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Animationsfilm: Anomalisa (2016)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Paramount Home Entertainment


Fakten
Jahr: 2016
Genre: Drama
Regie: Duke Johnson, Charlie Kaufman
Drehbuch: Charlie Kaufman
Sprecher (OV): David ThewlisJennifer Jason LeighTom Noonan
Kamera: Joe Passarelli
Musik: Carter Burwell
Schnitt: Garret Elkins


Review
Hast du schonmal das Gefühl gehabt, dass in der stetig voranschreitenden Welt einfach kein Platz mehr für dich ist? Dass ihre Bewohner zwar in niemals abbrechender Flut auf dich einreden, doch nichts davon mehr wirklich durchdringt – jedes Wort nur ein weiterer Schlag mit einem stumpfen Gegenstand, den dein tauber Geist nur am Rande registriert? Dass du wie ein Gespenst durch die leeren Gänge deines sterilen Daseins schwebst, ohne zu Interaktion fähig zu sein – auch weil du denkst, dass du dir diese gar nicht mehr wünschst, bis du – vielleicht – mit etwas Glück eines besseren belehrt wirst?

In ANOMALISA findet sich ein reichhaltiger Fundus an echter menschlicher Emotion, so facettenreich und ausgeprägt, dass es ob der subtilen Zeichen, die Charlie Kaufman – Autor legendärer Schwurbel-Skripte wie BEING JOHN MALKOVICH und ETERNAL SUNSHINE – in seiner zweiten Regiearbeit setzt, wohl kaum möglich ist, sie nach einmaligem Sehen allesamt erfasst, und vor allem verarbeitet zu haben. Und so dominiert den Nachhall dieses ziemlich einzigartigen Stop-Motion-Films zunächst recht stark sein (vermeintlich) dominierender Aspekt – ein ungeschönter, wenn nicht gar niederschmetternder Blick in das Innere eines Menschen, dessen Leben von emotionaler Leere, Ausgebranntheit und der totalen Entfremdung definiert ist.  Animationsfilm: Anomalisa (2016) weiterlesen

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Meinung: Media Monday #268

Ich dachte ich pack’s nicht mehr, doch hier bin ich. Media Monday #268, meine Ergänzungen zum gestellten Text sind kursiv.


1. Kenny Baker ist den meisten nur als kleiner, putziger Droide, der in Binärcode plappert bekannt. War ein guter!

2. Meine liebste Serie des letzten Jahres – MR. ROBOT – ist aktuell in der zweiten Staffel. Es juckt mir in den Fingern, aber ich warte, bis die S2 komplett da ist. Serien wie früher gucken? Mit einer Woche Wartezeit? Nein, ich kann das einfach nicht mehr.

3. Meine schlimmste Filmerfahrung des Jahres ist bis jetzt Michael Bay’s 13 HOURS gewesen. Ein dreckiger, rassistischer, menschenfeindlicher Film.

4. THE BIG LEBOWSKI kann ich mir eigentlich immer angucken, denn der Dude, Walter und Donny sind eines der Traumgespanne aus der Filmgeschichte.  Meinung: Media Monday #268 weiterlesen

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Blogparade: Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme (2016)

Schon lange ist es an der Zeit, mich mal in eine der zahlreichen Blogparaden (hä, was’n das?) in meinem direkten Online-Umfeld einzuklinken. Oft fand ich die Themen schon spannend, aber habe es aus Zeit- oder – ich bin mal ehrlich – Kreativitätsmangel nicht gebacken bekommen eigene Beiträge zu verfassen. Das soll sich jetzt ändern, denn die Singende Lehrerin (mal wieder, nicht umsonst wird sie „Königin der Blogparaden“ gerufen) hat ihre nächste Aktion gestartet und nun, beim Thema Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme, lasse ich mich, finally, nicht zwei mal bitten. Ich werde nun also in mich gehen und zehn Filme zusammensuchen, die mir sehr am Herzen liegen, von der Allgemeinheit aber (in meiner rein subjektiven Wahrnehmung) verschmäht, oder gar nicht erst gekannt sind.

Dabei werde ich Exemplare wählen, die mich emotional (auf die verschiedenste Art) so getroffen haben (bzw. immer noch treffen), dass sie für mich mehr, als nur „einen guten Film“ ausmachen. Teils begleiten mich diese Filme schon einige Jahre, teils habe ich sie auch erst 1-2 mal gesehen, aber einen Platz in meinem Herzen, der ganz automatisch dafür sorgt, dass ich sie immer mal wieder gucke, haben sie allesamt.

Zum Aufbau noch eine Info vorweg: Wenn der Titel des Films als Link eingefügt ist, führt dieser Link zu einem bereits bestehenden ausführlichen Review hier im Blog, oder einem Podcast bei Enough Talk!, den ich zum Thema aufgenommen habe. Da könnt ihr dann noch ausführlicher erfahren, warum ich den Film so mag! Ich hoffe ich kann euch ein paar Tipps ans Herz legen, die nicht allzu alltäglich sind

Und los.


[youtube https://www.youtube.com/watch?v=YIRm4ncrBf4]

Direktlink

Helge Schneider, man liebt oder man hasst ihn. Und weil ich ersteres tue – so sehr, dass ich selbst seine Filme, die teils auch hartgesottene Fans nur ratlos im Regen stehen lassen, abgöttisch liebe – kann man diese Nennung stellvertretend für jede andere, der von ihm verzapften filmischen Skurrilitäten begreifen. Obwohl 00 SCHNEIDER streng genommen der „normalste“ seiner Filme ist – es existiert im Vergleich zu TEXAS oder PRAXIS DR. HASENBEIN am meisten so etwas, wie eine tatsächliche Handlung – ist er es auf anderer Seite auch wieder nicht. Da sind der verrückte Superschurke Nihil Baxter, der legendäre Sidekick Helmut Körschgen, der weltbekannte Spürpilot, Einpark-Tipps vom Profi, „lecker Nüßchen“, ein Wadenkrampf, „die schöne Skulptur“, Schnack beim Feierabendbier, sowie unzählige andere irrsinnige Momente, deren Summe den Film für mich wohl zum Highlight in Helges Filmographie macht. Man fühlt von der ersten bis zur letzten Sekunde, wie viel Spaß er und sein langjähriger Freund Christoph Schlingensief am Set gehabt haben müssen, während sie sich in ihren absonderlichen Ideen übertrumpften und immer noch einen drauf setzten. Ich kann nicht zählen, wie oft ich den Film gesehen habe – es reicht zum auswendigen mitsprechen – bereits wenn Nihil Baxter die ersten Sätze („Ich reg mich auf, ich reg mich auf“) ablässt, liege ich am Boden, zahlreiche Zitate haben es in meinen täglichen Sprachgebrauch geschafft und wann immer es mir mal nicht so geht, bringt 00 SCHNEIDER mich wieder auf gute Gedanken. Hach, die schrulligen Kulissen, der schräge Humor – da ist nichts als pure Liebe für diesen Film! Blogparade: Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme (2016) weiterlesen

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Podcast(s): Durch Den Podcatcher Gejagt #16 (2016)

Ich komme nicht in die Pötte mit diesen Posts hier. Ist schon wieder viel zu viel geworden. Ab jetzt kommt das wieder wöchentlich und mit einer Ladung an Empfehlungen, die man auch bewältigen kann. Versprochen [Finger hinter dem Rücken kreuz].


Filme

  • Die Celluleute (und Gast Stan, der entgegen seiner eigenen Gast-Abneigung bei Podcasts eine gute Figur macht) widmen sich in Episode #101 den üblen Runterzieher-Filmen – emotionale Schläge in die Magengrube, pessimistische Weltsichten, schonungslose Selbstzerstörung, es kommt alles auf den Tisch. Genau mein Ding und eine gute Auswahl.
  • Die Second Unit bzw. Christian (und der mittlerweile zum Dauergast gewordene Patrick Suite) nehmen sich als Warm-Up zu THE HATEFUL 8 das Tarantino-Debut RESERVOIR DOGS vor. Patrick ist super, aber trotzdem schade, dass Tamino nicht dabei ist. Außerdem geht es in der Episode #177 auch um Suite’s eigenes Debut und allgemein das Filmemachen.
  • Schon wieder Christian, allerdings nicht in der eigenen Sendung, sondern mit Patrick Lohmeier vom Bahnhofskino zusammen im Lichtspielcast zu Gast. David Fincher und seine ersten fünf Filme sind das Thema der ersten Special-Episode und ich kann wirklich nur schwärmen: Was die drei für eine Diskussion aufs Parkett legen, ist großes Podcast-Kino. Richtig stark. Ebenso stark geht es im Follow-Up weiter, in dem von ZODIAC bis GONE GIRL die restlichen Finchers besprochen werden. Hammer!
  • Und nun schon wieder Patrick: Nach dem tragischen Tod von David Bowie haben er und Daniel im Bahnhofskino Podcast #154 spontan neben (einem meiner Lieblingsfilme) ALIEN den Bowie-Film DER MANN DER VOM HIMMEL FIEL eingeschoben. Schön, dass die zwei nicht in die offensichtliche Falle tappen und aus Respekt vor dem verschiedenen Künstler kritiklos bleiben – allzu hart nehmen sie das Werk allerdings auch nicht ran.
  • Deftige (und daher ziemlich amüsante) Rants – über Kinder im Kino, über den neuen Amazon Fire Stick und über JANE GOT A GUN – lassen Lars und Phil in Nerdtalk #420 vom Stapel. Hörenswert, auch weil die ungebrochene Begeisterung meiner Bubble für THE REVENANT mal etwas entkräftet wird. Podcast(s): Durch Den Podcatcher Gejagt #16 (2016) weiterlesen

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Film: Geständnisse – Confessions Of A Dangerous Mind (2002)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by STUDIOCANAL


Fakten
Jahr: 2002
Genre: Satire, Thriller
Regie: George Clooney
Drehbuch: Charlie Kaufman
Besetzung: Sam Rockwell, Drew Barrymore, George ClooneyMichelle SweeneyMichael CeraJennifer HallMaggie GyllenhaalRutger HauerJulia Roberts
Kamera: Newton Thomas Sigel
Musik: Alex Wurman
Schnitt: Stephen Mirrione


Review
Ein starkes Regiedebut liefert George Clooney mit CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND ab. Unter allen Aspekten – inszenatorisch, visuell und dramaturgisch – gelungen, verfilmt er die aberwitzige Literaturvorlage der TV-Show Legende Chuck Barris, welcher in seiner Autobiografie mal eben behauptete Jahrzehnte lang ein Doppelleben geführt zu haben und – neben dem kreieren zahlreicher Gameshows, die wohl das Daily-Format maßgeblich prägten und Tür und Tor für Bloßstellungs-Fremdscham-TV, wie es heute (leider) der Standard ist öffneten – eine geheime Identität als C.I.A. – Auftragskiller gelebt zu haben. Film: Geständnisse – Confessions Of A Dangerous Mind (2002) weiterlesen

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