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(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #16: Tatort – Fürchte Dich (2017)


Tatort: Fürchte dich (IMDb) – Horror/Krimi, Deutschland, 2017 – Regie: Andy Fetscher, Skript: Andy Fetscher, Christian Mackrodt, Kamera: Benjamin Dernbecher, Musik: Steven Schwalbe, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Das Erste


Review
Sich einen von den wenigen Typen, die innerhalb des deutschsprachigen (Film)Raumes innerhalb des letzten Jahrzehnts konsequentes Genre-Kino fabriziert haben, als Regisseur für einen TATORT zu holen, zeigte sich in der Vergangenheit bereits als gute Idee – immerhin lieferte Marvin Kren, seines Zeichens treibende Kraft hinter Perlen wie RAMMBOCK und BLUTGLETSCHER mit TATORT: KALTSTART einen der besten mir bekannten „Sonntags-Krimis“ ab.

Nun durfte Andy Fetscher (Regisseur von u. A. BUKAREST FLEISCH und URBAN EXPLORER) ran, um das Halloween-Special FÜRCHTE DICH herunter zu kurbeln und was soll ich sagen – ditt Ergebnis war dufte! Frankfurt der Ort, dunkel die Nacht und wahrlich hemmungslos schmeißt der gute Mann mit allem um sich, was die Horror-Landschaft an Tropes, Motiven und Stilmitteln zu bieten hat.  (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #16: Tatort – Fürchte Dich (2017) weiterlesen

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Meinung: Media Monday #238

Wir haben Media Monday #238, meine Antworten auf Wulfs Lückentext sind wieder kursiv. Wohl bekommt es.


1. Der wohl ungewöhnlichste Film der letzten Jahre könnte vielleicht ES IST SCHWER EIN GOTT ZU SEIN, oder ENTER THE VOID sein. Beide setzen sich großartig über gängige Film-Formeln hinweg und funktionieren als reiner Rausch.

2. Filmpreise im Allgemeinen und der Oscar im Besonderen sind mir absolut egal. Alle reden von DiCaprio und seinem überfälligen Oscar, ich für meinen Teil habe mir nicht mal die Liste der Nominierungen angesehen. No fucks given. Auch weder die Golden-Globe-Nominierungen, noch -Gewinner sind mir geläufig.

3. David Lynch hätte ja jeden Preis der Welt verdient, schließlich ist er eines der wenigen Genies, die über Jahrzehnte immer in künstlerischer Bewegung blieben und immer wieder eigene, spannende Welten erschufen.

4. Das letzte Mal richtig laut lachen musste ich wahrscheinlich vor wenigen Minuten. Ich lache so viel, dass ich mir das unmöglich alles merken kann. Aus medialer Sicht, war wohl die gelungene ARD-Miniserie SEDWITZ das letzte mal Anstoß zur Freude – ein köstliches Spiel mit Ost/West Klischees der 80er.

5. THE WALKING DEAD hatte für mich schnell seinen Reiz verloren, denn sämtliche Hoffnung durch das Serien-Format “mehr“ als in einschlägigen Zombie-Filmen vorgesetzt zu bekommen, hatten sich nach S1 zerschlagen – die empfand ich nämlich nur als etwas längeren, höchst durchschnittlichen Vertreter des Genres, mit ebenso dummen Figuren, etwas Splatter uns unterdurchschnittlich wenig Spannung. Öde.

6. Als Regisseur kann ich David Lynch, Gaspar Noé, Shion Sono, Nicolas Winding Refn, Park Chan-wook, Bong Joon-ho (und auf Anfrage gern noch zig weitere) gar nicht genug loben.

7. Zuletzt habe ich FOXCATCHER und das war vielleicht einer der unangenehmsten Filme, die ich bis jetzt gesehen habe, weil vielfältige psychologische Komplexe ergründet werden und ein nahezu fatalistisches Bild einiger menschliche Züge gezeichnet wird. Kann man die eigene Bedeutsamkeit kaufen? Was spornt Leistung an? Wie lange können wir ohne wahre Zuneigung sein, bis wir zerbrechen? Stark.


So viel von mir, habt eine schöne Woche und last doch mal eure Meinung zu den Antworten da

 

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Tatort: Preis Des Lebens (2015)


Titelbild, Trailer & Bildausschnitte © by Das Erste / SWR


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Thriller, Drama
Regie: Roland Suso Richter
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt
Besetzung: Felix Klare, Richy Müller, Carolina Vera, Miranda Leonhardt, Robert Hunger-Bühler, Michaela Caspar, Miriam Joy Jung
Kamera: Jürgen Carle
Musik: Johannes Kobilke
Schnitt: ?


Review
Der Preis des Lebens. Wie hoch ist er? Gibt es überhaupt eine Währung die in der Lage ist ein adäquates Gegengewicht zu einer menschlichen Existenz zu geben?

Zugegeben, der TATORT ist wohl eine der letzten Anlaufstellen, wenn man diesen Fragen nachgeht. Koreanische Thriller oder tief-tragische Autoren-Dramen geben vielleicht im möglichen Rahmen die Antworten auf das un-benatwortbare, aber doch nicht die wöchentliche Dosis (oft banaler) deutscher Sonntagabends-Unterhaltung. Normalerweise. Denn diese Woche tickten die Uhren in Stuttgart anders – anstatt sich, wie so oft, lediglich zaghaft bis auf verschwommene Sichtweite an schwierige Themen wie Verlust, Schmerz und Verzweiflung heran zu wagen, geht die Episode PREIS DES LEBENS in die Vollen. Frontal auf Berührungskurs. Tatort: Preis Des Lebens (2015) weiterlesen

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Kurz-Review Round-Up: März 2015 (The Interview, Neue Vahr Süd, Michael Kohlhaas)

Und wieder gab es diesen Monat einige Filme, denen ich aus Zeit-, Muße- oder Relevanzgründen nur ein paar Zeilen spendiert habe. Wie von nun an jeden Monat, werden diese hier in einem gemeinsamen Eintrag gesammelt.



Trailer © by Sony Pictures Home Entertainment


The Interview (Evan Goldberg & Seth Rogen, Kinofilm, USA, 2014)

Meinung
Evan Goldberg, Seth Rogen und James Franco haben eine hammermäßig starke Fanbase, da nehme ich mich nicht aus, und ich bin mir sicher, dass dieser Film auch ohne den riesigen Buzz, um SONY-Hacks, Terrorwarnungen, etc sein sicheres Publikum gefunden hätte. So viel zu den direkt aufkeimenden Verschwörungstheorien von kalkulierter PR, etc. – all die Freunde des pubertären Humors der Marke Apatow und co. wären wohl auch so ins Kino gegangen. Und hätten dort leider eins der schwächsten Werke, was diese durchgeknallte Bande bis jetzt produziert hat gezeigt bekommen!

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Lektionen in Zeitverschwendung #8: Ein Hauptgewinn für Papa (2006)

Titelbild © by ARD


Jeder sieht schlechte Filme, das liegt in der Natur der Sache. Der natürliche Auswahlprozess hilft jedoch in der Regel dabei, sie so gut wie möglich zu umschiffen. Doch wie ist es mit Werken, die mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Kategorie „Schund“ fallen? Manchmal siegt die Neugier – nach dem Sichten bleibt dann meist die ernüchternde Erkenntnis, dass es besser gewesen wäre auf die innere Stimme zu hören. Lektionen, die man lernen muss. Es besser zu wissen, aber trotzdem zu tun – das ist Zeitverschwendung. In dieser Rubrik berichte ich von meinen traurigen Versuchen ein Terrain zu beackern, das sich eigentlich schon beim ersten Blick als unfruchtbar heraus stellte – von meinen „Lektionen in Zeitverschwendung“. Eine Auflistung aller gelernten Lektionen findet ihr in der Kategorie des Blogs und kompakter auf dieser Übersichtsseite.


Fakten
Jahr: 2006
Genre: Liebeskomödie, Un-Film, Volksverdummung
Regie: Bodo Fürneisen
Drehbuch: Stefan Rogall
Besetzung: Heio von Stetten, Dana Vávrová, Anica Dobra
Kamera: Sebastian Richter
Musik: Tamás Kahanem, Rainer Böhm
Schnitt: Unbekannt


Review
Nun, wo ich den jahrelangen (nutzlosen) Widerstand aufgegeben und mich resignierend in die Fänge der Gebührenzahlung begeben habe, wollte ich mir auch mal ein Bild machen, wofür „meine hart verdienten Euros“ (haha) eigentlich ausgegeben werden. Deswegen ist dieses Wochenende keine meiner, ebenfalls von „hart verdienten Euros“ (allerdings freiwillig) erworbenen, BluRay-Discs oder Netflix-Streams über den Schirm geflimmert, sondern ich habe mich voll und ganz der federleichten, Schlaf-fördernden Berieselung von öffentlich rechtlicher Seite hingegeben.
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