Meinung: Media Monday #228

Montag. Heute komme ich wieder erst später dazu den Lückentext zum Media Monday #228 mit meinen (kursiven) Antworten anzureichern. Have Fun!


1. Eine der erschreckendsten Zukunfts-Dystopien kann ich unmöglich benennen. Das Genre ist zu divers, zu facettenreich und immer zu erschreckend, um eine einzige auszuwählen. Natürlich ist NINETEEN EIGHTY-FOUR der Klassiker, der sämtliche beklemmenden Aspekte (und leider mittlerweile viel wahres) in sich vereint, aber das Genre reizt mich in alle Richtungen, weshalb mir sowohl Young-Adult-Dystopien wie die HUNGER GAMES Reihe, wie auch klassische Medien-Dystopien, die den Werteverfall überspitzen (z.B. DAS MILLIONENSPIEL oder RUNNING MAN), oder grotesk überzeichnete Gedankenexperimente wie SNOWPIERCER eine Menge geben. Auch SciFi-Dystopien, wie jüngst ELYSIUM, oder der Klassiker BLADE RUNNER holen mich fast ausnahmslos ab. Allerdings merke ich gerade, obwohl ich alles auf eigene Reviews verlinken konnte, wie sträflich unter-repräsentiert das Genre hier im Blog noch ist – das muss sich ändern.

2. Udo Kier gibt immer wieder ungemein charismatische Bösewichter, leider jedoch mesit in absoluten Schrott-Produktionen. Dabei kann der Mann doch SO viel mehr! Glaubt ihr nicht? Dann schaut doch mal die Miniserie GEISTER, oder seine Auftritte in den irren Schlingensief-Filmen an.

3. Bei NOAH hatte ich wohl eine völlig falsche Erwartungshaltung, denn ich hoffte auf ein beklemmendes Aronofsky-Drama und bekam einen Blockbuster aus dem Computer, in dem Tiefe wenn überhaupt angedeutet war.

4. Ist ja toll, was technisch heutzutage alles möglich ist, aber digitale Effekte in rauen Mengen zu integrieren, ohne das Gesamtbild dadurch ins negative zu verschieben haben sie immer noch nicht möglich gemacht! Dabei sieht das alles zwar schon sehr realistisch aus – nur eben nicht realistisch genug. Belebte Figuren sind immer am dööfsten.

5. Wäre doch klasse, wenn Blogs auch mal gelesen werden würden!

6. ____ war als simple Urlaubslektüre o.ä. gedacht, doch ____ . Meine letzten Urlaubslektüren (Don DeLillo, Strugatzki-Brüder, die WATCHMEN-Vorlage) waren nicht als Berieselung gedacht. Besonders im Urlaub, wo man den Kopf frei hat, kann man doch weniger simple Sachen lesen

7. Zuletzt habe ich den unfassbaren Über-Film IT FOLLOWS gesehen und das war verstörend bis ins letzte, weil irgendetwas in mir extrem in Resonanz mit dem Horror des Grundthemas ging. Ein absolut unglaublicher Film! Das Konzept: so simpel wie genial. Der Effekt: totale Paranoia. Ein so umfassendes Gefühl von allgegenwärtiger Bedrohung ist mir selten untergekommen – dass jeder peripher sichtbare Mensch im Film als Bringer des Verderbens möglich ist und jeder Kameraschwenk potentiell Unheil bringen kann, hat mich nachhaltig verstört, beim Schauen den völlig irrationalen Drang erzeugt, mich unterm Sofa zu verstecken und im Nachgang einen dermaßenen Brainfuck ausgelöst, wie ich ihn nicht mehr hatte, seit ich mit 10 Jahren heimlich ALIENS gesehen habe. Im Sinne von: mit ungutem Gefühl vor dem Einschlafen Nachts im Bett liegen, etc. Durchweg, jede einzelne der 100 Minuten Laufzeit, spannend und zwar im Sinne von massivem Herzklopfen, Schweißausbrüchen und Atemnot. Von den vielseitigen Deutungsmöglichkeiten, die von genereller Horror- / Sexualitäts-Symbolik bis ins Coming-Of-Age rein reichen, gar nicht zu reden. Horror-Mimose Jacker hat seinen neuen (zeitgenössischen) Meister der Creepiness gefunden und wenn ich nicht ein paar kleinere Kunstfehler und Ungereimtheiten entdeckt hätte, wäre das ‘ne glatte instant 10 geworden. Puh, ich stand nach dem Teil echt neben mir.


So. Viel Spaß mit der Woche!