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Film geschaut: Deep in the woods – Au fond de bois (2010)


Deep in the woods (IMDb) – Psychothriller/Drama/Rape’n’Revenge, Frankreich, 2010 – RegieBenoît Jacquot, Skript:  Benoît Jacquot, Kamera:  Julien Hirsch, Musik:  Bruno Coulais, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Alamode Film


Review
Mit DEEP IN THE WOODS bekommen wir den seltenen Fall eines, unter anderen Vorzeichen stark abstrahierten Genre-Motives vorgesetzt – Obsession, Gewalt und weitere typische Horror-Motive, allesamt gewissermaßen in die Autorenfilmer-Variante eines Rape’n’Revenge-Streifens verfrachtet.

Im 19. Jahrhundert macht sich der sleazige Creep Timothée die (ziemlich) schöne Josefine, Tochter eines Edelmannes, gefügig und zwingt sie auf eine zehrende Odyssee durch die Wälder und Dörfer. Schenkt man dem Gezeigten Glauben – Timothée gewinnt ständig mit kleinen Zaubertricks die Gunst der Leute (oder auch ihre Angst) – gelingt ihm dies über das Mittel der Hypnose, doch ob es wörtlich zu verstehen ist, sei dahin gestellt. Viel mehr erscheint die Technik allegorisch, stellvertretend für die Wirkung welche Menschen, bzw. bei Ausweitung der Betrachtung auch ganz allgemein Geschlechter, aufeinander haben. Regisseur Benôit Jaquot agiert an der Basis seines Stoffes symbolisch, Timothée zieht Josefine, auf welche Weise auch immer, in den Bann. Film geschaut: Deep in the woods – Au fond de bois (2010) weiterlesen

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Film: Hard Candy (2005)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Universum Film


Fakten
Jahr: 2005
Genre: Thriller, Rape’n’Revenge, Torture-Horror
Regie: David Slade
Drehbuch: Brian Nelson
Besetzung: Patrick Wilson, Ellen Page, Sandra OhOdessa Rae
Kamera: Jo Willems
Musik: Harry EscottMolly Nyman
Schnitt: Art Jones


Review
Wenn ein Film als Faustschlag im großen Stil angelegt ist und mich um jeden Preis verstören will, mich das alles allerdings durchweg ziemlich kalt lässt, dann stimmt etwas nicht. Das ist hier passiert, also Zeit für eine Analyse.

Die Prämisse ist wohl das unangenehmste an HARD CANDY – erwachsene, mittelalte, bzw. sehr alte Männer streifen weltweit durch die anonymen Weiten der Chatrooms und suchen das Verbotene: (zu) junge Mädchen. Das gibt es so, das weiß man, da macht man(n) sich aber keine Gedanken drüber – betrifft mich nicht, nehme ich also nicht wahr. Psychothriller, Horrorfilme, etc. – man nenne es wie man will – die wirklich gut sind, schaffen es, genau diese Grauzonen im menschlichen Gehirn frei zu legen und zwingen uns, Dinge zu konfrontieren, die sonst aufgrund der ((zum Selbstschutz auferlegten) Verdrängungsmechanismen im Dunklen verblieben wären. Man will nicht alles wissen, was in unserer verrohten Welt geschieht.  Doch diese Suche nach Sex mit Mädchen im Teenager- oder sogar noch Kindesalter findet wahrscheinlich in einem Maße statt, dass der normal denkende sich kaum vorstellen kann. Hier liegt also ein Übelkeit erzeugendes Thema vor, und HARD CANDY erlegt uns den Zwang auf, uns genauer damit auseinanderzusetzen zu müssen, wie diese Menschen auf Jagd nach naiven, leicht zu beeindruckenden Opfern gehen. Das könnte (und müsste) also voll in die Magengrube treffen.

Und da liegt der erste, vielleicht kolossalste und bereits ausreichende Schwachpunkt von David Slade’s Debutfilm – HARD CANDY zwingt uns nicht sich wirklich mit diesen widerlichen Seiten der Welt da draußen zu befassen, er zwingt uns nicht die Welt danach mit leicht verändertem Blick zu sehen. Stattdessen wird das Thema in einer kurzen Einleitung von maximal 20-30 Minuten als Basis für einen Torture-lastigen „Plot“ genommen und anhand einer (relativ) gängigen Täter-/Opfer-Konstellation abgearbeitet – er, über 30 und falsch gepolt, sie erst 14, dann Kontakt, kurzes Kennenlernen, nach Hause mitnehmen. Das alles wird abgehakt, nur um dann als Fundament für eine ziemlich öde, uninspirierte und holprig geschriebene Gewalt- und Psycho-Nummer nach absolutem 08/15-Schema zu fungieren. Schade, da wird ganz großes Potential in noch größerem Stil verschenkt.  Film: Hard Candy (2005) weiterlesen

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