Film: Die Haut, In Der Ich Wohne – La Piel Que Habito (2011)


Trailer © by Universum Film GmbH


Fakten
Jahr: 2011
Genre: Drama, Psychothriller, Mystery
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro AlmodóvarAgustín Almodóvar
Besetzung: Antonio Banderas, Elena Anaya, Jan CornetMarisa Paredes
Kamera:  José Luis Alcaine
Musik: Alberto Iglesias
Schnitt: José Salcedo


Review
Ich liebe es, dieses Gefühl mit offenem Mund da zu sitzen wenn der Abspann läuft und völlig umgehauen zu sein, weil ich einen emotionalen, visuellen und sehr eingängigen Trip hinter mir habe!

Mal wieder hat es sich rentiert nicht mal den Klappentext zu lesen, sondern mich lediglich auf die Vorkenntnisse zum Regisseur zu verlassen um mir diesen Film anzusehen. Denn jegliches Vorwissen zu DIE HAUT IN DER ICH WOHNE kann hier vielleicht schon die Dampflok, die mit 200 Tonnen Wucht von einem Moment auf den anderen über uns drüber prescht, ein wenig ausbremsen. Denn wenn Almodovar hier eins besonders schafft, dann uns (mich zumindest) wirklich die ganze Zeit völlig darüber im Dunkeln zu lassen wohin die Reise gehen könnte. Bis halt das Tuten der Dampflok zu hören ist. Und zwischen Tuten und Kollision vergeht nicht mehr viel Zeit.

Meisterhaft (und nichts anderes!) ist das perfekte audiovisuelle Gesamtkonstrukt was hier geschaffen wurde. Bilder von atemberaubender Schönheit und Komposition, ein perfektes Tempo, wundervolle und auf den Punkt passende musikalische Untermalung und dazu dieser dauerhafte Schleier der Undurchsichtigkeit. Da stimmt einfach alles. Vielleicht ist der wahnsinnige Plot ja auch viel offensichtlicher, als es mir beim Schauen des Werkes erschien? Und mir einfach entgangen, wie es unausweichlich kommen muss? Ich kann es mir nicht vorstellen und sollte es so sein, sehe ich das so: ich lasse mich nun mal einfach gern berauchen und verzaubern, anstatt schon mittendrin verkopfte Analysen zu starten.

Was so unscheinbar beginnt und Stück für Stück Puzzle artig kleine Einblicke in die tragische Geschichte eines gebrochenen Mannes gibt, entwickelt sich im weiteren zum puren Wahnsinn, zum ultimativen Horrorfilm (und das meine ich wirklich so!).
Wer ist Hannibal Lector? Wer war Jack Torrance?
Ich habe soeben Dr. Ledgard kennen gelernt!
All die großen Wahnsinnigen der Filmgeschichte verblassen ein wenig, die Entladung ihrer Störungen in simple körperliche Gewalt erscheint nahezu stumpfsinnig, verglichen mit dem ‘Werk’ was wir hier geboten bekommen.

Sicher wird der ein oder andere Realismus-Freak durch diesen Film in den Grundfesten seines beschränkten Weltbildes gestört, die Jagd nach ‘unrealistischen Szenarien’ und “Logiklücken” (Pfui, dieses Wort allein) dürfte sicher ertragreich sein, aber ich empfehle nur so viel: Lasst euch auf dieses gnadenlose Spiel aus Verzweiflung, Schmerz und Hass ein, lasst euch an der Nase herum führen, euch verwirren, euch schocken und werdet durch eine wundervolle filmische Erfahrung belohnt!

Großartig geschrieben, großartig gespielt, großartig inszeniert.


Wertung
9 von 10 irren medizinischen Projekten


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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