Schlagwort-Archive: Undercover

Film: Imperium (2016)


Imperium (IMDb) – Thriller, USA, 2016 – Regie: Daniel Ragussis, SkriptDaniel Ragussis, Kamera: Bobby Bukowski, Musik: Will Bates, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Ascot Elite Home Entertainment


Review
Undercover unterwegs in der Welt der verklärten Ideologien und des zügellosen Hasses, die Gefahr von Rechts bekommt ein Gesicht. Wenn auch „nur“ ein simpler, geradliniger Genrefilm, der weniger in Psychologie einsteigt, als durch Tempo und Spannung zu fesseln, ist IMPERIUM doch allein aufgrund seines generellen Anliegens, in einer Filmlandschaft, welche bärtige Araber nur allzu gern als alleiniges, bombenlegendes Feindbild staffiert, auch mal den schwelenden Terror von rechts zu thematisieren, ein willkommener, vielleicht gar wichtiger Film.

An den offiziellen Wegen vorbei rekrutiert von einer nervösen, ständig Kaugummi kauenden Vorgesetzten, welche meint aussagekräftige Informationen über Aktivitäten des rechten Sektors im Gebiet der amerikanischen Hauptstadt gesammelt zu haben und einen nuklearen Anschlag wittert, zieht es Daniel Radcliffe als Nate Foster tief hinein in die modrigen Arme des Nazi-Sumpfes. Anfangs noch unbedeutendes Leichtgewicht des C.I.A., nun über Umwege inmitten der aggressiven White Power-Bewegung angelangt, bleibt der Film nah bei ihm und es gelingt Radcliffe ihn zu stemmen.  Film: Imperium (2016) weiterlesen

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Film: Point Break (2015)


Trailer © by Concorde Film


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Action, Sportfilm
Regie: Ericson Core
Drehbuch: Kurt Wimmer
Besetzung: Edgar Ramírez, Luke Bracey, Ray WinstoneTeresa PalmerMatias VarelaClemens SchickTobias SantelmannDelroy Lindo
Kamera: Ericson Core
Musik: Junkie XL
Schnitt: John DuffyGerald B. GreenbergThom Noble


Review
Ein Hollywood-Remake wäre kein Hollywood-Remake, wenn es nicht (streng nach den ungeschriebenen Regeln der Traumfabrik) versuchen würde, in sämtlichen Belangen eins auf die eigene Vorlage draufzusetzen. Folgerichtig gibt sich die 2015er Variante von Katherine Bigelow’s 1991er Surf- und Undercover-Klassiker (bzw. wohl eher Geheimtipp) POINT BREAK nicht damit zufrieden, den Protagonisten und ermittelnden Undercover-Cop erneut ins Milieu der Wellenreiter zu schicken – nein, etwas größeres, krasseres, epischeres muss her.

Und so trägt es sich zu, dass besagter Johnny Utah, Jahre nachdem er die eigene Extremsport-Karriere beendete, weil ein guter Freund aufgrund von Johnny’s waghalsiger Sorglosigkeit beim Motocross das Zeitliche segnete, als angehender FBI-Agent auf die Fährte einer Bande komplett durchgedrehter Extremsportler gelangt. Sportler, die schlichtweg alles können. Diesen Typen reicht das Reiten von Riesen-Wellen nicht, auch Base-Jumping, Wingsuit-Flüge extremstes Helicopter-Snowboarding und weitere Disziplinen, die die Liste vervollständigen würden, gehören zu ihrem Repertoire.  Film: Point Break (2015) weiterlesen

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(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #12: Auf Kurze Distanz (2016)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by ARD


Fakten
Jahr: 2016
Genre: Cop-Thriller
Regie: Philipp Kadelbach
Drehbuch: Oliver Kienle, Holger Karsten Schmidt
Besetzung: Tom Schilling, Edin Hasanovic, Emilia Schüle, Lazar Ristovski, Aleksandar Jovanovic, Jens Albinus, Sandra NedeleffMarko Dyrlich Fortunato Cerlino
Kamera: Jakub Bejnarowicz
Musik: Michael Kadelbach
Schnitt: Constantin von Seld


Review
Wie tief muss man graben, um zum Kern einer Sache vorzudringen? An die Basis zu kommen, damit man alles darüberliegende zu Fall bringen kann? Und wo ist der Punkt, an dem man aufhören sollte weiter zu machen, weil, zunächst noch unbemerkt, nach und nach die lebensrettende Fähigkeit schwindet, die Grube wieder zu verlassen? “In too deep“ ist der amerikanische Terminus zur Beschreibung dieses Zustands, der von jeher ein beliebtes Objekt des Genre-Kinos darstellt. Undercover-Ermittler, denen die Sache über den Kopf wächst, die eben tatsächlich zu tief drin stecken, um aus freien Stücken den Fängen der kriminellen Organisation zu entkommen, in die sie eingebunden wurden, konnten wir von DONNIE BRASCO über INFERNAL AFFAIRS, bis zu MIAMI VICE in unzähligen Werken bewundern – mal mehr, mal weniger geglückt. Was die meisten dieser Filme jedoch eint: Sie entstammen nicht dem deutschen Raum – denn auch wenn hier in Form von TATORT– & POLIZEIRUF-Episoden, oder anderen TV-Krimis sicher schon tausendfach verdeckte Cops auf Mattscheiben ermittelten, so sind die großen, nachhaltigen Genre-Meilensteine bis jetzt ausgeblieben.

Das Zeug zum Welthit hat AUF KURZE DISTANZ, dieser jüngste Vertreter des Sujets wahrscheinlich ebensowenig, wie er ein reiner, auf Geradlinigkeit reduzierter Genrefilm ist und doch sorgt es, besonders unter dem Aspekt, dass öffentlich-rechtliche Sendeanstalten ihn produzierten, für eine unglaubliche Überraschung, wie überdurchschnittlich stark er ist. Von deren sonst so zahmer Vorgehensweise ist hier nämlich nichts zu spüren: Tom Schilling taucht, schauspielerisch wie üblich brillant, in eine verborgene Parallelgesellschaft ab – es geht um Wett-Manipulation, um Schiebung von Sportereignissen, um kriminelle Vereinigungen, von denen jede einzelne das große Geld machen will und in der Wahl der Mittel auf dem Weg dahin vor wenig zurückschreckt. Zunächst setzt Regisseur Phillip Kadelbach uns dieses Milieu noch als genau das dubiose, verschwommene, schwer greifbare Etwas vor, das ein Zuschauer ohne bisherige Berührungspunkte zum Metier erwarten würde: verqualmte Spelunken, in denen Screen an Screen die aktuellen Spiele internationaler Ligen flimmern, geschwärzte Scheiben, die diese Bereiche als eine kleine, in sich geschlossene Welt schützen, die bewusst von der normalen Realität abgeschottet wurde, weil hier eigene Regeln von Aufstieg und Fall gelten, und wenig vertrauenserweckende Buchmacher, die erst bei den obskursten Wetten, die Schilling als Protagonist Klaus platzieren will, um langsam mit den Drahtziehern der beschatteten Organisationen in Verbindung zu kommen, auf die Barrikaden gehen. Soweit so gut, in kühlen, entsättigten Bildern ein halblegales Milieu zu zeigen, ist noch keine große Kunst. (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #12: Auf Kurze Distanz (2016) weiterlesen

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Film: Escape Plan (2013)


Trailer © by Concorde Film


Fakten
Jahr: 2013
Genre: Thriller, Knastfilm
Regie: Mikael Hafström
Drehbuch: Jason Keller, Miles Chapman
Besetzung: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, 50 Cent, Jim Caviezel, Sam Neill, Amy Ryan, Vincent D’Onofrio, Vinnie Jones
Kamera: Brendan Galvin
Musik: Alex Heffes
Schnitt: Elliot Greenberg


Review
„Hahaha, you hit like a vegetarian!“

Das war er nun also, mein erster post-Governator Arnie-Film.
Es hat lange gedauert und ich hatte wirklich Hemmungen mich an das Thema ran zu wagen – zu sehr lag die Vermutung nah, dass Arnies Tage als Schauspieler Mitte der Neunziger einfach gezählt waren und nun lediglich ein fortwährendes lauwarmes Aufkochen der großen Momente früherer Tage erfolgen kann. Doch um das Fazit direkt vorweg zu nehmen:

Herr Schwarzenegger ist in ESCAPE PLAN mit einer Spielfreude dabei, wie ich sie im Traum nicht erwartet hätte. Das ist weit mehr, als nur „da weiter machen, wo man damals aufgehört hat“. Man merkt zu jeder Sekunde wie pudelwohl sich er (und auch der Rest des Casts) am Set dieses straighten Knast-Actioners gefühlt haben müssen.
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Film: New World – Sin-se-gae (2013)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Ascot Elite Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2013
Genre: Thriller, Gangsterfilm
Regie: Park Hoon-jung
Drehbuch: Park Hoon-jung
Besetzung: Lee Jung-jae, Choi Min-sik, Hwang Jeong-min, Park Seong-Woong, Song Ji-hyo, Kim Yoon-Sung, Na Kwang-Hoon, Park Seo-yeon, Choi Il-hwa, Kim Byeong-ok, Joo Jin-Mo
Kamera: Chung Chung-hoon, Eok Yu
Musik: Jo Yeong-wook
Schnitt: Moon Sae-kyoung, Nam Na-young


Review
Der koreanische Cops & Robbers-Thriller NEW WORLD steht im ständigen Wechsel zwischen großen Momenten, oberem Mittelmaß und wenig packenden Segmenten aus dem unteren Qualitätssektor, was ihn insgesamt leider nur als netten Film mit wenig Impact in der Erinnerung verbleiben lässt.

Summa Summarum handelt es sich um ein (gewollt) twistreiches Gangster-Epos, über einen Maulwurf in der koreanischen Mafia, welche getarnt als einflussreiche Wirtschaftskraft mit Firmentower und Anzugträgern, im Hintergrund die brutalsten Dinger dreht. Alles ist solide in Szene gesetzt, aber einfach zu sehr eine halb(bis dreiviertel- )gare Mischung von OUTRAGE und INFERNAL AFFAIRS, die kaum bis keine eigenen Akzente setzt. Zwar muss man dem Werk von Park Hoon-jung zugestehen, dass es trotz einiger Schwächen und der stattlichen Länge von über zwei Stunden alles andere als langweilig ist, aber etwas entscheidendes fehlt, was NEW WORLD maßgeblich über die Stangenware erheben würde.

Der Polizist Lee Ja-sung möchte raus aus der Organisation in der er seit 8 Jahren eingeschleust ist, sein dominanter und kaltherziger (Cop-)Boss Kang lässt ihn aber nicht. Nur eine Aktion noch, nur vier Wochen noch – das wird ihm gesagt, immer und immer wieder, aber die Realität sieht anders aus – das wurde hinter den Kulissen in dunklen Zimmern längst beschlossen. Schon zum Einstieg erfahren wir, wie die Organisation (die direkt zu Beginn ihren Chef verliert) mit Verrätern und Spitzeln umgeht – nicht schön, immer im Hinterkopf mit sich herum tragen zu müssen, dass ein solches Schicksal einen selbst täglich erwarten könnte. Als dann die Entscheidung für einem neuen Mafia-Chef gefällt werden muss, wird es brisant: Ja-gung kommt auch in Frage und steht vor einer Entscheidung. Film: New World – Sin-se-gae (2013) weiterlesen

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