Meinung: Media Monday #212

Es ist Montag und ich bin müde. Liegt wohl daran, dass ich außerplanmäßig das WE gearbeitet habe – gestern zwar nur kurz, dennoch nicht das schönste am Wochenende. Aber was sol’s – die Hütte brennt und ich hab versucht zu löschen. Die Kollegen danken Nun aber Media Monday #212.


  1. EX MACHINA hätte man kaum besser drehen können, schließlich stellt der Film auf subtile Weise haufenweise Fragen zur Existenz und Beschaffenheit des Lebens, fesselt mit seiner intensiven Atmosphäre und definiert die Phrase “großartiges Schauspiel” für den Rest des Jahres.
  2. Die Vorzüge von reinen Procedurals mit Fall der Woche gegenüber den Serials mit fortlaufender Handlung sehe ich nicht. Serien haben erst begonnen , mich wirklich in den Bann zu ziehen, als es konsequent mit dem seriellen Erzählen los ging. Folgen-, oder sogar Staffel-übergreifende Arcs fesseln mich einfach mehr.
  3. LOVE EXPOSURE ist regelrecht episch, denn schließlich erzählt der Film über vier Stunden vom Aufstieg und Fall eines Höschen-Fotografen, der der größte Sünder Tokyos werden wollte, aber die einzig wahre, große Liebe fand. Wenn das nicht episch ist?.
  4. HAI-ALARM AM MÜGGELSEE könnte ich mir ja immer wieder ansehen, doch leider wird der Sehgenuss minimal geschmälert, da das Meisterwerk in Deutschland (wie so viele andere Meisterwerke) keine BluRay-Veröffentlichung bekommen hat. Ich verstehe es nicht! Jeder Trash kommt auf BD – ist denn nur mir die Bildqualität wichtig?
  5. Allein [] die Dialoge in INGLOURIOUS BASTERDS sind Gold wert. Tarantino schafft so unglaublich intensive Momente zwischen Figuren – das Kaffeehaus und der Bierkeller sind nur zwei von vielen .
  6. Damit Filmmusik mir so richtig gut gefällt, muss sie a) nicht zu pompös und aufdringlich sein, aber b) dennoch dem Film eine weitere Ebene geben, die ihn aufwertet und in Verbindung mit den Bildern Stimmung schafft. Gelingt die Symbiose perfekt (wie in DRIVE, ONLY GOD FORGIVES oder  A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT), wird Musik, egal ob Score oder Originalmusik, zu einem elementaren Bestandteil der Erzählung, der nicht weg zu denken ist. Ich achte sehr auf die Musik und höre auch viel Filmmusik einfach so.
  7. Zuletzt habe ich besagten A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT gesehen und das war überwältigend, weil der Film a) als emanzipierter Vampirfilm in iranischem  Setting profunde gesellschaftliche Aussagen macht und mich b) direkt vollkommen in den Bann gezogen hat! Pure Kunst, ein audiovisueller Rausch. Die intensiven Schwarz/Weiß Bilder könnte man sich immer wieder einrahmen, etliche subtile Filmzitate sind versteckt worden und vor allem der Sound ist mit das Beste, was ich seit langem auf diesem Sektor erleben durfte. Nicht nur die Soundeffekte, welche die Regie-Debutantin Ana Lily Amirpour unfassbar intensiv einsetzt, sondern auch die Originalmusik gehen so weit, dass sie aktiv einen Beitrag zur Erzählung leisten. Man sollte “musikalisches Erzählen” im Film als neuen Begriff (der sicher gar nicht so neu ist) einführen Guckt den Film – der Wahnsinn!

Der Film (A GIRL…) hat mich echt beeindruckt und ich empfehle stark den, sofern ihr annähernd was mit düster-beklemmenden Filmchen anfangen könnt, fix zu schauen! Sehr ruhig, reine Kunst und absolut packend. Denke aber das ist ein love-it-or-hate-it Kandidat, den viele einfach nur öde finden. Kennt ihr den schon? Und wenn ja, lasst mal Meinungen da, gern auch Links zu euren Reviews