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Blogosphäre: Die 5 besten am Donnerstag #42 – 5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde

Gerade einmal 42 Ausgaben lang musste die gute Gorana dazu aufrufen, ihr die 5 Besten am Donnerstag zu präsentieren, bis ich nun auch mal dabei bin. An Motivation mangelte es 41 mal nicht, so viel steht fest, doch anscheinend musste erst eine Kombination aus dem Sinn des Lebens und einem wirklich besonders delikaten Thema her, um einen trägen Blogger-Eumel wie mich endgültig zum Anbeißen zu kriegen.

Nun ist es so weit und ich werde von 5 meiner aller-aller-liebsten Filmszenen schwärmen. Geranked sind die nicht – das geht nicht – daher wähle ich der übersichtlichen Aufzählung halber „nur“ das Listenformat. Viel Spaß!


  • DIE TIEFSEETAUCHER (OT: The Life Aquatic with Steve Zissou), Wes Andersonn, 2004

Sein Leben lang ist Steve auf der Suche nach dem Leoparden-Hai. Als er ihm dann tatsächlich begegnet, in einem kleinen gelben U-Boot, Auge in Auge, entsteht ein Moment purer, vollkommen reiner Kino-Magie! „It’s beautiful Steve“. „Yeah, it’s pretty good isn’t it… I wonder if it remembers me?“. Und dazu laufen bezaubernde Klänge der Klang-Poeten von Sigur Ros. Perfekte Emotionen… 


  • LOST HIGHWAY, David Lynch, 1997

Die erste Begegnung mit dem Mystery-Man. Wie der Raumklang auf der belebten Party sich plötzlich dämpft, als dieser den Raum betritt. Wie er zielgerichtet auf Fred zugeht und ihn mit seinem so in sich ruhend wie wahnsinnigen Blick anblickt. „We’ve met before, haven’t we? In your house, don’t you remember?“ Es ist soooo creepy und ich bekomme jedes Mal ganz krasse Gänsehaut.


Weniger eine einzelne Szene als eher ein ganzes Segment des Films. Wenn du stirbst, so sagt man, läuft dein ganzes Leben noch einmal vor deinen Augen ab. Oscar erlebt dies. In einer furiosen, soghaft wirkenden, teils schonungslos harten Reise durch sein Leben, sieht er sich selbst (und wir nur seinem Hinterkopf) dabei zu falsche Entscheidungen zu treffen und auf der Abwärtsspirale Fahrt aufzunehmen. Vielleicht die beste Sequenz aller Zeiten…


„Something inspiring. Something truly uplifting… This is from a little known Popsinger who goes by the name Brittney Spears, the greatest singer of all time and an angel, if there ever was one on this earth“. Irrsinn. Vollkommener Irrsinn. Die gesamte verzerrte Ambivalenz dieses Neon-Meisterwerks in eine einzige Ton/Bild-Schere gepresst.


  • BLADE RUNNER, Ridley Scott, 1982

Irgendwie ist Roy Batty’s Monolog auf dem Dach der Kern der Sache. Der Moment auf den alle Fragen nach Menschlichkeit und Leben im Vorfeld hinauslaufen und dem nichts mehr hinzugefügt werden muss… Ein künstlich erschaffenes Wesen spricht mit Wehmut und tiefer Melancholie einen der poetischsten Sätze der Filmgeschichte. So magisch und unvergesslich, dass ich weinen und brüllen zugleich könnte.


Ich hätte noch zig weitere nennen können (wer wissen will welche, kann gern hier in meine MP-Liste reinschauen), aber diese 5 bedeuten mir wirklich, wirklich viel, also passt das.

So viel von mir, ich bin gespannt, was ihr so ausgewählt habt

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11 Gedanken zu „Blogosphäre: Die 5 besten am Donnerstag #42 – 5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde“

  1. Ha, der Mystery Man wäre meine zweite Lynch-Wahl gewesen! Und Life Aquatic ist mein vermutlich liebster Anderson Film. Aber eigentlich kann ich fast alle Szenen unterschreiben. Wobei ich mit Herrn Noe so meine Probleme habe und Into the Void auch noch nicht gesehen. Vielleicht sollte ich dem ne Chance geben.

    1. Lynch macht auch einfach Kino das hängenbleibt und bei LIFE AQUATIC geht es mir übrigens ähnlich.

      Zu Noé: kenne selber nur den genannten und IRREVERSIBLE – beide finde ich auf ihre krasse Art durch und durch brillant, weil sie sehr viel Nachhall in mir erzeugt haben und Themen anstoßen, über die ich mir lange nach dem Film Gedanken gemacht habe. Auf welche/ Film/e beziehst du dich denn?

      1. Von Noe habe ich nur Irreversible gesehen und – in einem Wort – gehasst. Das ist wohl einer dieser Filme die nur Extreme in der Bewertung zulässt. Es ist leider zu lange her, dass ich noch genau sagen könnte woran es lag (wobei jene 15 minütige Szene in der Unterführung oder was das war sicher damit zu tun hat). Seitdem bin ich allem was mit Noe zusammenhängt ausgewichen. Wie gesagt, vermutlich ein bisschen unfair von mir.

  2. Die ersten beiden Szenen finde ich auch großartig!

    „Enter the Void“ und „Spring Breakers“ habe ich immer noch nicht gesehen… und „Blade Runner“, ja, da sind wir uns einig!

Und eure 2 Cents?