Schlagwort-Archive: Überforderung

Meinung: Media Monday #239

Guten Morgen Freunde. Viel zu tun, daher gibt es heute zum Media Monday #239 nur eine Kurzfassung. Wie immer sind meine Antworten zu Wulfs Lückentext in kursiv gehalten.


1. Wäre doch mal angenehm, wenn häufiger richtig frische Ideen in Filme verwandelt würden, so wie etwa zuletzt mit A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT. Natürlich kann man sich streiten was nun genau “frisch” ist und was nicht, aber ein feministischer Vampir-Western-Kunstfilm iranischer Herkunft ist nun wirklich nicht alltäglich.

2. Bombastische Action hat mich ja früher mal gereizt, mittlerweile allerdings holt sie mich ausnahmslos nicht mehr ab. Ich bin vom Lärm genervt, kann einfach keine Freude am Exzess mehr aufbringen und das ganze überfordert und nervt mich einfach nur. Schade, aber die leisen, persönlichen Filme geben mir so viel, dass ich dem ganzen nicht wirklich hinterher trauere.

3. Rückblickend hätte ich ja gerne die Lebenszeit, die ich für UNKNOWN USER vergeudet habe, zurück, denn ich habe in der Sneak schon oft Mist erlebt, dieser un-Film toppte aber alles (siehe Review).

4. Christoph Waltz spielt gefühlt immer dieselben Rollen, schließlich hat das in INGLOURIOUS BASTERDS ja exzellent funktioniert und scheinbar wollen alle jetzt immer den Hans Landa/Dr. King Schultz in ihren Filmen, weswegen er nur noch getypecasted (tolles Neudeutsch, oder?) wird. Dabei zeigt der Mann zum Beispiel in ZERO THEOREM, dass er mehr Range als in obigen Rollen hat. Meinung: Media Monday #239 weiterlesen

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Film: Der Babadook (2014)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Capelight Pictures


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Horror, Psychologisches Drama
Regie: Jennifer Kent
Drehbuch: Jennifer Kent
Besetzung: Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall, Barbara West
Kamera: Radek Ladczuk
Musik: Jed Kurzel
Schnitt: Simon Njoo


Review
Ein Film der spaltet: Bereits seit der letztjährigen Festival-Auswertung des BABADOOKs kassiert er in gleichem Maße Höchst- wie Niedrigst-Wertungen, wird als lahm und öde abgetan, auf anderer Seite hingegen als ein möglicher Rettungsanker des Horrors gefeiert. Horror? Auch in Bezug auf diesen Begriff ist die Zuschauerschaft sich uneinig – im Netz wird kontinuierlich gestritten, oder zumindest immer wieder diskutiert, ob es sich im Falle von DER BABADOOK tatsächlich um einen Horror-Film, oder doch eher ein psychologisches Drama handele. Seltsamerweise sind häufig genau die Filmfreunde enttäuscht, die im Vorfeld einen deftigen Horror-Schocker erwarteten. Ich frage mich jedoch, ob abgesehen von einem (anscheinend notwendigen) Label für den Film, das lediglich den Anhängern klarer Genre-Definitionen die guck-Entscheidung erleichtert, irgend etwas sinnvolles in diesem Streit heraus springt? Eine breite Basis für weit gehaltvolleren Austausch bietet DER  BABADOOK nämlich auf vielseitiger anderer Ebene, formell wie inhaltlich – Diskussionen zum Film sollten sich daher eher um die Substanz drehen, anstatt sich in Phrasendrescherei und Labeling zu verlieren. Film: Der Babadook (2014) weiterlesen

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PIXAR Kurzfilme #12 – Lifted (2006)


Film © by Walt Disney Studios


Fakten
Jahr: 2006
Idee: Gary Rydstrom, Jeff Pidgeon
Regie: Gary Rydstrom


Review
Es ist noch kein meister vom Himmel gefallen – kein Musiker, der ein Instrument lernen soll, kein Handwerker, der einen Tisch bauen muss, und eben auch kein Alien, das beim Entführen eines schlafenden Menschen in Angesicht der schier endlosen Möglichkeiten der hochkomplexen Raumschiff-Technik verzweifelt.

Dabei könnte es doch so einfach sein: Der arme Mensch liegt nichtsahnend in seinem Bett, das Haus allein auf weiter Flur, weit und breit kein potentieller Zeuge in Sicht. Es muss also nur der Traktor-Strahl in Gang gebracht werden, um den netten Herren leichtfüßig aus dem Fenster hinaus ins Raumschiff zu befördern. Ein Unterfangen, was sich mit allen Wassern gewaschen hat. PIXAR Kurzfilme #12 – Lifted (2006) weiterlesen

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PIXAR Kurzfilme #8 – Mike’s New Car (2002)


Film © by Walt Disney Studios


Fakten
Jahr: 2002
Idee: Pete Docter, Roger Gould, Jeff Pidgeon, Rob Gibbs
Regie: Pete Docter, Roger Gould
Stimmen: Billy Crystal, John Goodman


Review
Mike + Sully = Dreamteam

Sofern sie bei Monsters Inc. arbeiten und nicht zur Uni gehen versteht sich. Und da das so ist, macht es genauso viel Spaß ihnen bei dieser kleinen Slapstick-Episode zuzusehen, wie eine x-beliebige Szene aus besagtem MONSTERS INC.

Mike, stolz wie Oscar und auch ein wenig Testosteron-durchflutet, präsentiert Sully sein neues Auto – dieser kurze Showoff entpuppt sich jedoch als waschechter Kampf gegen die verhängnisvollen Tiefen der “modernen Technik” (wie wir ihn Jahre später in ähnlicher Weise noch mal in LIFTED erleben werden). Dass die Fahrerkabine in etwa aussieht, als seien die Zwei in einer Mischung aus F16-Cockpit und Rechenzentrum des Pentagon gelandet, konnte natürlich keiner ahnen und sorgt für maximale Konfusion. PIXAR Kurzfilme #8 – Mike’s New Car (2002) weiterlesen

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Dokumentation: The Waiting Room (2012)


Titelbild, Bildausschnitte & Trailer © by The Waiting Room


Fakten
Jahr: 2012
Themen: Gesundheits-System, Soziale Ungerechtigkeit, Krankenhaus
Regie: Peter Nicks
Konzept: Peter Nicks
Kamera: ?
Schnitt: Lawrence Lerew


Review
24 Stunden in einem öffentlichen Krankenhaus in Oakland, Kalifornien. 24 Stunden voller Geschichten, Patienten, Bilder, Eindrücke und Momente, die für sich sprechen und gänzlich ohne Kommentator eine brüllende Anklage an das System der USA heraus schreien – so eindeutig, dass es keiner moderierenden Worte mehr bedarf.

Primär an das völlig runtergekommene, aus unserer Sicht betrachtet nicht weniger als menschenunwürdige Gesundheitssystem des Landes. Da gibt es den jungen Mann der an Hodenkrebs leidet, akut eine Operation benötigt, doch der, nachdem er in einer Privatklinik kurz vor dem vereinbarten Termin wieder nach Hause geschickt wurde, weil irgendwann jemandem aufgefallen ist, dass er gar nicht Mitglied ist, jetzt erstmal finanziell die Hosen runter lassen muss, um die Chance auf Behandlung zu bekommen. No Cash, no Help. Mit etwas Glück können Arme noch ins Wohlfahrtsprogramm aufgenommen werden. Dokumentation: The Waiting Room (2012) weiterlesen

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