Film: The Viral Factor – Jik Zin (2012)


Trailer © by Splendid Film


Fakten
Jahr: 2012
Genre: Action, Thriller
Regie: Dante Lam
Drehbuch: Candy Leung, Wai Lun Ng, Dante Lam
Besetzung: Jay Chou, Nicholas Tse, Peng Lin, Bing Bai, Andy On, Kai Chi Liu, Carl Ng, Tin Chiu Hung, Philip Keung
Kamera: Kenny Tse
Musik: Peter Kam
Schnitt: Wai Chiu Chung


Review
Holy Shit, war dieser Film schnell!

Gericht: “Herr Lam, schwören sie einen reinen und vollen Actionfilm und nichts als einen Actionfilm zu drehen, dann antworten sie mit : Ich schwöre es.”
Dante Lam: “Verdammt nochmal ich schwöre es, bei der geladenen Halbautomatik meiner Mutter”

Es ist nun sicher einen Monat her, dass ich THE VIRAL FACTOR geschaut habe, doch sobald ich mich daran zurück erinnere, beginnt meine Nebenniere instantan unsägliche Mengen an Adrenalin auszuschütten. Tempo, Kulissen und die Wahl der Fortbewegungsmittel reizen hier alles aus, was das Action-Genre hergibt und so bieten die zwei Stunden Laufzeit eine Reise durch die Wirkungsmechanismen sowohl des klassischen, als auch modernen Actionkinos. Zwei Stunden? Das ist für einen ultra-straighten Äktschn-Streifen verdammt lang, doch das Konzept geht auf. Irgendwie.

Ein Wissenschaftler soll ein gefährliches Pockenvirus im Nahen Osten von A nach B bringen, zu seinem Schutz ist ein Sicherheitstrupp aus Hongkong abbestellt. Was zu erwarten war: die Aktion geht schief, das Virus gelangt in die Hand von Terroristen, der Leader des Squads ist lebensgefährlich verletzt und kurze Zeit darauf wachsen die ersten tödlichen Pockenbläßchen auf über den Globus verteilten Gesichtern. Was folgt, sind Verstrickungen zwischen Gangstern und Mitgliedern der Elite-Einheit, kleinere Zitate der großen Heroic-Bloodshed Klassiker und vor allem eine nicht mehr zur Ruhe kommende Hetzjagd durch Hongkong und China.

Lam bedient alles: Was sich bewegen kann, wird in THE VIRAL FACTOR bewegt – Züge, Autos, Jeeps, Motorräder, Beine, Helikopter, Schiffe – und was feuern kann, wird abgefeuert – Pistolen, Gewehre, Raketenwerfer. Ein wenig übertreibt es der gute Mann dabei schon (wie gesagt, der Film geht 2h) und irgendwann, speziell gegen Ende, nutzt sich das explosive Geballer ein wenig ab, weil Übersättigung einsetzt, doch im Großen und Ganzen reißt der Film, besonders aufgrund des schier unglaublichen Tempos (!), enorm mit. Schneller ginge nicht, ohne Herzrhythmus-Störungen zu verursachen. Außerdem bemüht sich Lam durch stetige Bewegung, auch bei der Wahl der Schauplätze, keinen Deut Langeweile aufkommen zu lassen. Überfüllte Bahnhöfe, leere Fabrikhallen, Containerschiffe – THE VIRAL FACTOR wird nicht müde dem Zuschauer immer neue Farben, immer neue Orte und immer neue Formen der körperlichen Konfrontation vorzusetzen – Faustkämpfe, Verfolgungsjagden, Sprünge aus Gebäuden, es ist einfach alles drin.

Eine Familiengeschichte, rund um die verwandten Protagonisten, gibt es zwar auch noch – Blutsverwandschaft, Verbundenheit, Verantwortung – die großen Themen von Ehre und Moral werden angeschnitten – aber diese ist eher ein nettes Beiwerk: Sie schafft kleine emotionale Momente, die in der Dramaturgie des Films zum Durchatmen essentiell sind und zudem ganz gut funktionieren (wenn auch nicht wirklich tiefgehend bewegen). Es stört nicht. Und nun darf bitte wieder geschossen werden!

Schnitt und Kamera sind hier sicher nicht jedermanns Sache, denn auch hier rangiert das Tempo immer ganz knapp vor Hektik und Overdrive – für meinen Geschmack wählt Lam jedoch das maximal mögliche Tempo, bevor Überblick und Orientierung in einem Strudel des Chaos untergehen würden. Der Film ist mit letzterem konstant auf Tuchfühlung, überschreitet die Grenze jedoch nie und so kann der stetige Rausch aus Figuren, Farben (die im visuellen Design eine große Rolle spielen) und Kulissen eine Sog-artige Wirkung entfalten und zielgerichtet mitreißen. Das ist, trotz kleinerer CGI-Momente, greifbares Äktschn-Kino. Läuft – und zwar mit Höchstgeschwindigkeit!


Wertung
7 von 10 Schießereien bei Höchstgeschwindigkeit


Weblinks
IMDB
OFDB
MOVIEPILOT
ROTTEN TOMATOES
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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2 Gedanken zu „Film: The Viral Factor – Jik Zin (2012)“

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