so unscheinbar wie unbekannt, dürfte aber in der Lage sein Genre-Fans mit etwas Wohlwollen den ein oder anderen kalten Schauer zu bescheren, denn der Hass-erfüllte Schlagabtausch zwischen Gérard Dépardieu, dem genialen Entwickler des verhängnissvollen Bewusstseins-Transfer-Apparates und Didier Bourdon in seiner Funktion als Bilderbuch-Psychopath, hat es besonders in puncto Creepiness in sich, erst Recht als zunächst die Frau, dann die Geliebte und zuletzt sein Sohn zum Spielball dieses morbiden Kampfes instrumentalisiert werden.

Klar ist, dass die Grundidee eines unmoralischen Erfinders, der “minderwertige” Subjekte für heikle Testversuche einspannt, auch 1994 schon bis ins Letzte durchexerziert gewesen ist – LA MACHINE baut jedoch weniger auf außerordentlichen Ideenreichtum, sondern verlässt sich auf effektvoll-beklemmende Atmosphäre und stilsicheren Psychothrill. Die Welt in diesem Film ist grau, trist und nicht zuletzt auf seelischer Ebene völlig trostlos – eine passende Kulisse für Traumata, Komplexe und blutige Messerstiche. Ganz ausgereift ist das Resultat sicher nicht, doch was dem Drehbuch an cleverem Schliff fehlt, machen ein markerschütternder Score, unangenehme Gewaltspitzen und überzeugendes Spiel der Figuren wett.

Brauchbarer Psycho-Thriller mit Horror- und SciFi-Einschlag, der mich ziemlich gepackt hat und eindrucksvoll beweist, wie gutes Schauspiel immer ein dickes Budget in die Tasche steckt. Letzteres hatte LA MACHINE nämlich definitiv nicht zur Verfügung, schafft aber trotzdem ohne Probleme auf einer futuristischen Idee aufzubauen. Nicht fehlerfrei, dürfte aber trotzdem ruhig bekannter sein!


Wertung
6 von 10 verdrehten Psycho-Spielchen


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
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