Schlagwort-Archive: Entführung

Film: The Signal (2014)


The Signal (IMDb) – Science-Fiction, Mystery, USA, 2014 – RegieWilliam Eubank, SkriptWilliam Eubank, KameraDavid Lanzenberg, MusikNima Fakhrara, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Capelight Pictures


Review
Aus Spaß wird ernst, als eine Gruppe dreier Jugendlicher während eines Trips quer durch die USA schnell noch am Wegesrand der sorgsam ausgelegten Spur eines geheimnisvollen Hackers nachgehen will. Von verschlüsselten Koordinaten ins tiefe Nirgendwo der Wüste geführt, kommt es zu einem unerklärlichen Zwischenfall und die drei (bzw. für uns zunächst nur Protagonist Nic, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt ist) erwachen in einem seltsamen Wissenschafts-Bunker – ihn zu verlassen scheint unmöglich.

Es wäre ein leichtes THE SIGNAL in der Luft zu zerreißen, da Filmemacher William Eubank in seiner zweiten Regiearbeit – eigentlich ist er hauptsächlich als Kameramann unterwegs – eine Vielzahl stilistischer Stereotype bedient. Er eröffnet mit lichtdurchfluteter, warmer Bildästhetik, die in Verbindung mit dem beschwingten Score wie für Indie-Festivals maßgeschneidert wirkt, schwingt dann im großen Stil die Mystery-Keule, allerdings auf eine Weise, die etwas zu sehr (weil ausschließlich) auf den finalen Twist hinarbeitet und liefert mit diesem einen Payoff der, naja, sagen wir mal „sicher nicht jedermanns Sache ist“. Böse Zungen könnten Totschlag-Argumente wie „plump“, oder „uninspiriert“ zücken.  Film: The Signal (2014) weiterlesen

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Comic: Kris Oprisko – Clive Barker’s The Thief Of Always (2005)

Titelbild & Bildausschnitte © by IDW Publishing


Ein wenig Horror darf nicht fehlen, erst recht nicht, wenn die Tage so kurz sind. Dass man den wahren Horror dann eher zwischen den Zeilen suchen muss, wenn Clive Barker auf dem Cover steht, kam zwar unerwartet, die Qualität des Buches schmälerte es jedoch nicht.



Clive Barker’s The Thief Of Always (ComicbookDB) – StoryClive BarkerKris Oprisko, Artwork/ColorGabriel Hernández Walta, Genre: Fantasy, Horror, Coming-Of-Age, Label: IDW Publishing, 2005, Umfang: ca. 150 Seiten, Gelesen: Dezember 2016, Digital, Englisch


Plot
Gelangweilt vom tristen Schulalltag folgt der junge Harvey im tiefen Grau des Februars einem obskuren fliegenden Mann in ein geheimnisvolles Haus jenseits eines geheimen Nebels – ein Ort, wie sich herausstellen wird, an dem jeder Traum eines Kindes in Erfüllung geht. Die eigentliche Welt verschwimmt vor Freude und Harvey vergisst vor Spaß die Zeit, doch je mehr er das urige „Holiday House“ und dessen Bewohner (sowohl Bedienstete, wie auch andere Kinder) kennenlernt, umso stärker scheint etwas im Argen zu liegen. Als der Versuch in die Realität zurückzukehren als regelrecht aussichtslos scheitert, beginnt Harvey die Motive des ominösen Mr. Hood anzuzweifeln.


Review
Die britische Horror-Ikone Clive Barker ist nicht gerade für seichte Kost bekannt – mit THE THIEF OF ALWAYS wagte er sich 1992 jedoch erstmalig auf unbekanntes Terrain und bediente ein jüngeres Publikum. Dass der (vermeintlich) harmlose Stoff auch für Erwachsene taugt, zeigt Kris Oprisko’s Adaption zur Graphic Novel. Zwar bildet der Traum eines wohl jeden Kindes die Basis – ein Leben in Saus und Braus, täglich Weihnachtsfeste an denen jeder nur erdenkliche Wunsch in Erfüllung geht, keine Sorgen, keine Schule, keine nervigen Eltern, die unnütze Vorschriften machen – doch braucht es nicht viel Kombinationsgabe, um die Ereignisse genügend allegorisch zu lesen, so dass sich weitaus düstere Gefilde auftun.  Comic: Kris Oprisko – Clive Barker’s The Thief Of Always (2005) weiterlesen

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Serie: Orphan Black – Season #4 (2016)


Trailer © by BBC America & Netflix


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Mystery, Thriller, Science-Fiction, Drama
Showrunner: John FawcettGraeme Manson
Crew (Writer, Director, Cinematographer, Editor): IMDb-Übersicht
Besetzung: Tatiana Maslany, Jordan GavarisAri MillenMaria Doyle KennedyKristian BruunKevin HanchardSkyler WexlerMichael MandoJosh VokeyRosemary DunsmoreIan MatthewsMiranda EdwardsLauren HammersleyJames FrainJessalyn WanlimGord Rand
Musik: Two Fingers (Main Theme) & Trevor Yuile (Score)


Review
Die größten Sorgen haben sich bestätigt, die schlimmsten Ängste sind noch übertroffen worden – die einst ganz wundervolle Mystery-Serie ORPHAN BLACK hat nun, nachdem bereits die schwache dritte Staffel andeutete, dass das Potenzial für eine sinnvolle Fortführung der Handlung steil gegen Null geht, endgültig nichts, wirklich absolut gar nichts mehr zu erzählen. Leere. In alle Richtungen. Die Macher hält das leider nicht davon ab, einfach weiter zu machen.

Zuvor verrannte man sich, um die Handlung künstlich zu befeuern, lediglich in abstrusen Verstrickungen, welche die zuvor bekannt gewordenen Fakten in eine (den Autoren in der Planung der vorherigen Staffeln ganz sicher noch nicht bewusste) hochgradig konstruierte Richtung weiter sponnen – inhaltlich ging es linear weiter, es kam nur allerlei dazu. Plötzlich waren da noch mehr Konzerne, verschiedene Arten von Klonen, zig involvierte Figuren, von denen zuvor noch nie die Rede gewesen war, etc. Das wirkte alles ein wenig (bzw. größtenteils sehr) an den Haaren herbei gezogen, ging aber mit etwas Zähneknirschen noch gerade so mit dem zuvor etablierten Erzähl-Mechanismen einher.  Serie: Orphan Black – Season #4 (2016) weiterlesen

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Serie: Better Call Saul – Season #2 (2016)


Trailer © by AMC, Netflix & Sony Pictures Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2016
Genre: Drama, Crime, Schwarze Komödie
Showrunner: Vince Gilligan, Peter Gould
Network: AMC
Crew (Writer, Director, Cinematographer, Editor): IMDb-Übersicht
Besetzung: Bob OdenkirkJonathan BanksRhea Seehorn,  Michael McKeanPatrick FabianMichael MandoEd Begley Jr.
Musik: Dave Porter


Review
Als unser sympathischer Protagonist die erste Staffel der ihm gewidmeten Serie mit den Sätzen: „We could have gone home with $800,000 each, tax-free. […] Well, I know what stopped me. And you know what? It’s never stopping me again.“ beendete, schienen die Weichen für die nächsten 10 Episoden bereits gestellt. Der Punkt bei Saul Goodman’s eigenem Auftritt BETTER CALL SAUL ist schließlich (auch), dass wir irgendwann (nach wie vielen Staffeln das auch immer sein wird) an dem Zielpunkt landen müssen, wo aus dem schmierigen kleinen Ganoven mit anschließender Rehabilitierung und Anwaltslaufbahn, der krumme Rechtsverdreher, welchen wir aus BREAKING BAD kennen (und lieben), geworden sein muss.

Doch Vince Gilligan braucht nicht lange, um diese (selbst geschürte) Erwartungshaltung zu demontieren und uns in gemütlichem Tempo zu vermitteln, dass es erst mal in eine komplett andere Richtung gehen wird – nicht mehr Verbrechen, nicht die vermutete schleichende Abkehr von Recht und Gesetz, sondern diesen Aspekten übergeordnet vor allem ein fesselnder Trip, der tief in die Psyche seiner Hauptfigur(en) führen wird, um sich mit deren Seelenzuständen zu befassen.  Serie: Better Call Saul – Season #2 (2016) weiterlesen

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Serie: Braunschlag (2012)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by EuroVideo Medien GmbH


Fakten
Jahr: 2011
Genre: Satire, Groteske, Gesellschaftskritik
Showrunner: David Schalko
Network: ORF Eins
Crew (Writer, Director, Cinematographer, Editor): IMDb-Übersicht
Besetzung: Robert Palfrader, Maria Hofstätter, Nicholas OfczarekNina ProllManuel RubeyAdina VetterSabrina ReiterChristopher SchärfSimon SchwarzRaimund WallischDavid MiesmerDavid Wurawa
Musik: Kyrre Kvam


Review
Österreichisches Kino hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer filmischen Instanz mit ganz eigener Tonalität gemausert. Seidl und Haneke drehen harte, ungeschönte Filme, die dort treffen wo es weh tut und auch auf der heiteren Seite des Spektrums weht ein anderer Wind als hierzulande – die Brenner-Reihe, TV-Filme wie AUFSCHNEIDER, oder überdrehte Werke der Marke CONTACT HIGH, welche irgendwo zwischen tiefschwarzer Groteske und wohldosiertem Irrsinn hin und her schwappen, sprechen eine klare Sprache. Seltener als gewissen Kinofilme schaffen es reine TV-Erzeugnisse der Nachbarn auf den deutschen Markt – leider. Denn die 2011er Miniserie BRAUNSCHLAG, eins von wenigen Exemplare, denen dieser Sprung über die Grenze vergönnt ist (und die mit Netflix- und Maxdome-Auswertung auch eine entsprechende Bühne bekommen), lässt auf ihre ganz eigene Art und Weise keinen Zweifel aufkommen, dass sich derartige Importe mehr als lohnen.

Tief in Niederösterreich, nah der Tschechischen Grenze, ist das verschlafene Kaff Braunschlag gelegen – ein Ort in dem verkorkste Typen einen UFO-Landeplatz betreiben und täglich auf Kontaktaufnahme der Außerirdischen hoffen, erwachsene Männer von ihrer Mutter (in Schürze) mit Nackenschlägen gemaßregelt werden, wenn sie sich vor dem Essen nicht bekreuzigen und die herunter gewirtschaftete Dorfdisco die letzte (und daher tägliche) Flucht für gescheiterte Seelen bietet. Freund Alkohol wird den quälenden Zustand der Existenz schon richten – oder zumindest ein Stück erträglicher machen. In 8 Episoden dürfen wir verschiedensten, durch und durch in ihrer Skurrilität am Anschlag rangierenden Handlungssträngen beiwohnen, in denen gestrige Denke, an die Wand gefahrene Existenzen und stereotype Klischees diverser Alltagsfiguren ihr Fett weg bekommen. Nicht zu knapp und mit sarkastischem Augenzwinkern.  Serie: Braunschlag (2012) weiterlesen

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