#japanuary/#52FilmsByWomen: Lost in Translation (2003)

Titelbild © by Constantin Film

Facts
Jahr: 2003
Drehbuch/Regie: Sofia Coppola
Cast: Bill Murray, Scarlett Johansson
Genre: Coming-Of-Age, Slice-Of-Life, Drama

#52FilmsByWomen
Alles zur Aktion findet ihr auf dieser Seite: https://jackers2cents.de/52filmsbywomen/

Review
Ein alternder Mann, der sich über die Jahre zunehmend von einer Welt, die ihm nur noch absurd erscheint entfremdet hat, trifft auf ein junges Mädchen, welches überhaupt noch nie wirklich Zugang zu eben dieser hatte. Melancholische Nachdenklichkeit und vorsichtiges Coming-of-age in wunderbarem Einklang. 

Die überwältigende, den einzelnen in die totale Anonymität zwingende Kulisse von Tokyo (plus die allgegenwärtige Sprachbarriere) ist hierbei ein fein gewähltes Sinnbild für Isolation inmitten von Millionen, aber wandelt sich im Laufe des Films zur Chance auf Neuanfang. 

Als “Westler” in dieser bunten, lauten Fremde, deren Takt, Rituale und Abläufe man nicht versteht, weil sie zu fern des eigenen Lebens liegen, werden unsere Protagonisten zunächst förmlich in die Einsamkeit und Lethargie gezwungen – kein Wort um sie herum wird verstanden, die Masse an Reizen und Eindrücken erscheint leer und bedeutungslos. Doch gerade diese Einsamkeit treibt Bill und Scarlett letztendlich aufeinander zu und lässt sie – gemeinsam – plötzlich wieder zurück ins Leben finden. Sich Halt geben. Die Verlorenheit kippt in Freiheit, ein Schalter wird umgelegt und alles scheint wieder möglich. 

Ob es nun wirklich aufkeimende Liebe, oder eher Freundschaft, oder vielleicht sogar nur Kameradschaft aufgrund des gleichen diffusen Gefühls zum Leben ist, was die zwei Protagonisten verbindet und zusammen schweißt, lässt Coppola angenehm offen. Wir können es selbst in den Film legen, lesen wie wir wollen, genauso wie die langen, ruhigen Einstellungen zuvor uns bereits genügend Gelegenheit gaben, die eigene Gefühlswelt auf den Film zu projizieren. 

Schön, wirklich schön!

Wertung
8 von 10 gegröhlten Karaoke Songs