Film geschaut: Morgan (2016)


Morgan (IMDb) – Science-Fiction/Thriller, USA, 2016 – Regie: Luke Scott, Skript: Seth W. Owen, Kamera: Mark Patten, Musik: Max Richter, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): 20th Century Fox


Review
Ich habe, da kann ich nichts machen, immer einen kräftigen Grundstock an Sympathie für (an Hollywood gemessen) kleine Genre-Filmchen, die sich auf potentiell ertragreichen Gebieten der Sci-Fi austoben. Erst recht, wenn auch noch starke Darsteller mit einem gewissen Namen mitmachen und somit die oft hinkende Komponente der dürftigen Darstellungen in B- und kleinen Filmen als potentieller Störfaktor wegfällt.

So geschehen in MORGAN (oder wie man in Deutschland titelte: DAS MORGAN PROJEKT) – bis auf Kate Mara macht sich der Rest der bekannteren Gilde (meint: Paul Giamatti & Jennifer Jason Leigh) zwar eher in Nebenrollen rar, was man von ihnen zu sehen bekommt ist jedoch einsame Spitze. Während Leigh als verwirrtes Opfer der Eröffnungsszene das Bett hüten (und dabei kryptische Monologe halten) muss, rasiert besonders Giamatti in seiner Schlüsselszene – einem Interview mit der titelgebenden Morgan zur Einschätzung ihrer Zurechnungsfähigkeit – mit diabolischer Intensität. Was für ein Darsteller. Und auch sonst liefert die Besetzung ab – so sehr Kate Mara in ihrer kühlen Business Suit auch fehl am Platz wirkt, gleicht dies die fantastische Anya Taylor-Joy als besagter genetisch modifizierter Retorten-Mensch Morgan locker wieder aus. Eine starke Präsenz kracht auf die nächste, schauspielerisch läuft in MORGAN also alles gut.  Film geschaut: Morgan (2016) weiterlesen

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Meinung: Media Monday #326

Wow, zwei Wochen in Folge bei Wulf’s Media Monday mitgemacht – da kann man ja fast von der Rückkehr der Regelmäßigkeit sprechen. Aber warten wir ab, es kommen noch weitere Montage.  Zunächst widme ich mich den sieben Lückentexten und versuche sie mit meinem Senf zu würzen. Viel Spaß!


1. Wenn ich eins beim Medienkonsum nicht gebrauchen kann, dann Stress. Deswegen habe ich auch wieder aufgehört, mir Rezensionsexemplare oder Screener schicken zu lassen – Filme und Serien schauen ist ein Hobby, die Auseinandersetzung mit ihnen eine Leidenschaft und die soll nicht durch Pflichten korrumpiert werden.

2. Der Wandel in den letzten 15 Minuten hat mir 10 CLOVERFIELD LANE gehörig verhagelt, denn leider wird der Film von einem packenden, psychologischen Kammerspiel abrupt zu einem der schlechtesten Sci-Fi-Actioner die ich kenne. Dabei ist nicht das Problem was passiert, sondern erstens wie es passiert (plump ist kein Ausdruck) und zweitens, dass das Ende trotz diverser Andeutungen im Vorfeld komplett künstlich hinten dran geklatscht wirkt. Mit dem Geist des Films zuvor hat dieser Müll GAR NICHTS zu tun!  Meinung: Media Monday #326 weiterlesen

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Podcast(s): Durch den Podcatcher gejagt #24 (2017)

Es gab mal eine Zeit – damals, ungefähr an dem Punkt der Historie, als große Schlachten um „den Ring sie zu knechten“ ausgefochten wurden und in anderen Welten Affen um einen seltsamen Monolith hüpften – in der ich meine gehörten Podcasts nahezu wöchentlich verbloggte. Dann kam eine Zeit, in der ich dem nachtrauerte, stetig Besserung gelobte und die Beiträge doch immer seltener verfasste. Und jetzt ist es so weit, dass ich fast 9 Monate nix gemacht habe. Damn. Die ganze Zeit wurden natürlich fleißig weiterhin alle hörenswerten Episoden in Antennapod mit dem Favoriten-Stern versehen, aber zwischen (ebenfalls seltener gewordenen) schriftlichen Filmrezensionen, erstaunlich regelmäßigem Podcasting bei Enough Talk! und der Superhero Unit, sowie (was wohl der Hauptgrund ist) komplett veränderter Lebenssituation fand ich die Muße nicht. Wenn ich nun alles aus der gesamten Zeit in den Post haue, wird er so lang, wie mein ganzer restlicher Blog zusammen, von daher habe ich die Historie etwas ausgedünnt und versuche eine bunte Mischung zu präsentieren. Stell dir vor, du hast noch nie einen Podcast gehört, dann könnte dieser amazing-Post hier dein Einstieg sein. Viel Spaß mit einer, ohne jeglichen Aktualitäts-Anspruch (fast) wahllos zusammengestellten Auswahl von gehörtem Quality-Laber-Shizzle aus 2017 und davor.

Filme & Serien

  • Neu ausgecheckt: In der Post Bequatschung „quatscht“ ein Haufen gut gelaunter Hosts über sehr viele Filme pro Episode. Obwohl mir die einzelnen Filme teilweise echt zu kurz kamen, plus ich teilweise die Aussagen etwas zu pauschal fand, gefiel mir die Chemie in #01: Awakening und ich höre auch in Zukunft wieder rein.
  • Auch neu ausgecheckt: Bitte Folgen | Der Serien-Talk. Ich mag Podcasts in denen gut gelaunt eine Menge Unsinn gesabbelt wird – glaubt man kaum, oder? Eben dieses tun der Blitz und Roger & Jonas (von Blumentopf) in ihrem spaßigen Format, in dem es auch ein Bißchen um Serien geht. Weil’s mein Einstieg war, hier S02E06 zu Frontier (2016) & The Expanse.
  • Bei Kino+  ging es in Episode #36 um das vielschichtige Thema Kultfilme. Jeder nennt ein Paar persönlichwichtige Kandidaten und es wird viel diskutiert, was den Begriff eigentlich ausmacht.
  • Die CineCouch ist mittlerweile bereits fast bei Nr. 220 angekommen. Egal, weil ich es kann plugge ich hier das große Jubiläum: In  Folge 200: Frag die Couch konnten Hörer, Podcaster, Weirdos und Marsbewohner Fragen stellen, die die Bande dann beantwortete. Besonders Michi, die sich mit Anekdoten aus ihrer Flöten-Unterricht-, Debatierclub- & Pfadfinder-Vergangenheit als waschechter Punk herausstellt, hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Rischtisch jut war auch die (milde) Abrechnung mit dem Thema Blockbuster in Folge 170. Ja, sind schon meistens gar nicht mal so gut diese Filmchen.
  • Und nochmal neu ausgecheckt (endlich!): Die Archivtöne geisterten schon eine ganze Weile in meiner Twitter-Bubble rum und überzeugten mich mit ihrem Beitrag zum letztjährigen Spätfilm-Adventskalender restlos. Wie es sich gehört, habe ich mit der ersten Folge angefangen: AT001: Lieblingsfilme und Victoria. Sympathisch, kompetent, abonniert!
  • Bei Nerdtalk gibt es oft starke Diskussion und Film-Vorstellungen, ich könnte also jede zweite oder dritte Sendung hier aufnehmen. Aber… Die Nerdtalk Extended zum Thema Wie schauen Blinde Kino? war einfach zu gut und verdrängt die regulären Sendungen in diesem Fall vom Pult. Wirklich spannende Einblicke in eine ganz andere Art Medien wahrzunehmen.
  • Ja, Christian hat in der Second Unit sowohl mit gelegentlichen Auftritten von ex-Host Tamino, wie auch zig anderen Gästen zigfach den Vogel abgeschossen. Die Second Unit #223 – Arrival nenne ich hier aber mal stellvertretend, weil es sehr rar ist, dass ein Film, den ich abgöttisch liebe für Tamino mal nicht „absolut dämlich“ und mit maximal 2 Punkten bewertet ist. Die beiden steigen echt tief in die Materie ein und liefern der Tiefe des Films angemessen einen großartigen Podcast ab.
  • Ein Thema was mir am Herzen liegt: Bei Stichwort:Drehbuch wurde im Podcast ein Diskussionspanel zum Thema Genrefilm in Deutschland. Realität oder Fiktion? veröffentlicht. Ich glaube fest an das deutsche Genre, die Sendung ist aber enorm aufschlussreich in puncto Stolpersteine & co. Das deutsche Genre könnte weit mehr florieren, wenn man Filmemacher einfach mal lassen würde!
  • Der letzte in der Kategorie neu ausgecheckt: Nachdem ich mit Nenad – seines Zeichens eine Hälfte der Bildnachwirkung – schon reichlich Kontakt auf Twitter hatte, wurde es Zeit, auch seine Sendung mal auf Herz und Nieren zu Prüfen. Auch hier habe ich mit der Episode #1 begonnen – es geht es um Ben Wheatley’s HIGH RISE. Bestanden, ihr werdet weiter gehört! Weil die zwei gemütlichen Wiener mir gut zusagen, habe ich auch noch direkt die Episode #3 zum großen Thema New Hollywood nachgeschoben – schöne Filmauswahl. Mag ich, ist abonniert!

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Meinung: Media Monday #325

Guten Morgen die Damen und Herren. Mal wieder widme ich den Montagmorgen meiner Teilnahme an Wulf’s Media Monday, heute in der Ausgabe #325. Ihr kennt den Deal, drüben im Medienjournal gibt es sieben Lückentexte, hier bei Jacker’s 2 Cents (und natürlich auch in zahlreichen anderen Blogs) werden sie mit Leben gefüllt. Ich hoffe, dass es mir gelingt etwas gescheites beizutragen Habt eine schöne Woche!


1. Wenn heutzutage noch immer Serien nur auf DVD und nicht auf Blu-ray veröffentlicht werden, fehlen mir dafür ehrlich gesagt die Worte! Gerade vorgestern war ich wieder eine Weile auf DVDbeaver und Caps-a-holic unterwegs, um die internationalen Releases einiger italienischer Giallo-Klassiker zu vergleichen und habe wieder schmerzlich vor Augen geführt bekommen, wie extrem die DVD gegen die BluRay abstinkt. Wie auch nicht? Denn bei Scans analog gefilmter Quellen, mag ich gar nicht anfangen zu rechnen, wie viel hundert K man braucht, bis bei maximalem Zoom in das Bild auch Form des Filmkorns, etc. korrekt abgebildet sind. Die Grenze ist da das Atom. Bei digital, also heute mindestens in 4K gefilmtem Material, stellt die DVD ein Schrumpfen auf – festhalten – ein SECHZEHNTEL des Ausgangsmaterials dar – mehr braucht man wohl nicht sagen. Für mich ist die DVD tot und die Male,  in denen ich aufgrund von fehlender Verfügbarkeit einer BluRay noch zu ihr greifen muss, nerven mich sehr. Das Bild ist einfach zu schlecht. Nicht suboptimal, nicht mittelmäßig, sondern einfach schlechtMeinung: Media Monday #325 weiterlesen

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Ein Paar Worte zu: Billy Lynn’s Long Halftime Walk (2016)


Billy Lynn’s Long Halftime Walk (IMDb) – Kriegsfilm/Drama, USA/China, 2016 – Regie: Ang Lee, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Sony Pictures Home Entertainment


Review
Ein Kriegsfilm, der sich komplett auf das Innerste (s)einer Figur(en) stürzt und im gleichen Zug noch absurde Propaganda-Mechanismen kriegsgeiler Nationen (hier USA) demontiert, müsste eigentlich genau mein Ding sein. Keine Gefahr der Verlockung von heroisierendem Schlachten-Bullshit auf den Leim zu gehen, Kritik an dem, was hart kritisiert werden muss und hinten raus die richtige Aussage – klingt gut.

So viel zur Theorie.

Denn auch wenn ich glaube, dass Ang Lee mit Billy Lynn’s über zwei Wochen ausgedehntem PR-Wirksamen Halbzeit-Spaziergang – was hier wohl nicht bloß die durch-inszenierte Halbzeit des Footballspiels, sondern seines persönlichen Erlebens des Krieges meint – zumindest zeitweise in besagte Richtung wollte, kommt emotional nicht wirklich viel bei mir an. Sein Trauma wird gestreift, die emotionale Zerstörtheit der verbliebenen Familie zuhause wird gestreift und auch die Zustände in einem Land, welches junge Männer nach wie vor über perfide Wege in den Krieg lotst, werden gestreift. Eine partielle Dekonstruktion des aufgebauschten Helden-Pathos gelingt dabei auch, BILLY LYNN schafft ein Gefühl dafür, wie verdreht und falsch es ist, dass ein Mensch für den „schlimmsten Tag seines Lebens“ auf Händen getragen und gefeiert wird, indem der Film immer wieder zwischen Absurdität und Beklemmung schwankende Szenen generiert, in denen sich Billy sichtlich unwohl fühlt. Ein Paar Worte zu: Billy Lynn’s Long Halftime Walk (2016) weiterlesen

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