Film: Collateral Damage (2002)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Universum Film


Fakten
Jahr: 2002
Genre: Action
Regie: Andrew Davis
Drehbuch: Ronald Roose, David Griffiths, Peter Griffiths
Besetzung: Arnold Schwarzenegger, John Leguizamo, Francesca Neri, Elias Koteas, Cliff Curtis, John Turturro, Jsu Garcia, Raymond Cruz
Kamera: Adam Greenberg
Musik: Graeme Revell
Schnitt: Dov Hoenig, Dennis Virkler


Review
Was für ein Quark. Eine Farce und in Anbetracht von Arnie’s früheren Rollen ein Trauerspiel. Wenn Arnold Schwarzenegger nämlich im Dschungel gegen Guerillas, Terroristen, von mir aus auch Aliens kämpft, er dabei alles wegholzt, einiges explodiert, die eine oder andere Patronenhülse verschossen wird und der zuständige Filmemacher keine Chance auslässt, des Herren (auch 2002 noch stattliche) Statur in den Fokus zu setzen, dann gibt es nun mal diverse Referenzen mit denen sich jeder neue Ansatz, der versucht beschriebenes Szenario frisch aufzukochen, messen muss – und in diesem Fall dabei kläglich scheitert.

Puh, langer Satz.

Dennoch wahrscheinlich nicht ganz so schwer zu lesen, wie es ist, bei COLLATERAL DAMAGE nicht einzuschlafen, denn dieses uninspirierte Machwerk, rangiert nah am völligen Schund. Regisseur Andrew Davis – früher durch geradlinige, teils fragwürdige Actioner zu einem Hauch von Ruhm gelangt – beweißt hier eindrucksvoll, dass ihm jegliches Gespür für Timing und Fluss eines Films endgültig (falls er es je hatte) abhanden gekommen ist. Zwar sind 2-3 Krawall-Szenen solide gemacht (z.B. Wasserfall oder Gefängnis), aber ansonsten gilt: Leerlauf trifft auf 08/15-Actioner, gefolgt von Leerlauf. Diese Prozedur bitte auf Dauerloop schalten.

Feuerwehrmann (welch heroischer Beruf das doch bereits ist) Gordon Brewer (nennen wir ihn einfach Arnie) erlebt schlimmes, das böse C.I.A. (oder F.B.I.?) unternimmt aber nichts, also geht es ab nach Kolumbien – Selbstjustizurlaub vs. Wander-/Raftingtrip als Pauschalreise. Das müsste bei entsprechender Inszenierung für sich genommen noch nicht zum Strick um den Hals der Macher werden. So todernst wie dieser Streifen jedoch versucht in den Nuller Jahren die Achtziger so fortzuführen, als hätte es nicht mal die Neunziger gegeben, ist schon vom Ansatz her ein Todesstoß – Samourai-mäßig in den Bauch und dann schön hoch die Klinge – so bleibt dem Film wenigstens das reaktionäre Lachen im Halse stecken.

Arnie ist nun also da unten, wo alles ganz böse ist und Leichen rumliegen und ein Genozid den anderen jagd und alle Menschen immer und überall nur Angst haben unterwegs und wird recht schnell gefangen genommen. Dann spielt er MacGyver, jagt alles in die Luft und macht sich auf zum nächsten Etappenziel. Da gerät er dann wieder in Bedrängnis, doch die Lösung liegt nah: Er spielt kurz MacGyver und sprengt wieder alles in die Luft. Weiter geht es. Feinde nahen. Also spielt Arnie einfach noch mal ein wenig MacGyver und schon knallt’s wieder. So werden dann die bösen Terrorist-Guerilla-Nazi-Kommunisten (was genau sie sind ist egal, sind halt Nicht-Amerikaner und wer dieser Beschreibung entspricht hat in diesem Film selbstverständlich per se Dreck am stecken) besiegt und der großartige Held reitet in den Sonnenuntergang.

Schätze ich mal, denn nach unendlich langen 90Minuten (die Laufzeit von 115 Minuten ist ein schlechter Scherz) habe ich den Kampf gegen die Augenlider verloren. Kein Verlust. Wenn ich Filme in dem Stil sehen will, gucke ich COMMANDO, denn der hat wenigstens Humor – diese traurige Talent-Verschwendung hingegen eigentlich nicht mal eine Existenzberechtigung.


Wertung
2-3 von 10 MacGyver-Explosionen im Dschungel


Veröffentlichung
COLLATERAL DAMAGE ist bei Universum Film als BluRay und DVD erschienen.


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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