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Meinung: Media Monday #180

In letzter Zeit hab ich es leider ständigmehrfach vergessen beim Media Monday mitzumachen. Kann passieren, denn die Maloche fordert momentan hart, zudem hatten der Start meines Podcasts und der Blogumzug zeitliche Priorität. Ihr seht: im realen und im Online-Leben war viel los! Nun ist es aber endlich mal wieder and er Zeit


1. Wenn ich mir meine Filmvorlieben so anschaue, muss ein Film vor allem eines haben, um mich zu begeistern: Elemente, die mich dazu bringen über die verschiedensten Themen nachzudenken! Manchmal sind das bis ins letzte ausformulierte Plots, die thematisch viel Gehalt bieten, besser funktioniert es aber sogar, wenn der Film nur Impulse setzt! Nach GRAVITY sinnierte ich ewig über das Verhältnis von Mensch, Lebensraum und Universum, nach SPRING BREAKERS drehte sich mein Geist um Realitätsflucht, Ausbruch und fragwürdige Erfüllung im Exzess. Usw.

2. Erfahrungsgemäß gefallen mir Filme mit Mystery bzw. surrealen Elementen auch überdurchschnittlich oft, denn ich liebe es, wie z.B. bei LOST HIGHWAY (von David Lynch) oder UPSTREAM COLOR (von Shane Carruth) im Nachhinein zu rätseln, was ein Director mit den einzelnen Szenen, Motiven, oder Handlungsverläufen aussagen wollte. Auch hier wieder: schwammige Ausformulierung stimuliert meinen Geist einfach mehr.

3. Die Tötung von dem alten Mann im Rollstuhl in DER PIANIST war für mich besonders schockierend, weil sie in einem einzigen Moment sämtliche unmenschliche Grausamkeit, den unvorstellbaren, blinden Hass und den vollständigen Verfall essentieller Werte wie Würde im NS-Regime auf den Punkt gebracht hat. Wenn Menschen andere Menschen nicht mehr als solche betrachten, haben sie selbst alles verloren, was sie einst zu einem machte!

4. Das coolste Vater-Sohn-, alternativ Mutter-Tochter-Gespann sind Dr. Hasenbein und Peterchen. In welchem Film? Hier ein Tipp: Wir sind die 5 vom Waisenhaus und Tante Uschi gibt ein’ aus, für jeden eine Currywurst, nur der Carlos hat noch Durst!

5. Selten wurde Krieg glaubwürdiger und grausamer dargestellt als in bereits oben genanntem DER PIANIST. Nicht nur besagte Szene, sondern die ganze Zeichnung des Krieges und verachtenden Hasses am Beispiel des Einzelschicksals von Wladislaw Spzilman hat mir zweieinhalb Stunden lang auf unangenehmste Weise die Kehle zu geschnürt.

6. Nicht unbedingt ein Weihnachtsfilm, ist es inzwischen quasi Tradition, dass ich mir alljährlich in seltsamer Verwunderung sage, dass ich ja gar keine Weihnachtstradition pflege. Vielleicht sollte ich mal BAD SANTA gucken.

7. Zuletzt gesehen habe ich im Rahmen meiner aktuell in gemütlichem Tempo fortschreitenden David Lynch Werkschau seinen zweiten Langfilm DER ELEFANTENMENSCH und das war fast schon überraschend, weil ich den Film zwar als Lynch’s “normalsten” in Erinnerung hatte, allerdings nicht mehr als so unglaublich gehaltvoll in Bezug auf die Natur des Menschen. Von Moral, über Respekt(losigkeit) und Egoismus, bis hin zu völlig ehrlicher Emotion, steckt so vieles darin!


So viel von mir, wohl bekommt’s!

5 Gedanken zu „Meinung: Media Monday #180“

  1. “Die Tötung von dem alten Mann im Rollstuhl in DER PIANIST” habe ich nie mehr aus meinen Kopf verdrängen können. Eine der grausamsten Szenen aller Zeiten.

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