Meinung: Media Monday #208

Bonjour. Wie geht’s? Mir gut. Deswegen beantworte ich jetzt Wulf’s Fragen zum Media Monday #208. Verrückt, oder?


1. Gegenüber Serien sind Filme kürzer, haha. Aber im ernst: natürlich müssen Filme die sich über inhaltliche Narration definieren viel mehr auf den Punkt geschrieben sein und dürfen sich nur sehr bedingt in Nebenplots verfransen. Aber ich finde sowieso nicht, dass die beiden Erzählformen überhaupt vergleichbar sind – beide Medien erreichen verschiedene Effekte, die das jeweils andere formatbedingt nicht erreichen kann!

2. Der Moment, als [Achtung, krasser Spoiler für HOUSE OF CARDS Season 3] Doug im Staffelfinale, nachdem man die ganze Zeit über so sehr hoffte, dass die arme Rachel (die ja einfach nur einmal zur falschen zeit am falschen Ort war) irgendwie ihr Leben leben können wird, sie erst laufen lässt und dann doch noch tötet ist kaum zu ertragen gewesen. Wie unglaublich ich ihn gehasst habe und ihm in S4 einfach NUR NOCH Tod und Verderben wünsche. Meinung: Media Monday #208 weiterlesen

(Neuer) deutsch(sprachig)er Genrefilm #7: Blutgletscher (2013)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Koch Media GmbH


Fakten
Jahr: 2013
Genre: Horror
Regie: Marvin Kren
Drehbuch: Marvin KrenBenjamin Hessler
Besetzung: Gerhard Liebmann, Edita Malovcic, SantosHille BeselerPeter KnaackFelix RömerBrigitte KrenMurathan MusluMichael FuithAdina Vetter
Kamera: Moritz Schultheiß
Musik: Marco DreckkötterStefan Will
Schnitt: Daniel Prochaska


Review
Hat der Mensch es nun endgültig so weit getrieben, dass der Natur nur noch zwei Möglichkeiten bleiben: Unter der Last der skrupellosen menschlichen Zerstörung untergehen, oder mit drastischen Mitteln zurückschlagen?

BLUTGLETSCHER von Marvin Kren malt schwarz: eine triefend-schaurige Öko-Horror-Antwort auf diese Frage wird unausweichlich und gnadenlos über die Welt hereinbrechen – das war’s Leute, Evolution war gestern, groteske Mutationen aus der Tierwelt werden einen verheerenden Befreiungsschlag gegen euch und eure Ausbeutung landen. In knapp über 90 Minuten steht diese Horror-These im Raum und es ist beachtlich, wie gut der allegorische Weg zu dieser Erkenntnis funktioniert – schließlich bewegen wir uns mit Horror in einem Genre, wo doch sonst allzu oft mit naiver Selbstverständlichkeit laut und tosend gegen die Wand gefahren wird.
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Kurzfilm: Kung Fury (2015)


Film © by Laser Unicorn Productions


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Action, Trash, Hommage
Regie: David Sandberg
Drehbuch: David Sandberg
Besetzung: David Sandberg, Jorma Taccone, Steven ChewLeopold NilssonAndreas CahlingPer-Henrik ArvidiusErik HörnqvistEleni Young,  Helene AhlsonDavid Hasselhoff
Kamera: Diverse
Musik: Johan BengtssonLost YearsPatrik Öberg
Schnitt: Nils Moström


Review
Alle Regler auf 11. Nee. 12! Überzeichnung jedes nur denkbaren 80er- und Action-Tropes bis in die totale Absurdität und dann Vollgas, Vollgas, Vollgas – reicht das als Konzept, für einen funktionierenden Film? Es kann und in diesem Fall geht die Rechnung größtenteils auf.

Wie viel an einem Film wie KUNG FURY kalkulierte Trash-Sensation zur Markt-Bedienung und wie viel ehrlicher künstlerischer Ausdruck des Machers ist, kann niemand mit Gewissheit sagen, daher muss darüber überwiegend das Herz entscheiden. Und im Gegensatz zu unangenehm aufdringlich die Schlechtigkeits-Fahne schwenkenden Machwerken wie SHARKNADO, ATLANTIC RIM, oder ähnlichem pseudo-Trash aus dem Hause Asylum, spürt es in diesem Fall über weite Strecken eine Menge Herzblut und sagt: passt! Hier scheint nichts lediglich um der Schlechtigkeit Willen zu existieren (denn schlecht im technischen Sinne ist KUNG FURY gar nicht), hier hatte eher jemand mit offensichtlicher filmischer Sozialisation Lust mal so richtig auf die Kacke zu hauen. Kurzfilm: Kung Fury (2015) weiterlesen

LP: Chromatics – Drumless (2012)


Quelle: Sylvester F YouTube-Kanal


Die Chromatics sind eines der vielen Projekte von Johnny Jewel, seines Zeichens Labelchef von Italians Do It Better. Ich hab die Band mal entdeckt, weil ich darüber gelesen hatte, dass sie eigentlich den Soundtrack zu DRIVE (*) produzieren sollten, allerdings im letzten Moment vom Studio rausgekickt und durch Cliff Martinez ersetzt wurden. DRIVE ist zwar in meinen Augen perfekt so wie er ist, aber der Score von Jewel kann sich auch sehen hören lassen – inspizieren kann man die 36 (!) Stücke unter dem Titel THEMES FOR AN IMAGINARY FILM. Lange Rede, kurzer Sinn, so bin ich zu den Chromatics (und Jewels’ weiteren Projekten Desire und Glass Candy) gekommen und seitdem vom Retro-Synth-Wave-Sound all dieser Bands begeistert. Was ich jedoch verpasst hatte: 2012 kam zum Album KILL FOR LOVE einige Monate später eine (laut Pitchfork) frei verfügbare Variante namens DRUMLESS heraus – elf Tracks des Album sind, wie der Name schon sagt, in eine Perkussion-freien Version enthalten. 2014 wurde dann ein Teil des ganzen doch noch stark limitiert auf Vinyl und über iTUNES hinterher geschoben (die nur noch acht Tracks enthält) – Veröffentlichungschaos! Wichtig ist aber der Sound: Im Resultat entsteht eine seltsame Stimmung – tragende Synth-Pop Balladen voller Gefühl könnte man sagen. Hörenswert, besonders als Ergänzung zum eigentlichen Album. LP: Chromatics – Drumless (2012) weiterlesen

GeSneakt: Trash (2014)


Trailer © by Universal Pictures Germany GmbH


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Abenteuer, Gesellschaftskritik, Thriller
Regie: Stephen Daldry, Christian Duurvoort (co-Director)
Drehbuch: Richard CurtisFelipe Braga (co-Writer), Andy Mulligan (Roman)
Besetzung:  Eduardo LuisRickson TevezGabriel WeinsteinSelton Mello, Rooney Mara, Martin Sheen, Wagner Moura
Kamera: Adriano Goldman
Musik: Antonio Pinto
Schnitt: Elliot Graham


Review
Man bekommt oftmals den Eindruck, dass in der westlichen Filmrezeption ein seltsamer Glaube vorherrscht: Wenn Filme in Ländern, sozialen Schichten oder Milieus angesiedelt sind, die gemessen an unserem eigenen luxuriösen Lebens-Standard unendlich arm erscheinen, dann können diese Filme ja per Definition nur authentisch sein, wenn es den gezeigten Menschen ausnahmslos und von vorn bis hinten so richtig dreckig geht. Gehen die Filmemacher bewusst einen anderen Weg, fokussieren sich eher auf Aspekte wie Lebensfreude und Hoffnung, bzw. verwehren uns den (leider sehr gewohnten) Mitleids-Blick von außen, dann werden schnell besagte Stimmen laut: der Ton sei viel zu positiv und verkläre die Armutsverhältnisse, es handle sich um belangloses Feelgood-Kino, das von realen Verhältnissen ablenke, etc.
Aber ist das so? GeSneakt: Trash (2014) weiterlesen