Schlagwort-Archive: Margit Carstensen

Film: Die 120 Tage von Bottrop (1997)


Trailer © by Alive AG


Fakten
Jahr: 1997
Genre: Satire, Kunstfilm, Trash
Regie: Christoph Schlingensief
Drehbuch: Christoph Schlingensief, Oskar Roehler
Besetzung: Udo Kier, Margit Carstensen, Irm HermannVolker SpenglerMartin WuttkeHelmut Berger
Kamera: Christoph Schlingensief
Musik: Helge Schneider
Schnitt: Bettina Böhler


Review
Nachdem ich nun fast alles von Christoph Schlingensief gesehen habe, dachte ich tatsächlich der gute Mann könne mich nicht mehr schocken. Doch er konnte.

DIE 120 TAGE VON BOTTROP – allein im Titel sind Größenwahn, Zynismus, beißende Satire und eine gehörige Portion Blasphemie enthalten und was hier “filmisch” passiert ist eigentlich in keinster Weise in Worte zu fassen. Wenn dieser Film eines mit Sicherheit ist, dann schwer zu begreifen, weil die Umsetzung seiner Intention sich fernab jeglichem “normalen” Filmverständnisses bewegt. Als Definition von Ambivalenz serviert Schlingensief hier alles nur Erdenkliche auf einmal – “Der letzte Neue Deutsche Film” ist Abgesang, Loblied und Exekution der Filmkunst im Ganzen. Er zelebriert und verballhornt, er prangert den Status Quo an und empfiehlt die Idiotie als letzten Ausweg aus einem festgefahrenen System – mit einem wahnsinnig lachenden und einem bitter weinenden Auge.
Film: Die 120 Tage von Bottrop (1997) weiterlesen

Flattr this!

Film: Terror 2000 – Intensivstation Deutschland (1993)


Trailer © by Filmgalerie 451


Fakten
Jahr: 1993
Genre: Satire, Trash
Regie: Christoph Schlingensief
Drehbuch: Christoph Schlingensief, Uli Hanisch, Oskar Roehler
Besetzung: Margit Carstensen, Udo Kier, Peter Kern, Susanne Bredehöft, Alfred Edel, Artur Albrecht, Kalle Mews, Brigitte Kausch, Dietrich Kuhlbrodt, Detlev Redinger, Irmgard Freifau von Berswordt-Wallrabe, Christoph Schlingensief
Kamera: Reinhard Köcher
Musik: Kambiz Giahi
Schnitt: Bettina Böhler


Review
Wir schreiben Anfang der 1990er Jahre, die Asyldebatte im wiedervereinten Deutschland brodelt, die Drecksnazis in Solingen, Rostock und sonstwo schmeißen Brandbomben auf die, im Volksmund und Stammtisch so häufig thematisierten “Asylantenheime” und Christoph Schlingensief wählt seine ganz eigene Art, um der Nation ihre (fehlende) Zurechnungsfähigkeit zu attestieren.

TERROR 2000 – INTENSIVSTATION DEUTSCHLAND. Ein Titel den man nachhallen lassen muss, wobei die damaligen Zustände sich wohl am Besten im Zusatz nach dem Bindestrich wiederspiegeln. Fremdenhass ist populär und keiner macht was – ein Geisteszustand, der einer klaren Ansage bedarf.

Film: Terror 2000 – Intensivstation Deutschland (1993) weiterlesen

Flattr this!

Stream: 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker (30 Tage auf MUBI.com)

Im MomA gibt es aktuell eine Ausstellung zum leider viel zu früh von uns gegangenen Künstler und Provokateur Christoph Schlingensief. MUBI.com zeigt deshalb in den nächsten tagen seine DEUTSCHLAND TRILOGIE. Es geht mit 100 Jahre Adolf Hitler los, der ab heute für 30 tage zum Stream verfügbar ist.
Pflicht!

Hier den Film anschauen

Flattr this!

Film: Finsterworld (2013)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Alamode Film


Fakten
Jahr: 2013
Genre: Satire, Kunstfilm
Regie: Frauke Finsterwalder
Drehbuch: Christian Kracht, Frauke Finsterwalder
Besetzung: Christoph Bach, Margit Carstensen, Jakub GierszalCorinna HarfouchSandra HüllerCarla JuriMichael KranzJohannes KrischMichael MaertensBernhard SchützMax Pellny
Kamera: Markus Förderer
Musik: Michaela Melián
Schnitt: Andreas Menn


Review
In was für einer Welt leben wir?

Ist Toleranz zwar ein überall propagiertes Gut, was aber lediglich auf dem Papier existent ist? Oder gibt es sie wirklich? Findet man die Liebe da, wo man sie erwarten würde? Oder fehlt sie dort, wo sie essentiell sein sollte und versteckt sich hinter Mauern, aus denen sie nie auszubrechen vermag? Sind wir wirklich so offen wie wir denken? Kann ein jeder mit seinen Eigenarten, so seltsam sie auch sein mögen, an unsere Tür klopfen und wir werden ihn akzeptieren? Oder sind wir uns gar nicht bewusst, wie schnell sich unbemerkt ein Urteil vor die offene, ungetrübte Meinung über einen Mitmenschen schiebt und uns jeden klaren Blick versperrt? Verurteilen wir bereits, ohne überhaupt die Grundlage für ein simples Urteil zu haben? Sehen wir Qualitäten, die direkt vor unseren Augen liegen, oder missachten wir sie bewusst, um uns vorzumachen es ginge uns schlechter als in Wirklichkeit?

In FINSTERWORLD steckt all dies.
In FINSTERWORLD steckt aber noch so viel mehr.

Seit DOGTOOTH habe ich nichts mehr gesehen, mit dem ich auf Anhieb weniger anfangen konnte, dass sich aber bei genauerem Hinsehen als eine unglaublich starke Auseinandersetzung mit der menschlichen Identität und der Suche nach ihr entpuppte. In FINSTERWORLD lernen wir einen Haufen Figuren kennen, alle auf verschiedenste Art und Weise verknüpft – mal direkt, mal über Ecken – und jeder irgendwie auf der Suche. Nach Identität, nach Anerkennung, nach Schuld, nach Freiheit, nach Geborgenheit, nach dem wundervollen Gefühl das tun und lassen zu können, was ein Mensch möchte, ohne irgendetwas dafür fürchten zu müssen. Ohne Ächtung, Repressalien und spöttisch lachende, unverständige Blicke. Film: Finsterworld (2013) weiterlesen

Flattr this!

Film: Sonnenallee (1999)


Trailer © by EuroVideo Medien GmbH


Fakten
Jahr: 1999
Genre: Satire, Komödie
Regie: Leander Haußmann
Drehbuch: Leander Haußmann, Thomas Brussig, Detlev Buck, Heike Sperling
Besetzung: Alexander Scheer, Alexander Beyer, Robert Stadlober, Teresa Weißbach, Detlev Buck, Katharina Thalbach, Henry Hübchen, Ignaz Kirchner, Annika Kuhl, Elena Meißner, Horst Lebinsky, Margit Carstensen
Kamera: Peter Krause
Musik: Stephen Keusch, Paul Lemp
Schnitt: Marcel Peragine, Sandy Saffeels


Review
Ost-Mutter: “Zucker müsste man haben!
West-Onkel: “Kann ich schmuggeln..
Ost-Vater: “Diabetes meint sie.
West-Onkel: “Die kann ich nicht schmuggeln!

Eine locker-leichte, (n)ostalgische Komödie aus der Feder von Leander Haußmann. Wie immer (oder zumindest meist) bei besagtem Haußmann, wäre es fatal, hier das Gezeigte für bare Münze zu nehmen. Alles (und das meint wirklich alles) ist ins Skurrile, teils Absurde verzerrt, die Figuren sind wahnsinnig eindimensionale, krass überzeichnete Abziehbildchen von Klischees und inhaltlich wird eine Ost/West-Schublade nach der Nächsten aufgemacht. Film: Sonnenallee (1999) weiterlesen

Flattr this!