Serie: Mad Men – Season #1 (2007)


Trailer © by Universal Pictures Germany GmbH / AMC


Fakten
Jahr: 2010
Genre: Drama
Showrunner: Matthew Weiner
Crew (Writer, Director, Cinematographer, Editor): IMDb-Übersicht
Besetzung: Jon Hamm, Elisabeth Moss, Vincent Kartheiser, January Jones, Rich Sommer, Christina Hendricks, Aaron Staton, John Slattery, Kiernan Shipka, Robert Morse, Christopher Stanley, Bryan Batt, Alison Brie
Musik: David Carbonara


Review
Der Anzug sitzt, das Haar voller Pomade, im Mundwinkel die Zigarette in der rechten Hand der Drink. Immer. So sind sie, die “Mad Men”, angestellte der Werbeagenturen in der New Yorker Madison Avenue.

Um diese Männer dreht sich die Serie MAD MEN.
Um ihre Jobs, ihre Persönlichkeiten und ihre Probleme.
Und genauso dreht sich MAD MEN auch um die Frauen – um die Sekretärinnen, die von den (überwiegend verheirateten) Männern kaum höher denn als erlegbares Freiwild angesehen werden. Um die Ehefrauen, die ganz im konservativen Leben der amerikanischen 60er Jahre gefangen den Haushalt machen, Kinder erziehen und vor den Eskapaden ihrer Männer mal mehr, mal weniger wissentlich die Augen verschließen. Um die zahlreichen Liebschaften und Affären der Vorzeige-Chauvinisten aus der Agentur Sterling Cooper. Und zu guter Letzt um eine der wenigen Frauen, die sich nicht länger der Männer-dominierten Welt unterwerfen wollen, die nicht mehr charmant lächelnd Sprüche schlucken, welche nah an der Demütigung rangieren und die zeigen wollen, dass sie ebenso gute und kreative Arbeit leisten können.

In der ersten Staffel nimmt MAD MEN sich eine Menge Zeit, um die Figuren nach und nach einzuführen, immerfort tiefgehender zu charakterisieren und nebenbei ein umfassendes, realistisches und für den liberal denkenden Menschen ziemlich schauriges Bild der scheinheiligen Verhältnisse in den 60ern zu zeichnen. So viel Zeit, dass es fast ein wenig schwer fällt den Zugang zu finden – hat man ihn dann, nimmt die Serie jedoch konstant Fahrt auf und beginnt immer mehr zu packen, da auf psychologischer Ebene unheimlich viel passiert.

Das ist das Stichwort, denn streng genommen gibt es keinen übergeordneten Plot. Innerhalb der Episoden schlagen sich die Jungs (und Mädels) der Agentur jeweils mit speziellen Aufträgen und Meetings herum, doch hinter der Fassade und in den Köpfen der Beteiligten beginnt es schnell zu brodeln und das ist der Inhalt von MAD MEN – ein vielschichtiges Charakterdrama. Die Zerrissenheit zwischen sicherer Familie mit Kindern und Ehefrau, oder wilden Affären wird ein Thema, das völlige Abheben der Halbgötter in grau ebenso – aus Macht, Arroganz und Narzissmus entsteht irgendwann ein Gott-Komplex, Regeln gelten nur für “die da unten” und was der mächtige Mann will, das nimmt er sich einfach – und konstant wird das Leben in der damaligen Zeit thematisiert und hinterfragt: Leben, weil es so vorgeschrieben ist, eigentlich ein Freigeist sein, aber dennoch mit 20 heiraten und Kinder bekommen – weil man es so macht. Machen muss. Ein Blick auf Zustände die durch in Zement gegossene gesellschaftliche Konventionen definiert waren, die Unmöglichkeit sich frei zu strampeln und die Unzufriedenheit auf allen Seiten, welche aus Zwang eben zwangsläufig resultiert.

Ja doch, da steckt inhaltlich eine Menge drin – außerdem ist MAD MEN fantastisch (!) ausgestattet. Nicht eine Sekunde zweifelt man an, hier wirklich das Jahr 1962 vor Augen zu haben. Absolut sehenswert und die Sucht setzt ein – während diese Zeilen entstehen ist Season 2 auch schon fast komplett durch die Leitung gewandert.


Wertung
7 von 10 gut gelaunten Werbe-Chauvis


Serie auf:
IMDB
MOVIEPILOT
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
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