Film: Spider-Man (2002)


Trailer © by Sony Pictures Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2002
Genre: Superheld, Comicverfilmung, Action
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: David Koepp
Besetzung: Tobey Maguire, Kirsten Dunst, Willem Dafoe, James Franco, Cliff Robertson, Rosemary Harris, J.K. Simmons
Kamera: Don Burgess
Musik: Danny Elfman
Schnitt: Arthur Coburn, Bob Murawski


Review

Kurz und knapp: er wird gescholten, geprügelt und verschmäht, aber ich mag Sam Raimi’s Interpretation(en) von Marvel’s blau/rotem Helden. Primär, weil das Resultat ein Film ist, der aus jedem Frame die Freude am Filmemachen versprüht und sich rundum, als Gesamtpaket, richtig und natürlich anfühlt.

Ein wenig Comic-Flavour und ein wenig reale Probleme, größtenteils tolle (damals atemberaubende) Special-Effect-Sequenzen, sowie die Konfrontation eines wahnsinnig(creepy gespielt)en Villains mit einem herzensguten Helden. Diese Zutaten in genau dem richtigen Verhältnis gemischt und trotz zahmer Grundatmosphäre immer wieder ein paar Andeutungen auf die düstere Historie des Machers eingestreut.
Fertig.

SPIDERMAN macht einfach Spaß.
Tobey Maguire ist die nahezu perfekte Besetzung für Peter Parker / Spiderman, denn wer könnte sonst einen so merklichen Kontrast zwischen starkem, selbstbewussten Helden und unsicherem, schüchternem, leicht nerdigem Außenseiter schaffen? Die zaghaften Annäherungsversuche an MJ (die im entscheidenden Moment doch nur mit zugeschnürter Kehle enden), die wortlose Hinnahme der ständigen Schubsereien und Sticheleien seiner (selbstverständlich allesamt 1,90m großen) Mitschüler, all das lässt schnell eines klar werden: Peter Parker hat nichts zu melden – bis es einmal fies zwickt!
Eine Zwicken, was zu großer Kraft führt.
Und demnach großer Verantwortung!

Raimi, der sich in der entfernten Vergangenheit nicht gerade durch fröhliche Stoffe einen Namen gemacht hatte, wählt hier den glatteren Weg und schafft ein leicht konsumierbares Endprodukt. Klingt schlimm, ist es aber nicht, denn sein SPIDERMAN ist das Paradebeispiel dafür, dass “Comichaftigkeit” in Zeiten des durchschlagenden Erfolges einer von THE DARK KNIGHT initiierten “Dark & Gritty”-Welle nichts schlechtes sein muss – im Gegenteil, eher den notwendigen Gegenpol auf dem Sektor der Helden bietet. Bunte Kostüme (wie das Power Rangers Deluxe Kostüm des Green Goblins) bildeten Jahre (Jahrzehnte?) einen essentiellen Bestandteil des Superhelden-Business, warum sollte das plötzlich verboten sein? Und warum soll man dem Horror-Trash Altmeister da einen Strick draus drehen?

Schauspielerisch passt nicht nur Maguire sehr gut in die Rolle, denn das Highlight des Films ist ohne Frage Willem Dafoe. Von selbstinduzierter gespaltener Persönlichkeit zerrissen, darf der Mann mit dem markanten Gesicht für einige wahnsinnige (noch markantere) Momente sorgen. Mimisch ohne Frage way over the top, aber Willem darf das, denn Willem kann das! Kirsten Dunst hätte sicher mehr bringen können, doch ist leider skriptbedingt nur zu einem Dasein zwischen Love-Interest und Abziehbild des armen Mädchens (mit White-Trash-Herkunft) verdonnert. Trotzdem fügt sie sich stimmig ein, und hat bereits durch einige große Momente der noch größeren Gefühle ihre Daseinsberechtigung. MJ. in Peter’s Armen, die große Liebeserklärung, ein Schlafzimmerblick trifft den anderen.. Einfach gut!

Ja, ich mag diesen Film.
Seit ich ihn das erste Mal gesehen habe, ist mein Verhältnis zu Comic-Verfilmungen sehr zum Guten gekippt und auch nach zig Durchgängen macht SPIDERMAN noch Freude. Auch wenn Spidey und der Goblin oft klar als komplett animiert zu erkennen ist, auch obwohl der Film weitere kleinere Mängel und Makel hat, auch wenn er Raimi’s endgültige Abkehr von seiner filmischen Vergangenheit einleitete. Macht nichts. Ist gut!


Wertung
8 von 10 weiten Schwüngen durch die New Yorker Straßenschluchten


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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9 Gedanken zu „Film: Spider-Man (2002)“

    1. Danke dir!
      Ich mochte den auch schon immer sehr und hab auch nach Jahren wieder gefallen dran gefunden. Bin allerdings einer der wenigen, die den ersten sogar noch lieber als den zweiten mögen. Wahrscheinlich, weil ich bei Superhelden einfach auf Origin-Storys stehe..
      Wie findest du den dritten?

      1. Guck ich mir mal an.
        Ich finde den selber recht überladen, aber war ziemlich baff, als ich erstmalig im Netz mitbekommen hab, dass der allgemein als total unterirdisch angesehen wird. Da hab ich auch mal ne Kritik geschrieben (ist wie so vieles aktuell auch noch offline). Kannst du ja dann mal lesen und wir fetzen uns ein wenig

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