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Meinung: Media Monday #225

Puh, mal wieder ein ordentliches WE hinter mir. Mein Freundeskreis erzielte mit der dritten Hochzeit in diesem Jahr nun den Hattrick und wir ließen es in Form eines Festes von erneut epischen Ausmaßen (das letzte ging dem Media Monday #216 voraus) mächtig krachen. Lahme Beine vom Bouncen auf der Tanzfläche und eine leichte Rest-Zerstörtheit begleiten mich nun beim Wochenstart – dafür war ich heute allerdings schon erstaunlich produktiv. Das gute ist: der Marathon aus Junggesellen-Abschieden, von denen ich einen selbst geplant habe, was recht aufwändig war, da das ganze ein paar Nummern interessanter als der übliche “in der Fußgängerzone saufen”-Bullshit werden sollte und höchst umfangreichen Geschenk-Vorbereitungen ist nun vorbei. Geschenk? Umfangreich? Ja, denn für die Freunde die dieses WE “Ja” sagten, haben wir zu zehnt einen Kurzfilm (von 20 Minuten) gedreht, in dem wir das Paar spielen und auf augenzwinkernde Art die Eigenarten der beiden kokettieren. Den hab ich dann über  letzten Wochen am WE und nach Feierabend mit meiner Freundin geschnitten, was extrem viel Spaß machte, aber insgesamt sicher 60h dauerte, da wir uns von 0 an erstmal mit der Software vertraut machen mussten, die Stunden an Rohmaterial sichten, den “audiovisuellen Fluss” finden (haha), Musik aussuchen, etc. Da der nun fertig ist (und das Konzept aufging, weil die Besucher der Feier, allen voran das Brautpaar, teilweise vor lachen am Boden lagen, als wir ihn vorführten) ist Zeit zum durchatmen, für den Horrorctober, mal wieder Laufen zu gehen, usw. nach dieser längsten Einleitung, ever (die raus musste, weil wir auf unseren kleinen Film schon ein Bisschen stolz waren und sind ) geht es aber nun endlich in den Media Monday #225. Mal sehen, was Wulf sich heute wieder für Fragen ausgedacht hat…


1. Mit den Filmen von/mit Jean-Luc Godard kann man mich ja echt jagen, denn völlig fernab von dem, was sie filmhistorisch angestoßen und geleistet haben, versprüht in meinen Augen jedes Frame Selbstverliebtheit und Arroganz. Viele nennen das “cool”. Ich nicht.


Trailer © by Koch Media GmbH

2. Der Trailer zu THE RAID II (genau genommen der Red Band Trailer), hat mich letztes so krass geflasht, dass ich erstmalig seit Jahren mal wieder einen Trailer/Teaser mehrfach geschaut habe. Ist seitdem nicht wieder vorgekommen.

3. Der deutsche Slasher/Giallo MASKS braucht sich nicht vor einschlägigen Genre-Vertretern zu verstecken, schließlich lebt er (selbstverständlich für einen 2011er Giallo) stark von Hommage und Reminiszenz der Altmeister, findet aber dennoch eine eigene Sprache und gelingt somit. Zudem ist es immer wieder schön zu bemerken, dass sich auch in Deutschland straighte Genre-Kost getraut wird.

4. Während mir AVENGERS ja noch richtig gut gefiel, war der Nachfolger AVENGERS – AGE OF ULTRON leider nur noch Durchschnitt. Künstlich erzeugte Referenzen auf den Vorgänger, die nur nervten, zu lange und zu öde Action-Szenen, die man wohl als reinen Fan-Service werten kann (Hulk-Buster) und insgesamt leider das Gefühl Whedon durfte nicht recht wie er wollte, machen den Film in allen belangen unrunder als den ersten Teil.

5. Der Horroctober ist im vollen Gang. Ich für meinen Teil kam nicht so recht in den Gang, weil privat so unglaublich viel los war. Habe diesen Monat genau fünf Filme gesehen und das waren genau die 5 Horrorfilme. Aber jetzt ist Ruhe und ich werde dazu kommen in altbekanntem Tempo weiter zu machen. Die 13 ist noch nicht gefährdet

6. Von der Bildsprache her ist SPRING BREAKERS der pure Wahnsinn, denn zum einen scheine ich auf Neon-Licht zu stehen (nicht umsonst schätze/liebe ich SUSPIRIA, ONLY GOD FORGIVES, LOST RIVER und ENTER THE VOID sehr), zum anderen (und das kann man wohl eigentlich zum ersten Punkt hinzufügen) ist Benoît Debie ein schierer Kamera-Gott. Was der Mann aus unserer Welt heraus holt, ist vom anderen Stern.

7. Zuletzt habe ich Samstag Nacht zu guter Musik gebouncet und das war ein wahrer Ohrenschmaus, weil Hochzeiten ja musikalisch oft eher Kompromiss als Qualität sind, die beiden jedoch im Vorfeld viel Überlegungen in die DJ-Wahl gesteckt hatten, ihm einer Wish- und Blacklist eine Idee vom angemessenen Sound gegeben haben (Pitbull, Will.I.am und Helene Fischer wurden als Rausschmiss-Gründe angeführt) und wir nun u.A. zu Marsimoto, TNGHT und Ramones herum gehüpft sind. Läuft!


Das war es von mir. Habt ihr auch schon eigene kleine Filme geschnitten, würdet ihr lieber zur ollen Helene als zu Marsi tanzen und ist Debie das Genie als das ich ihn hier feiere? Lasst doch mal eure Meinung da

6 Gedanken zu „Meinung: Media Monday #225“

    1. Und wie! SPRING BREAKERS würde ich als gekonnte Analyse des (bzw. Kritik am) Lebenstil einer ganzen Generation sehen und was in ENTER THE VOID in Bezug auf buddhistische Lehre, das Bardo Thödröl, etc. geht, ist eh vom anderen Stern!

  1. Spring Breakers mochte ich vom visuellen her auch extrem, der war irgendwie von einem anderen Stern. Lost River hab ich mir am Wochenende gekauft, bisher kam ich aber nicht dazu bin aber schon gespannt was der gute Gosling da gezaubert hat.

    In Sachen Horrorctober können wir uns zusammentun, ich hab es bisher auf 3 von 13 gebracht, ich hoffe ich krieg das aufgeholt. Hab für Freitag einen Stummfilmabend mit meiner Mama geplant, vielleicht kriegen wir da Nosferatu und Caligari unter. Sie hat immer so enorm Freude an älteren Filmen, und immer wenn ich zu Besuch bin kann ich da ein wenig nachholen

    Die Hochzeit klingt total cool. Ich sammel auch immer total coole Ideen, aber die scheitern meistens schon im Vorfeld an meinem Partner. Dabei würde ich eine Torte mit Alien und Predator statt Braut und Bräutigam echt genial finden

    1. LOST RIVER wurde sehr stark runter gemacht. Und ich versteh’s nicht. Er ist ganz klar von einem Haufen großer Namen beeinflusst (u.A. eben Korine, Noé, Refn, Malick), aber findet eine interessante Art seinen Standpunkt filmisch zu vertreten. Es geht halt sehr um Aussage und Subtext. Wenn es “klassisch” wird, also z.B. Dialoge im Fokus stehen, merkt man ihm die wenige Erfahrung etwas an, da holpert es ab und an ein wenig, dennoch hab ich den Film im Kino und auch nun zuhause schon erneut gesehen und konnte beide Male fest stellen, dass die Stärken derartige kleinere Schwächen locker ausbügeln!

      Bim Horrorctober hab ich das Gefühl, von 3-4 Power-Bingern abgesehen, krepelt jeder erst so zwischen 4 und 6 Filmen herum. Naja, jetzt hab ich mehr Zeit, jetzt ziehe ich an

      Dass deine Ideen nicht auf Gegenliebe stoßen ist natürlich schade Am WE wurde die Torte zum STAR WARS Theme angeschnitten

    1. Das hat auch so viel Spaß gemacht und war ein schönes Beispiel dafür, wie eine fixe Idee sich verselbstständigt “Lass mal ein paar kurze Clips mit den Eigenarten der beiden drehen” wurde zu “wie wäre es, wenn es eine richtige Story gibt” wurde zu “die zwei als TATORT Komissare, die an nem Fall arbeiten und im Zuge dessen ständig in Situationen geraten, die ihre Macken zu Tage fördern”. Und Schnitt macht verdammt viel Spaß!

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