Schlagwort-Archive: Nihilismus

Film: Sicario (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by STUDIOCANAL


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Thriller, Kriegsfilm, Drama
Regie: Denis Villeneuve
Drehbuch: Taylor Sheridan
Besetzung: Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio Del ToroVictor Garber, Daniel Kaluuya, Jon Bernthal, Maximiliano Hernández
Kamera: Roger Deakins
Musik: Jóhann Jóhannsson
Schnitt: Joe Walker


Review
Denis Villeneuve ist ein kleines Phänomen. Egal ob knallharter Entführungs-Thriller (PRISONERS), verwirrendes Doppelgänger-Mindgame (ENEMY), oder nun ein waschechter (Drogen)kriegs-Film, um den ausufernden Konflikt an der US-amerikanischen Grenze – seine Filme hauen schonungslos um und lassen sprachlos zurück, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Das aktuelle Werk beeindruckt abseits der 120minütigen Dauer-Beklemmung im Kinosaal zudem vor allem durch reichhaltigen Stoff zum Nachdenken.

Wie lange führst du mit sauberen Mitteln ein Kampf, der aussichtslos ist, weil du durch Wahl der Waffen eben nur verlieren kannst? Wie oft und hart rennst du gegen moralische Wände, bevor du taub wirst und den fragwürdigen Weg um sie herum wählst? Wann beginnt die stetige Konfrontation mit unbegreiflicher Grausamkeit dich soweit zu korrumpieren, dass der Zweck sie zu stoppen bald jedes Mittel rechtfertigt? Film: Sicario (2015) weiterlesen

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Film: The Gambler (2014)


Trailer © by Paramount Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Drama, Thriller
Regie: Rupert Wyatt
Drehbuch: William Monahan, James Toback
Besetzung: Mark Wahlberg, Jessica Lange, John GoodmanBrie LarsonMichael Kenneth WilliamsAlvin IngAnthony Kelley
Kamera: Greig Fraser
Musik: Jon BrionTheo Green
Schnitt: Pete Beaudreau


Review
Where the fear has gone, there will be nothing.” aus Frank Herbert – DUNE.

Ein Mann am Blackjack-Tisch. Zehntausend Dollar Einsatz. Gewinn. Verdoppelt. Zwanzigtausend Dollar Einsatz. Wieder sind ihm die Karten gnädig. Er hat einen Lauf, gewinnt, verdoppelt, gewinnt wieder. Keine Miene verzieht er bei diesem absurden Theater, weißt lediglich den Dealer an, schnell die nächsten Karten zu geben. Die Stakes steigen, Geldsummen die über den Verlauf von Existenzen entscheiden könnten, zieren als kleine Plastik-Chips getarnt den Spieltisch. Sein Blick vollkommen regungslos, die nächste Karte wird aufgedeckt: Summe 23, zu hoch, die Bank gewinnt. Alles weg – 160.000 Dollar. Doch nach wie vor verzieht besagter Spieler keine Miene. Er dreht sich um und verlässt emotionslos den Saal.  Film: The Gambler (2014) weiterlesen

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Film: Blue Ruin (2014)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Ascot Elite Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Rachethriller, Drama
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
Besetzung: Macon Blair, Devin Ratray, Amy HargreavesKevin KolackEve Plumb
Kamera: Jeremy Saulnier
Musik:  Brooke BlairWill Blair
Schnitt: Julia Bloch


Review
Ben: “Don’t think that only because I’m helping you I think it’s good what you’re doing. It’s ugly man!”

BLUE RUIN ist ein Exemplar einer seltenen Gattung – einer der wenigen Filme, die von der ersten bis zur letzten Sekunde eine unangenehm-heftige, den festen Würgegriff nicht einen Moment lockernde Beklemmung in mir verursachten. Nicht ganz so unangenehm zu schauen, wie beispielsweise IRRÉVERSIBLE, aber dennoch die selbe Liga: Werke, die die widerliche Sinnlosigkeit von Gewalt nicht nur zeigen, sondern körperlich erlebbar machen – Nebenwirkungen wie Übel- und Bitterkeit bleiben nicht aus. Film: Blue Ruin (2014) weiterlesen

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Film: Waking Life (2001)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Capelight Pictures


Fakten
Jahr: 2001
Genre: Kunstfilm, Philosophischer Film
Regie: Richard Linklater
Drehbuch: Richard Linklater
Besetzung: Wiley Wiggins, Ethan Hawke, Julie Delpy, Trevor Jack Brooks, Lorelei Linklater, Bill Wise, Robert C. Solomon, Kim Krizan, Eamonn Healy, J.C. Shakespeare, Charles Gunning, David Sosa, Alex Jones, Otto Hofmann, Aklilu Gebrewold, Louis Mackey, Alex Nixon, Guy Forsyth, John Christensen, Caveh Zahedi, Adam Goldberg, Hymie Samuelson, Steven Soderbergh
Kamera: Tommy Pallotta, Richard Linklater
Musik: Glover Gill
Schnitt: Sandra Adair


Review
WAKING LIFE – ein Film wie eine gefühlte Philosophievorlesung, eine spirituelle Reise durch jede nur erdenkliche Weltsicht, durch Fantasterei, Wissenschaft, Religion, über Hügel aus Euphorie bis in Täler der Melancholie. Und alles von einem seltsamen Schleier überzogen. Ein Schleier des unwirklich erscheinenden Traumzustandes, des Schwebens, des sich Veränderns.

Alles im Fluss, alles in Bewegung und jeder auf der Suche nach dem Sinn, nach Erklärungen, Gründen, Ausflüchten, Zielen. Jeder mit seiner Theorie, die eine fundiert, die andere absurd – aber immer vernetzt mit dem Glauben an ein Verständnis, das entweder möglich, oder eben irrational ist. Zusammenkünfte durch Zufall schichten sich, ein Berg wächst, der aus Gerümpel oder Bedeutung bestehen kann, den man übersteigen kann, sich in ihm vergraben, auf ihn klettern, unter ihm lang kriechen, oder (und das ist vielleicht das wichtigste am Gefühl von WAKING LIFE) durch ihn hindurch schweben. Diffundieren. Eine Permeation durch Fragen ohne klare Antworten, die ein vages Gefühl der Erkenntnis bringen kann, nicht muss und nicht zwingend wird.

“Dreams are Destiny”
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