Horrorctober 2014, Film #3: Don‘t Be Afraid Of The Dark (2010)


Trailer © by STUDIOCANAL


Es ist #horrorctober!
Was das ist und wer da mit macht, könnt ihr auf dieser Sammelseite der Cinecouch nachlesen. Wer meinen textuellen Ergüssen zum dunkelsten aller Genres regelmäßig beiwohnen will, kann natürlich diesen Blog hier, aber auch gern meiner Letterboxd-Liste, oder mir auf Twitter folgen. Nun zum Film…


Fakten
Jahr: 2010
Genre: Horror, Spukhaus
Regie: Troy Nixey
Drehbuch: Matthew Robbins, Guillermo del Toro, Nigel McKeand
Besetzung: Katie Holmes, Guy Pearce, Bailee Madison, Jack Thompson, Garry McDonald, Alan Dale, Julia Blake
Kamera: Oliver Stapleton
Musik: Marco Beltrami
Schnitt: Jill Bilcock


Review
Preisfrage: Ich nehme eine millionenfach durchgekaute Prämisse, schreibe um sie ein völlig hölzernes, spannungsarmes und im höchsten Maße langweiliges Drehbuch herum und entwerfe die mit Abstand lächerlichsten und ungefährlichsten Filmmonster, die einem menschlichen Hirn entspringen können – was bekomme ich?

Ein Meisterwerk? Falsch, versuch es nochmal! Ein Avantgarde-Kunstwerk? Nah dran, noch ein Versuch. Einen zum sterben langweiligen Film, der unterm Strich ein einziges Ärgernis ist? Richtig, Volltreffer, lag ja quasi auf der Hand!

Ich solle mich nicht vor dem Dunkeln fürchten, weist mich der Titel dieses, von Guillermo del Toro mit geschriebenen (WTF²?), Krümels vertrockneten Brotes an. Werde ich auch nicht. Gibt es einen Film, der das ändern kann, dann ist DON’T BE AFRAID OF THE DARK so weit wie es nur irgend geht davon entfernt, eben dieser Film zu sein. Lichtjahre, Galaxien, Universen davon entfernt. Entweder, Labels wie “Written by..”, “Produced by..” oder “Presented by Guillermo Del Toro” bedeuten heute absolut gar nichts mehr (was seit dem HOBBIT und PACIFIC RIM leider beinah denkbar erscheint), oder der gute Mann aus Mexiko hat hier noch jemandem einen gewaltigen Gefallen geschuldet, eine Szene ins Drehbuch geschrieben (wahrscheinlich den Hammer in der Eröffnungsszene) und dadurch seinen Namen zum anziehenden Magneten in der Filmcrew spendiert.

Guy Pearce, Katie Holmes und Marco Beltrami schuldeten wahrscheinlich auch noch Gefallen. Nur wem? Einem Zigarre rauchenden Studioboss mit gegelten Haaren, der mit günstigem Horror große Dollars machen wollte? Denkbar. Aber sie haben ihm gekonnt die Tour vermiest – Pearce und Holmes spielen über die Laufzeit weit unter Wert, maximal auf Sparflamme. Kann Absicht sein, kann aber auch dem Skript geschuldet sein, was schlichtweg keine Basis für überzeugendes Schauspiel bietet. Beltrami steckt mit in der Verschwörung und komponiert so phänomenal am Thema vorbei, dass bei geschlossenen Augen sofort im Kopf das epische Historiendrama, anstatt des Spukhaus-Horrors weiter läuft.

Keinerlei überzeugende Atmosphäre, katastrophales Pacing und eine Lächerlichkeits-Dichte, die ihresgleichen sucht. Nicht dass die Figuren in ihrer stoischen Unmotiviertheit reichen würden, oder der pompös-unpassende Score alles täte, um aus dem Film heraus zu werfen – anstatt zu fesseln – als dann erstmalig ominöses Flüstern in den Tiefen des ach so gefährlichen Schlosses beginnt und nach 20 Minuten eine Armada an schlecht gelaunten Kampf-Ratten aus den Untiefen der gefährlich-bösen Vergangenheit aufsteigt ist Ende. Das letzte Aufbäumen gegen das Totalversagen der Beteiligten äußert sich in den Versuchen billige Jump-Scares an den Mann zu bringen. Auch das scheitert. Immerhin haben sie zur Synchronisation dieser albernen Computer-Monster Beavis & Butthead herangezogen, die in feinster Grunz und Sabber-Manier ihre Klangwelten zum besten geben.

Aus Belanglosigkeit erwuchs Kopfschütteln, aus Kopfschütteln erwuchs wütende Ungläubigkeit über das Resultat eines auf dem Papier so vielversprechenden Projektes. Wie kann man so etwas drehen, sich das fertige Stück Film ansehen und dann grinsend, mit den Worten: “Haben wir gut gemacht” auf die Schulter klopfen? Wobei: Sprechen konnte, bei all dem schrillen Gekreische, sicher zumindest die weibliche Hälfte des Casts nicht mehr. Wenn schon kein scary Nachgeschmack bleibt, Tinnitus ist doch auch etwas?! Guillermo, was tust du nur..


Wertung
1 von 10 grunzenden Aggro-Ratten


Weblinks
IMDB
OFDB
MOVIEPILOT
ROTTEN TOMATOES
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
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