Serie: Mad Men – Season #4 (2010)


Trailer © by Universal Pictures Germany GmbH / AMC


Fakten
Jahr: 2010
Genre: Drama
Showrunner: Matthew Weiner
Crew (Writer, Director, Cinematographer, Editor): IMDb-Übersicht
Besetzung: Jon Hamm, Elisabeth Moss, Vincent Kartheiser, January Jones, Rich Sommer, Christina Hendricks, Aaron Staton, John Slattery, Kiernan Shipka, Robert Morse, Christopher Stanley, Jared Harris, Alison Brie
Musik: David Carbonara


Review
Ein Jahr ist vergangen und nichts ist mehr wie es war:
Was im grandiosen Finale der dritten Staffel seinen Anfang in einem Hotelzimmer nahm, hat jetzt einen Namen (SCDP – Sterling, Cooper, Draper, Pryce), bewohnt neue, wenn auch wesentlich kleinere Büroräume und konnte vor allem die Etablierung auf dem hart umkämpften Werbemarkt erfolgreich hinter sich bringen.

Die neue Agentur wächst und gedeiht.

Doch Don Drapers Leben nicht.
Genauer gesagt, ist es ein einziger Scherbenhaufen.
Die Scheidung von Betty liegt hinter ihm, er lebt in einem kleinen, dunklen Appartement im Village und treibt in einem Strudel aus Orientierungslosigkeit durch das Leben. Kein Wille zu nichts, trotz neuer, florierender Firma auch kein Antrieb mehr da. Das Fatale dabei: All die sonstigen Ausblendungs-Mechanismen greifen einfach nicht mehr. Die hübschen jungen Frauen, der übermäßige Alkohol, der betäubende Exzess – nichts vermag über die Leere hinweg zu täuschen. Eine Leere, der er sich selbst erst einmal bewusst werden muss.

In einem nie gekannten Maße taucht die Serie MAD MEN in dieser vierten Staffel in die Psyche ihrer Figuren (und speziell von Don) ab und wühlt in den dunklen, verborgenen Winkeln von Vergangenheit und Gegenwart. Zwar sind Firma und Werbung nach wie vor Thema – von einem gewonnen Preis für einen gelungenen Werbespot (der den euphorisch feiernden Don in die ultimative Sauftour treibt), bis zum plötzlichen Verlust von für die Firma essentiell wichtigen Etats, ist alles dabei – doch ist das alles nur noch Mittel zum Zweck um zahlreiche zutiefst menschliche Geschichten zu erzählen.

Von Ängsten, von Ungerechtigkeit, von Macht, von (vergangener) Liebe, von Verlust und von so vielem mehr.
Der Bandbreite des Menschlichen Daseins – privat, beruflich, rational, emotional. Und das trifft ins Schwarze.

Was Don im Laufe dieser dreizehn Episoden widerfährt, gleicht einer schmerzhaften Katharsys. Bittere Erfahrungen, die zu einem gefährlichen Tanz am Rande des Abgrunds führen. Und so sehr man ihn auch (zu einer Hälfte, denn Ambivalenz war seit Beginn ein großes Thema) im vorherigen Verlauf der Serie hassen gelernt hat, man wünscht sich doch so sehr, dass er nicht stürzt. So wie man auch Peggy endlich die ihr gebührende Anerkennung wünscht. Und Pete wünscht, nach Jahren der Zusammenarbeit mit den alten Haudegen in der Agentur, endlich gebührend ernst genommen zu werden. Überhaupt ist die Bindung zu jeder der zahlreichen Figuren der Serie mittlerweile unheimlich stark geworden – wahrscheinlich, weil hier die Dinge eben nicht nur schwarz und/oder weiß sind, sondern sich niemals auf simple gut/böse Muster festnageln lassen. Es ist komplizierter (wie im Leben auch) und so fühlt sich MAD MEN an, als hätte man hier einen Haufen echter Menschen vor sich – mit Problemen, mit Stärken und Schwächen, mit Entwicklung.

Entwicklung die nicht immer zum positiven stattfindet, war es doch z.B. früher eher Betty Draper, der das eigenen Mitgefühl galt, so wird diese zunehmend zum unangenehmen Biest – und auch hier gilt wieder: keineswegs ohne Grund. Was in dieser Serie auf charakterlicher Ebene passiert ist immer absolut nachvollziehbar und logisch, ohne jedoch zu sehr auf der Hand zu liegen.
Rundum überzeugend geschrieben!

Die vierte Staffel war bis jetzt die stärkste – mit Abstand am abgründigsten, sehr mitreißend und bis weit hinter die Grenze der feuchten Äuglein bewegend. Perfekt!


Wertung
10 von 10 gebrochenen Don Drapers


Serie auf:
IMDB
MOVIEPILOT
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
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