Animationsfilm: Mr. Peabody & Sherman (2014)


Trailer © by 20th Century Fox


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Animationsfilm, Kinderfilm, Abenteuer, Komödie, Zeitreise
Regie: Rob Minkoff
Drehbuch: Craig Wright, Robert Ben Garant, Thomas Lennon, Michael McCullers
Voice-Cast: Ty Burrell, Max Charles, Stephen Colbert, Leslie Mann, Ariel Winter
Animation: DreamWorks Animation
Musik: Danny Elfman
Schnitt: Michael Andrews


Review
Ein kleiner, ulkiger und liebevoll gemachter Animationsfilm, der leider in Deutschland ziemlich unter dem Radar gelaufen ist, obwohl er gerade für Film-Nerds einen Haufen toller Momente, viel Wortwitz (und -spielerei) und üppige (Pop)kultur-Anspielungen bietet.

In den USA sind die zwei Hauptfiguren wohl recht bekannt, ich hingegen hatte noch nie etwas von ihnen gehört – demnach konnte mich bereits die Grundprämisse überraschen: Der schlauste Wissenschaftler der Welt ist ein Hund namens Mr. Peabody, hat zahlreiche Preise gewonnen und jüngst vor Gericht das Recht erstritten einen (menschlichen) Jungen namens Sherman zu adoptieren. Gemeinsam treiben die beiden allerlei Schabernack und reisen mit Peabody’s Zeitmaschine durch die Epochen, um historische Persönlichkeiten zu besuchen, mit denen sie beide auf Du sind. Und wichtig: Sie reisen zu zweit – als Vater und Sohn. Als Sherman dann jedoch in einer Mischung aus gekränktem Stolz und erstmaliger Hormon-Überflutung plötzlich im Alleingang durchstartet, sind die Probleme vorprogrammiert.

Was im Verlauf der entstehenden humorvoll-überdrehten Geschichtstunde auf den Zuschauer einprasselt, ist trotz ab und an recht kindlicher Machart ein Genuss für jeden Filmfreund: Da wird ein schräges Zeitreise-Szenario aufgemacht (wir wissen schließlich alle, dass man seinem alternativen Ich nicht über den Weg laufen sollte, denn das Ergebnis sorgt für weirden Nerd-Alarm!), in Hyper-Slow-Motion “für Sparta“ gekämpft, Doc Peabody warnt vor Rissen im Raumzeit-Kontinuum, über New Yorker Wollenkratzern tun sich Welten-Portale auf, und, und, und – die Zitate-Flut ebbt nicht an, fügt sich aber dennoch ganz natürlich und ungezwungen ins Gesamtbild ein. Hier atmen die Bilder die pure Freude am Kino, große Genre-Vorbilder werden gehuldigt und das Mashup macht tierisch Spaß.

Außerdem verpasst der Film nicht, auf (für einen Animationsfilm) recht subtile Weise einige ernstere Töne anzuschlagen. Nebst satirischer Überzeichnung diverser menschlicher Stereotypen, welche wundervoll manch anstrengende Eigenart unserer Mitmenschen hervor filetiert, erzählt die Geschichte rührend von enttäuschten Erwartungen und gebrochenen (Väter-)herzen. Der arme Peabody wollte doch nur das beste für seinen Jungen – etwas was Söhne bekanntlich nicht immer direkt erkennen. Am Ende, nachdem das alte Ägypten, Griechenland und Rom bereist und kräftig durchgeschüttelt wurden, steht zwar eine recht simple (dadurch aber nicht weniger richtige) Botschaft, wie wir sie aus Kinderfilmen bereits zur Genüge kennen – der quirlige Weg dahin gestaltet sich aber als gelungene Achterbahnfahrt.

Gelungene, zu unrecht relativ unbekannte Sci-Fi-Komödie für Kinder, Nerds und solche die es werden wollen.


Wertung
7 von 10 miefigen Spartanern


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
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