Schlagwort-Archive: Musikfilm

Meinung: Media Monday #285 (2016)

Und wieder die schnelle Variante in Form von ganz knappen Antworten (wie immer in kursiv) zum Media Monday #285. Habt eine feine Woche!


1. Wenn denn dann die Weihnachtsfeiertage anstehen, landet wie jedes Jahr nichts bestimmtes im Player, denn ich habe kein festes Weihnachts-Filmritual.

2. Ich schätze ja die Filme von Quentin Tarantino sehr, aber DEATH PROOF ist wohl der absolute Tiefpunkt seiner Karriere gewesen, schließlich wird eineinhalb Stunden ödes, belangloses Zeug gequatscht und dann gibt es eine überlange, ebenso öde Verfolgungsjagd.

3. Musikfilme oder filmische Musicals sind klar zu trennen. Musikfilme, also Filme über Musik und Musiker sind klasse (besonders für mich als Musik-Liebhaber), Musicals hingegen per Definition unerträglich. Meinung: Media Monday #285 (2016) weiterlesen

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Film: Straight Outta Compton – Kinoversion (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Universal Pictures Germany


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Biopic, Musikfilm, Drama
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Jonathan Herman, Andrea Berloff, S. Leigh Savidge, Alan Wenkus, Andrea Berloff
Besetzung: O’Shea Jackson Jr., Corey Hawkins, Jason Mitchell, Neil Brown Jr., Aldis Hodge, Paul Giamatti, Marlon Yates Jr., R. Marcos Taylor, Keith Stanfield, Carra Patterson, Alexandra Shipp, Elena Goode
Kamera: Matthew Libatique
Musik: Joseph Trapanese (Score)
Schnitt: Billy Fox, Michael Tronick


Review
Als sich in der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre eine Gruppe DJs und MCs im berüchtigten L.A.-Stadtteil Compton zusammenschloß, um das zu tun, was (einige von ihnen) am besten konnten – Rap-Musik produzieren – hätte wohl niemand von ihnen geahnt, dass sie Jahrzehnte später als die Wegbereiter eines ganzen Sub-Genres, dem Gangsta-Rap, gelten sollten. N.W.A., die Niggaz wit Attitudes, schafften das damals undenkbare: trotz Radio- und MTV-Boykott, ohne wirkliche Promo, also einzig über Hörensagen und Mund-zu-Mund-Propaganda, erkämpfte sich ihr roher, harter Straßen-Sound schleichend einen Platz in den Charts, einige (auf kontroversen Lyrics basierende) Probleme mit den Bundesbehörden und vor allem eine landesweite fanatische Anhängerschaft. Fast 25 Jahre nach dem Auflösen der Gruppe (und 20 nach dem tragischen AIDS-Tod Eazy-Es) setzen sich die vier verblieben Gründungsmitglieder ein filmisches Denkmal: STRAIGHT OUTTA COMPTON.

Und man braucht sich nichts vormachen – dieser Film feiert das Vermächtnis der Crew bis ins Letzte und ist demnach wohl vor allem ein Werk für langjährige Hip-Hop-Fans! Formell zwar ein gewöhnliches Biopic vom Reißbrett, das sämtliche wichtigen Stationen von Gründung, über erste Konflikte, bis zur Auflösung abgrast, sowie den folgenden rasanten Solo-Karrieren von Ice Cube und Dr. Dre genügend Platz einräumt, atmet STRAIGHT OUTTA COMPTON doch durch und durch den Geist der Musik und lässt des Rap-Fan’s Herz in regelmäßigen Abständen höher schlagen. Persönliche, tiefe Einblicke in das tatsächliche Wesen der fünf Musiker gewähren Regisseur F. Gary Gray (und die 5 (!) Drehbuchautoren) zwar nur selten, faszinierende Auszüge aus dem begeisterten Schaffensprozess in Studios, dem energetischen Eskalieren auf Bühnen und den Problemen, die Lebensstil und Einstellung der jungen Männer zwangsweise mit sich bringen, dafür umso mehr. Wenn das Ensemble auf einem heiklen Konzert in Detroit gegen alle vorherigen Warnungen FUCK THA POLICE performed und das Publikum schier ausrastet, oder Dr. Dre und sein langjähriger Wegbegleiter Snoop Doggy Dogg Jahre nach der Trennung der Gruppe in einer spontanen Session die Vocals von NUTTIN‘ BUT A G THANG erarbeiten, geht das so sehr ins bouncende Herz, das dies vor Freude mit dem Kopfnicken beginnt. Film: Straight Outta Compton – Kinoversion (2015) weiterlesen

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Film: Love & Mercy (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by STUDIOCANAL


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Biopic, Drama, Musikfilm
Regie: Bill Pohlad
Drehbuch: Oren Moverman, Michael A. Lerner
Besetzung: John Cusack, Paul Dano, Elizabeth BanksPaul GiamattiErin DarkeBill CampJake AbelKenny Wormald
Kamera: Robert D. Yeoman
Musik: Atticus Ross
Schnitt: Dino Jonsäter


Review
Hollywood hat uns in den letzten Jahr(zehnt)en gezeigt, dass Biografien und generell Filme die auf realen Persönlichkeiten aufbauen, ein zweischneidiges Schwert sind. Die gelungenen Vertreter schaffen es, über die feststehenden Eckdaten aus dem Leben der jeweiligen Person hinaus etwas spannendes, menschliches, im Optimalfall universelles zu erzählen. Die weniger spannenden Exemplare (und dies sind von J. EDGAR bis COCO CHANEL leider die meisten) arbeiten sich strikt an verschiedenen Stationen einer Laufbahn ab und stellen so im Endeffekt nicht viel mehr dar, als meist hochkarätig besetzte, dramatisch aufbereitete Dokumentarfilme. Trockene Wissens- und Fakten Vermittlung stehen über dem Anspruch eine vom Lebensweg der jeweiligen Person losgelösten, bewegenden Geschichte zu erzählen.  Film: Love & Mercy (2015) weiterlesen

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Film: Eden (2014)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Alamode Film


Fakten
Jahr: 2014
Genre: Drama, Musikfilm
Regie: Mia Hansen-Løve
Drehbuch: Mia Hansen-Løve, Sven Hansen-Løve
Besetzung: Félix de Givry, Pauline Etienne, Vincent Macaigne, Hugo Conzelmann, Zita Hanrot, Roman Kolinka, Hugo Bienvenu, Arsinée Khanjian, Greta Gerwig, Laura Smet, Golshifteh Farahani, Brady Corbet
Kamera: Denis Lenoir
Musik: Soundtrack
Schnitt: Marion Monnier


Review
Was ist noch schlimmer als ein laut zerplatzter Traum? Wahrscheinlich nur einer, der stetig weiter im Sande versickert, bis nur noch ein vager Schatten seiner Selbst übrig bleibt. Der DJ Paul hatte diesen Traum. Hatte im Wust der unendlichen Möglichkeiten des Lebens einen Mikrokosmos entdeckt, in dem er existieren konnte und den er irgendwann so sehr brauchte, dass es ihm nicht mehr möglich war, ihn ohne Absturz zu verlassen. Film: Eden (2014) weiterlesen

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Film: Inside Llewyn Davis (2013)


Trailer © by STUDIOCANAL


Fakten
Jahr: 2013
Genre: Drama, Biopic, Schwarze Komödie
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Besetzung: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Justin Timberlake, Adam Driver, Jeanine Serralles
Kamera: Bruno Delbonnel
Musik: Oscar Isaac & Andere
Schnitt: Roderick Jaynes (aka Joel & Ethan Coen)


Review
Die Coen-Brüder und ihre gebrochenen Helden – eine (glücklicherweise) niemals endende Geschichte: Menschen, die das Leben gebeutelt hat, Menschen, die sich selbst am meisten im Weg stehen, Menschen, mit denen das Schicksal es nicht gut meint – oft haben sie den Zufall als schlimmsten Feind und noch öfter geht ihre Geschichte nicht besonders glücklich aus. So sind die Coen-Filme. Zumindest die eine Hälfte davon, die Exemplare, welche jenseits einer Grenze wandern, an der die schwarze Komödie zur Tragödie kippt. Das ist einer der zwei Ansätze, die sie schon so oft, aber immer wieder frisch umsetzten.

Und gleich vorweg: Obwohl INSIDE LLEWYN DAVIS exakt diesem einen der zwei typischen Coen-Schemata entspricht und sich, rein vom Gefühl, als eines ihrer düstersten Werke überhaupt in enge Verwandschaft mit FARGO, oder NO COUNTRY FOR OLD MEN begibt – hier nur ohne dass jemand brutal getötet wird – kann der neuste Streich der genialen Brüder es nicht ganz mit ihren wahren Klassikern aufnehmen.
Irgendetwas fehlt. Film: Inside Llewyn Davis (2013) weiterlesen

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