Schlagwort-Archive: Kino

Comic: Blutch – Ein Letztes Wort Zum Kino (2013)

Titelbild & Bildausschnitte © by Reprodukt


Eckdaten
Story: Blutch
ArtworkBlutch
ColoristBlutch
Genre: Intellektuelle Abhandlung
LabelReprodukt
Umfang: 88 Seiten
Gelesen: Deutsche Übersetzung, Hardcover, September 2016



Plot
Von einem Plot kann in diesem Buch keine Rede sein. Autor Blutch reflektiert auf sehr, sehr abstrakte Weise in einem losen Strom von Bildern, fiktiven Momenten und Impressionen aus der Filmgeschichte sein eigenes Verhältnis – anscheinend eine ausgeprägte Hassliebe – zum Kino, vergöttert und verflucht es zugleich, verteidigt es und macht es nieder. Dem wohnen wir bei. That’s it.


Review
Der Ansatz des Autors ist ein sehr persönlicher und in seiner fragmentarischen Sprunghaftigkeit so wirr, dass EIN LETZTES WORT ZUM KINO problemlos David Lynch’s INLAND EMPIRE Konkurrenz macht – Blutch’s krude Mischung aus Film-Fragmenten, Schauspielern (die mit verschieden alten Versionen ihrer Selbst, sowie dem Autor selbst interagieren) und verbitterten Regisseuren vergangener Tage, formt einen befremdlichen Mix aus allem, was er (anscheinend) irgendwie mit dem Thema Kino verbindet. Gedankenströme, die er in größtenteils zusammenhangslos auf den Leser einprasselnde Bilder überführt – Bilder, die enorm in den eigenen Erfahrungen und Sichtweisen verhaftetet, durch und durch von der eigenen Sozialisation geprägt sind.  Comic: Blutch – Ein Letztes Wort Zum Kino (2013) weiterlesen

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Comic: Charles Berberian – Cinerama (2013)

Titelbild & Bildausschnitte © by Reprodukt


Eckdaten
Story: Charles Berbérian
ArtworkCharles Berbérian
ColoristCharles Berbérian
Genre: Satire, Autobiografisches Werk
Label: Reprodukt
Umfang: 57 Seiten
Gelesen: Deutsche Übersetzung, Trade Paperback, August 2016



Plot
Autobiografisch reist Autor Charles Berberian durch seine eigene cineastische Sozialisation und reflektiert den Geist all der unsäglich-komischen B-, C- und Schundwerke, die er im Bagdad der 60er und/oder Frankreich der 80er in sich aufsog. Humorvolle Nacherzählungen wirrer Plots gehören ebenso zu dieser Reise durch die Welt der Obskuritäten, wie eine lockere Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhältnis zum Kino.


Review
Begegnungen mit jenem B- und C-Kino früherer Epochen, welches gemeinhin als qualitativ minderwertig angesehen wird, können ein unablässiger Quell der Freude sein. Offenherzige Filmfreunde (wie ich) mit einem notwendigen Hang zum Obskuren, wissen und schätzen dies auf verschiedenste Weise – die einen bezeichnen Gummimonster im Kampf mit unfähigen Schauspielern als „liebenswert naive Trashfilme“, die anderen sprechen mit strahlenden Augen vom „Zauber vergangener Tage“ und ganze Youtube-Kanäle (und Festivals und Podcasts) sind augenzwinkernd den „besten schlechten Filmen“ gewidmet. Was die meisten dieser Blickwinkel jedoch vereint, ist die ironische Distanz, welche durch Jahrzehnte andauernde Verschollenheit der Werke im Dunst des Vergessens und eine (oft kollektiv gefeierte) rituelle Wiederentdeckung entsteht. Sind halt „nur“ die netten Filmchen von damals.  Comic: Charles Berberian – Cinerama (2013) weiterlesen

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Meinung: Media Monday #246

Es ist wieder soweit, auch in Ausgabe 246 des Media Mondays bin ich dabei. Meine Antworten auf den Lückentext von Wulff sind wie immer in kursiv gehalten. Habt eine schöne Woche!


1. Meine größte Passion ist/sind ja zurzeit ohne dass ich mich bewusst dafür entschieden habe, wieder der Horror-Film geworden. Nach Jahren der quasi-Abstinenz greife ich einfach immer wieder zu, wie vielleicht auch die Dichte an solchen Reviews hier im Blog zeigt.

2. Gerade die Serien-Adaption von FARGO finde ich ja ungemein faszinierend, weil die Macher in beiden Staffeln bewerkstelligen immer wieder völlig intensive zwischenmenschliche Momente zu erschaffen. Und das meint wirklich mehrfach pro Episode. Ständig ist man in den Sitz gedrückt und kann kaum glauben was für eine knisternde Spannung in der Luft liegt, während die Figuren sich ihre verbalen Duelle liefern.

3. Die Amazon-Serie THE MAN IN THE HIGH CASTLE hat mich dahingehend enttäuscht, dass das Bedürfnis nach dem unbedingten weiterschauen ausblieb. Bin ständig beim Gucken eingeschlafen und war trotz des höchst spannenden Settings nicht wirklich in das Schicksal der Figuren involviert. Sah gut aus, aber etwas fehlte. Schade, denn die Phillip K. Dick-Vorlage gibt mehr her.

4. Ein erstes Highlight im noch jungen Jahr war für mich Disney’s ZOOTOPIA. Wieso, weshalb, warum? Einfach auf das verlinkte Review klicken und in meinem schwärmerischen Lob nachlesenMeinung: Media Monday #246 weiterlesen

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Wim Wenders #1: Die Angst Des Tormanns Beim Elfmeter (1972)


Titelbild & Trailer © by STUDIOCANAL


Fakten
Jahr: 1972
Genre: Autorenfilm, Drama, Thriller, Neo-Noir
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Peter Handke, Wim Wenders
Besetzung: Arthur Brauss, Kai Fischer, Erika Pluhar, Libgart Schwarz, Marie Bardischewski, Sybille Danzer
Kamera: Robby Müller
Musik: Jürgen Knieper
Schnitt: Peter Przygodda


Review
Es gestaltet sich immer wieder spannend aus heutiger Perspektive an die Ursprünge renommierter Filmemacher zurück zu gehen und ein wenig Geschichts-Recherche zu betreiben. Erforschen wo Stil, Themen und Handwerk ihren Ursprung nahmen, Vergleiche mit aktuelleren Werke der letzten Dekaden ziehen, oder auch einfach „nur“ die Kunst auf sich wirken lassen – nicht selten kann dem wachen, aufmerksamen Filmfreund (nicht dass ich mich selbst zwingend mit diesem Siegel versehen würde) dabei ein Licht aufgehen: Methodik offenbart sich, Versatzstücke die erst später zur Perfektion finden sollten, deuten sich in ihren Grundzügen an und manchmal wird bereits ein Ton gesetzt, der weite Teile einer Filmografie durchziehen wird. Im Falle von Wim Wenders gestaltete sich diese filmische Zeitreise in den letzten Jahrzehnten allerdings nicht ganz einfach – 40 Jahre lang konnte sein Langfilmdebut DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER aufgrund ungeklärter Musikrechte nicht gezeigt werden – Wenders hatte blauäugig einfach seine Lieblingsmusik im Film platziert, deren korrekte Lizensierung ein mehrfaches der gesamten Produktionskosten geschluckt hätte. Fies. Aber nun wurde dieser Fauxpas mit nicht unwesentlichem Aufwand gerade gebogen, einige Stücke lizensiert, andere getauscht, wieder andere mit einer eigens zusammen gestellten Gruppe Musiker gecovert, um die Copyrights zu umgehen. Verdammt viel Aufwand. Aber nicht dass die missliche Musik-Misere gereicht hätte, denn Wenders, der Jahre zuvor sämtliche Rechte an seinen eigenen Werken aufgrund eines Firmenbankrotts plus Insolvenzversteigerung verloren hatte, musste zunächst mühsam die Negative zurück in die eigene Obhut bekommen, deren Zustand sich als desaströs, wenn nicht kurz vor der Verrottung heraus stellte. Ein mühsamer Weg voller Hürden, doch er war es wert: In diesem August ist DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER offiziell in einer fantastischen Restauration erschienen. Wim Wenders #1: Die Angst Des Tormanns Beim Elfmeter (1972) weiterlesen

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Podcast(s): Durch den Podcatcher gejagt #2 (2015)

Und wieder ist reichlich großartiges Hörfutter durch mein Innenohr gewandert. Greift zu


  • Die Celluleute haben in Epidode #98 ein Serien-Special rausgehauen. Zwar habe ich nichts wirklich entdeckt, was ich nicht schon gesehen (BETTER CAUL SAUL, BLOODLINE, DAREDEVIL) oder auf der Watchlist habe – aber das muss euch ja nicht genauso gehen.
  • OhneQ nimmt in der Episode #36 von Der will doch nur spielen mal wieder einiges aufs Korn. Ziel der Satire im fiktiven Podcast QUASSELQUARK sind dieses mal vor allem nervig-aufdringliche Intro-Musik und Moderatoren, die „gar nicht drauf klar kommen“ was in ihrer Sendung schon wieder für irres Zeug passiert. Wie immer köstlich!  Podcast(s): Durch den Podcatcher gejagt #2 (2015) weiterlesen

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