Film: Mad Max – Fury Road (2015)


Trailer © by Warner


Fakten
Jahr: 2015
Genre: Action, Action², Action³³³
Regie: George Miller, Nick Lathouris, Brendan McCarthy
Drehbuch: George Miller
Besetzung: Charlize Theron, Tom Hardy, eine Hand voll Topmodels, ein paar angemalte Kasper
Kamera: John Seale
Musik: JunkieXL
Schnitt: Margaret Sixel


Review
Gerade vor wenigen Tagen habe ich mit dem Moviepilot User „TheDrPepperPower“ (AKA eine Hälfte des Second Unit Podcasts) über den Ansatz beim Filme bewerten auf Rating-Plattformen „gesprochen“. Wir kamen eigentlich beide zu dem Schluss, dass Viewing-Pleasure der einzige sinnvolle Faktor ist. Einfach einstufen, wie gut der Film gefallen hat, dafür eine stringente eigene Skala entwickeln und Klick.

Würde ich mich im vorliegenden Fall streng danach richten, wäre FURY ROAD eine einfache Nummer – Null Punkte geben und fertig ist die Laube. Ich mochte zwar etwa die ersten 10-15 Minuten noch bedingt, weil sie (obwohl man quasi alles schon aus dem Trailer kannte) relativ atmosphärisch sind und eben noch IRGENDETWAS über Action hinaus bieten, aber dann ging es so steil bergab, dass das Verkehrsschild für dieses Gefälle noch erfunden werden muss. Mein Problem beschriebt folgende Frage: Ist ein Actionfilm denn wirklich umso besser, je MEHR Action er bietet? Nach dem achtzigtausendsten sich überschlagenden Auto in Folge (und es ist mir bei dieser Übersättigung schlicht egal, ob es ein echtes Auto oder nur Pixel sind) hatte die ermüdende, nie enden wollende Materialschlacht mich so weit, dass ich vor lauter Hass Dinge gegen die Leinwand schmeißen wollte. Alles so unendlich ZU VIEL. Zu viel, zu laut, zu pausenlos. Wie soll noch Wirkung aufkommen, wenn alle Regler auf 11 stehen und ein Dampfhammer mir 110 Minuten mit voller Kraft in die Fresse haut? Die ersten drei Schläge schmerzen noch, danach wird‘s taub. Ich hatte schon nach etwa einer Stunde Laufzeit nicht das Gefühl, der Film könne mir noch irgendetwas bieten, das ich nicht vorher schon in endloser, x-facher Variation gesehen habe. Als der grenzdebil von Hardy gespielte Max dann knapp vor Ende diese absurde Gitarrenspieler-Figur auf dem fahrenden Bassturm mit der eigenen Gitarre vertrimmt, habe ich kurz überlegt erstmalig in meinem Leben das Kino früher zu verlassen, dann auf die Uhr geguckt und beschlossen die 10 Minuten auch noch auszusitzen. Das Ende hab ich dementsprechend halb verdöst.

Ich habe selten einen Film, der in den ersten Minuten noch starke Atmo aufbaut, diese Atmo so gnadenlos verschenken sehen. Top-Fazit für einen reinen Actionfilm: Als die Action losging hat er mich verloren und ich habe wohl selten etwas unbeteiligter angesehen. Ich hatte das Gefühl, dass Miller nicht daran interessiert ist, dem Zuschauer IRGENDETWAS abseits der Action zu geben, an das man binden könnte – weil dieses Gefühl von Anfang an bestand, hat mich dann eben auch recht schnell die Action nicht mehr gepackt. Dass es keine Handlung im Plot-Sinne gibt ist weder schlimm, noch stört mich das sonst bei Filmen, die andere Schwerpunkte setzen. Aber starke Figuren – charakterlich stark und ausformuliert, nicht bloß fähig mit der Knarre – brauche ich auch, oder vielleicht GERADE in einem Plot-freien Film wie diesem. Furiosa war tough, das war allerdings auch ihre einzige Eigenschaft und Hardy als Mad Max kam mir (und das ist nicht abwertend, sondern als reine Beobachtung gemeint) wie ein geistig behinderter vor. Man kann in den Film natürlich mächtig was rein interpretieren – die Rettung der „reinen“ Frauen aus der Hand der Männer, durch eine weitere starke Frau in einem Actionfilm als Sinnbild für den Gezeitenwechsel im Kino. Stimmt alles, ist löblich und im Nachhinein betrachtet eine tolle Entwicklung im Actionfilm, hat mir aber NULL Viewing-Pleasure mehr gegeben, weil es halt Subtext ist.

Aber ich bin selbst schuld, denn „höre auf deinen Bauch“ wäre die Devise gewesen. Ich hatte (ohne Kenntnis des eigentlichen Trailers) im Kino den Extended-Trailer ertragen und wollte den Film danach einfach nicht sehen. Irgendetwas in mir hat ganz laut geschrien: „Das ist nichts für dich“. Nachdem ich das (ebenfalls auf Moviepilot) kund tat und vollkommen unerwarteter Weise heftigsten Gegenwind bekam, guckte ich mir den regulären Trailer an, fand den weit besser und besagter Tamino, aber auch andere User wie Deekin (vom Abseitshöhle Blog), etc. haben mich nach und nach zum Schauen überredet. Mit Phrasen wie „Revolution des Actionkinos“ wurde um sich geworfen. Dann ein Regen an Neuner und Zehner Wertungen überall im Netz. Also hab ich ihn doch geguckt – und hatte natürlich sogar Lust drauf, sonst hätte ich es gelassen.

Ganz selten gibt es Filme, dessen gemeinsamer Nenner mit mir offensichtlich so klein ist, dass ich sie nicht nur einfach nicht mag, sondern regelrecht hasse, durch sie wütend werde, fluchen und Galle spucken möchte, die Sichtung als Tortur empfinde und danach eigentlich einen Punching-Bag bräuchte. So einer war FURY ROAD für mich. Von Minute 15 bis zur letzten Sekunde. Weil es aber, RATIONAL betrachtet, doch einige Aspekte in diesem Film gibt, die völlig unabhängig von meiner Meinung Lob verdienen, gebe ich dem Film keine Null Punkte, sondern bastele mir nun rein faktenbasiert eine einigermaßen faire Wertung zusammen:

  • Am lobenswertesten ist definitiv die Seite des Films, welche die gestrig-reaktionären Vollhonks dieser Welt gerade auf die Barrikaden gehen und laut grunzen lässt (wundervoll sarkastisch HIER kommentiert): FURY ROAD dreht mit absoluter Selbstverständlichkeit die festgefahrenen Rollenmuster im Actionfilm um. Eine starke Frau, die in keinster Weise auf „heldenhafte“ Männer angewiesen ist, rettet gefangene Frauen, die noch während der Rettung, anstatt nach (ekelhafter) Norm des Genres ein hysterischer Klotz am Bein zu sein, ähnliche Eigenschaften entwickeln. „Ey, Miller du hast mit deiner Feministen-Propaganda den Actionfilm ruiniert“ – gut so ihr Spackos, geht UFC gucken oder so. Das ist mir sogar 2P wert.
  • Nächster Punkt: Isoliert betrachtet, rockt das Stuntteam natürlich alles weg. Was hier aufgefahren wird ist in lebensgefährlichem Ausmaß halsbrecherisch, weit wahnsinniger als jede einzelne Figur im Film und absolut beeindruckend. Hut ab. Miller tut sich aber mit dem quasi-inflationären Einsatz solch stark umgesetzter Action keinen gefallen. Es nutzt sich wegen der unendlichen Wiederholungen für mich bereits nach 10 Minuten ab. Und was noch gravierender ist (hiermit greife ich obige Frage wieder auf): das Vorhandensein von handgemachten Stunts, egal wie hochwertig, hat für mich noch GAR KEINEN Einfluss auf die Qualität eines Films als FILM (und eben nicht als Stunt-Showcase). In Zeiten des generischen CGI-Blockbuster-Bombasts, lasse ich für die formelle Qualität der Action trotzdem einen extra-Punkt springen.
  • Zuletzt fällt mir noch die Sandsturm-Szene ein. Sie war mächtig und hat mich als einzige Szene des Films gepackt und mitgerissen. Abseits des immer gleichen Geheizes im Wüstenstaub, konnte sie audiovisuell Abwechslung einbauen und sah, knapp ausgedrückt, einfach hammergeil aus. Auch dafür noch ein Punkt. Aber das war es. Ich finde nichts was mir sonst noch gefallen hat. Für Hardys sabbernd-grunzendes debilen-Spiel (was die unterirdische Synchro noch weiter verhunzt) müsste ich eigentlich wieder Punkte abziehen, für all den Schwachsinn, den Miller uns auftischt auch. Aber ich lasse das jetzt einfach so stehen. FURY ROAD ist ein beeindruckendes Stunt-Showcase, dass aber auch als einzel-Clips auf Youtube geladen werden könnte, weil das Endprodukt aus narrativer Sicht völlig hohl, gar stumpfsinnig, in sich selbst zusammenfällt. Große Action in einem fürchterlichen Film. Miller hat nichts zu erzählen und was er stattdessen zeigt interessiert mich nicht.

Aber warum?
Nun etwas Selbst-Analyse: Vielleicht ist FURY ROAD sogar wirklich ein Meilenstein des Actionfilms, wie es alle sagen – wenn dem so sein sollte bestätigt es nur eine Tendenz, die ich bei mir schon eine Weile beobachte: übertriebene Action-Orgien wirken auf mich mit ganz wenigen Ausnahmen, die ich teilweise begründen kann (RAID II), teilweise aber auch nicht (MAN OF STEEL) nur noch ermüdend, ich empfinde überhaupt so gut wie jede Action-Szene als zu lang und wenn es am Ende in Filmen dann so richtig knallt, bin ich gedanklich meist schon im Abspann, weil das für mich gefühlt die uninteressantesten Segmente sind. es scheint, als ob FURY ROAD mir etwas unerwartetes gezeigt hat (und es fühlt sich komisch an, sich das einzugestehen, weil man ja denkt sich und seinen Geschmack zu kennen und das hier ein Wendepunkt sein könnte): und zwar wurde mir durch diesen Film vor Augen geführt, dass der regelmäßige Abturn, den ich am Ende moderner Blockbuster in 9 von 10 Fällen (vielleicht auch 99 von 100) empfinde, gar nicht, wie bis jetzt vermutet die CGI-Overdose, sondern scheinbar einfach die Action-Overdose an sich ist. So. Erstmal verdauen. Kann das sein? Wenn ich mir überlege, welche Filme mir in den letzten Jahren Stürme den ungläubigen Begeisterung entlockt haben, mich flashten wie nichts anderes und sprachlos zurück ließen (z.B. UNDER THE SKIN, UPSTREAM COLOUR, EX MACHINA, LA GRANDE BELLEZZA), dann folgt eine logische Erkenntnis, aus deren Konsequenz ich folgenden Schluss ziehe:

Ich bin scheinbar einfach raus, was reine Actionfilme betrifft.

Vielleicht nur moderne, vielleicht hat mein Geschmack sich aber auch schon so weit davon weg entwickelt, dass auch klassiche Flicks ab einem gewissen Action-Level für mich nicht mehr funktionieren. Ich will und erwarte einfach mehr von einem Film, als Krach und Explosionen. Allerdings freue ich mich für jeden, der in diesem Film die Erleuchtung gefunden hat – ICH PERSÖNLICH empfand ihn als höchst stumpfsinnigen, repetiv-ermüdenden Brachialterror, der sich in seiner Wirkung auf mich in keinster Weise von TRANSFORMERS unterscheidet. Nur eben mit echten Autos, statt digitalen Robotern.


Wertung
Ein Hassfilm, der aus vernunft 4 von 10 Punkten bekommt


Weblinks
IMDB
MOVIEPILOT
LETTERBOXD
Streamen: Werstreamt.es
Leihen: LOVEFILM
AMAZON (*) (falls ihr das Widget nicht seht, wird es von eurem Ad-Blocker gekillt):

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30 Gedanken zu „Film: Mad Max – Fury Road (2015)“

  1. Mein lieber Scholli, was war da denn los? Sicher dass du wirklich den „Fury Road“ und nicht doch Transformers geschaut hast? ne aber mal im Ernst, dass Fury Road nur „Krach und Explosionen“ sei kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Da gibt es doch so viele philosophische Denkanstöße wie „In der alten Welt war es nicht notwendig jemanden umzubringen“ oder die möglichen Bezüge zur aktuellen Flüchtlingsthematik. Sicher, der Film besteht zu 95% aus Action, aber trotzdem wird er von vielen nur auf einen pefekt inszenierten Actioner reduziert

  2. Wollte hier schon lange mal vorbeischauen, da du ja dein „Unwesen“ auch auf unserem Blog treibst

    Stehst mit dieser Meinung zum Film ja recht alleine da. Das große, angepriesene Meisterwerk habe allerdings auch ich nicht bekommen. Die tiefgehenden Elemente des Films habe ich zwar als solche wahrgenommen, viel rausgeholt hat man allerdings nicht. Viel mehr war ich von der Ästhetik Millers beeindruckt. Verstehe deine Punkte aber sehr gut. Werde hier demnächst öfters rumlungern

    1. Hey Tim, freut mich, dass du mal vorbei geschaut hast

      Ich werde mir MM:FR sicher irgendwann noch mal zu Gemüte führen. jetzt weiß ich, worauf ich mich einlasse und suche mir am besten einen Tag aus, wo ich mal richtig brachiale Action will. Kommt selten vor, passe ich dann aber ab Bei mir kann es nämlich immer sein, dass ein Film mich fernab aller Qualitäten aufgrund meiner Tagesform einfach nervt…

  3. Nachdem ich mich im Blog der Singenden Lehrerin mit meinem Gemotze über MMFR nicht weiter unbeliebt machen will, schaue ich mal hier vorbei.

    Also, ich stimme dieser Kritik fast voll zu – ich komme inzwischen „aus Vernunft“ auch genau auf 4/10 Punkten. Ausschliesslich wegen Optik, Ausstattung und Effekten. Also: Style 4, Substance 0.

    Nicht zustimmen kann ich jedoch in Sachen angeblich „feminististischer“ Message im Film. Es mag zwar von Miller so beabsichtigt gewesen sein, geht aber IMHO vollkommen in die Hose. Denn:

    **** SPOILER ****
    Die Frauen, insbesondere Charlize Theron sind nur oberflächlich „stark“ (Militärhaarschnitt, fetter Truck und Knarren), leider aber – vorsichtig formuliert – ziemlich …unintelligent… und damit (geistig) schwach. Wieso das? Erinnern wir uns an den Schluss: Hätte Mad Max – und damit wieder mal „der Mann“ – den Frauen nicht gesagt, wo es lang geht, wären die allesamt in die Wüste gefahren und dort krepiert. Dazu kommt noch, dass sie offenbar an Dyskalkulie leiden – denn wie bitte sollen die paar läppischen Benzinkanister für 160 Tage Fahrt durch die Salzwüste reichen? Am Ende werden hier so zwei der beliebtesten Chauvi-Vorurteile perpetuiert: Frauen haben keinen Orientierungssinn bzw. räumliches Vorstellungsvermögen und Sinn für Entfernungen und können nicht rechnen. Und deswegen sind sie ohne Mann aufgeschmissen. Und das soll eine „feministische“ Message sein?
    **** SPOILER ***

    Ironischerweise ist es bei „Jurassic World“ dem ein „Sexismus!“-Aufschrei entgegenschwappte, weil die Protagonistin ihre High Heels im Film nicht auszieht und am Anfang als Karrierefrau eher unsympathisch rüberkommt, genau umgekehrt: Sie ist sehr intelligent (wird bei der Exposition des Charakters schon in einer scheinbar nebensächlichen Szene angedeutet) und hat am Schluss den rettenden Einfall.

    1. Schön, wenn sich über Ecken neue Leser erschließen

      Seit ich das vor etwa einem Monat geschrieben habe, hab ich noch einiges an Gedanken zu dem Thema in mich aufgesogen und denke nun ebenfalls ein bißchen anders darüber. Theron als toughe Anführerin blendet in der Beziehung ein wenig – so was gibt es tatsächlich selten – aber genau die von dir angesprochenen Punkte (plus der generellen Darstellung der befreiten Frauen – optisch wie charakterlich) revidieren diesen Aspekt wieder. Am Ende ist eben doch Max der Retter.

  4. Mir fällt gerade ein: hat Bernd eigentlich jemals einen Film NICHT gemocht, bzw. Tamino-mäßig runtergemacht?
    Bei ihm kommt ja selbst PRINZESSIN LILLIFEE supergut weg…
    Diese Streitkultur kenne ich auch erst seit Second Unit, vorher ist mir das nicht aufgefallen.

  5. Hoi jacker,
    es geschehen noch Zeichen und Wunder: der gute Bernd hat die Flimmerfreunde reaktiviert und einen Podcast zum verrückten Maxe gemacht.
    Das Ergebnis wird dir nicht gefallen, aber der Weg dahin ist wieder sehr unterhaltsam.

  6. Ich muss ja auch gestehen, dass ich den Film zuerst gar nicht sehen wollte. Der Trailer sieht in meinen Augen nämlich katastrophal aus. Als ich dann ein Video gesehen habe, in dem die Stunts gezeigt wurden, war ich ganz schön vor den Kopf gestoßen. Was ich im Trailer alles als pure CGI-Macharten vermutete waren tatsächliche, physische Effekte. Und dann kamen die ganzen positiven, ja überpositiven Kritiken und Meinungen.

    Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber seit Kinostart ist zumindest der Wille, den Film im Kino zu sehen doch gereift. Krankheit und andere Verpflichtungen wegen habe ich es aber noch nicht geschafft und mittlerweile ist der kleine innere Hype auch schon wieder verflogen und neue Filme kommen ins Kino. Da mich ja seit Jahren die großen Blockbuster reihenweise enttäuscht haben (ab und an gibt es natürlich auch da Lichtblicke wie Guardians of the Galaxy), trauere ich dem Action-Feuerwerk auch nicht sonderlich nach.

    Deine Meinung spiegelt immerhin meine noch vor einigen Wochen vorgefertigte Meinung wieder, dass ich von dem Actionfilm wohl auch gelangweilt sein könnte.

    1. Komischerweise funktioniert der ja auch (oder sogar gerade) bei Leuten die wenig mit Action anfangen können. Ich weiß es gerade nicht mehr, wie viel mit Action eigentlich gibt. Muss mal ne filmische Selbstfindungsphase einleiten

  7. Mir geht es bei anderen Filmen so. Egal ob Fast & Furious, Transformers oder sogar jüngst Age of Ultron: Ist mir zu dumpf und langweilig. Age of Ultron fand ich z.B. etwas öde, da es nahezu eine Kopie des ersten Avengers war. Fury Road hat wenig Story und tiefe Charaktere (was auch imho die alten Max Filme hatten), aber das was angedeutet wurde reichte mir um dem Background der Figuren habhaft zu werden und ihre Handlungsweisen zu verstehen. Die Schauwerte waren für mich nahezu minütlich vorhanden und die Action fast permanent unterhaltsam, aber eben auch zur rechten Zeit unterbrochen und die Geschwindigkeit rausgenommen. Die Idee welcher Weg am Ende genommen wird, fand ich dann sehr amüsant.

    1. Jo, den neuen AVENGERS fand ich auch recht schwach (Review ist im Blog der nächste Eintrag). Hier hat mich die Action nicht gepackt. Ich weiß auch nicht warum, denn die war natürlich auf höchstem Level inszeniert. Manchmal funkt es einfach nicht…

  8. Auch wenn ich große Hoffnungen für den Film habe, freut mich deine Kritik doch sehr, da ich mich nicht ganz so schlecht fühle, wenn ich es nun doch nicht ins Kino schaffe. Vielleicht würde er mir ja auch nicht gefallen?

    1. So sehr der Film an mir vorbei gelaufen ist: Wenn, dann Kino
      Ich glaube ich muss generell der übertrieben Action absagen – aber wenn sie für dich wirkt, dann auf der Leinwand noch besser!

  9. Habe es ja schon an anderer Stelle geschrieben: Schade dass er dich nicht dort abholen konnte, wo es scheinbar bei 95% aller anderen gelungen ist. Aber auch das passiert. Subjektivität ftw! Wäre langweilig, wenn jeder das gleiche mögen würde.
    Ich für mich kann durchaus mehr Gefallen an solch einem handgemachten Film erkennen. CGI-Gedöse wirkt auf mich um Welten ermüdender. Da ist nun wirklich alles over the top, es zieht sich bis zum geht nicht mehr und man wird den Gedanken nicht los, dass alles was vorher passierte nur für diesen unnötigen bombastischen Showdown diente. Als reines Mittel zum Zweck. Egal welchen Marvelfilm man sich bspw. zur Brust nimmt, sie unterhalten. Dem ersten Avengers drücke ich bedenkenlos 9 Punkte in die Hand. Und dennoch ist das Finale so lieblos und langgezogen, dass es mich irgendwann zwischen all den Trümmern stehen lässt. Und da kommt kein Iron Man vorbeigeflogen, der einen aus der Misere befreit… Bei „Fury Road“ hingegen hatte ich ein komplett anderes Gefühl. Es gab wieder etwas zu entdecken, etwas, das man so kaum noch kannte. Etwas greifbares und so kaputt das alles auch sein mag, es wirkte real.

    Die rationalen Gedanken kann ich nachvollziehen. Aber warum ziehst du deine Wertung nicht gnadenlos durch. Egal wie gut (oder schlecht) gemacht ein Film auch sein mag, er muss einen doch ansprechen. Und bei dir ging er beinahe komplett vorbei. Warum also nicht wertungstechnisch dazu stehen? Das führt doch den Sinn dahinter wieder ad absurdum…

    1. Bei dem Film hab ich einfach das Gefühl, dass er keine Null Punkte verdient. Ich gebe sonst auch ab und zu vom Kopf aus Aufschläge für z.b. besonder Substanz, oder Abzüge für z.b. Moralische Fragwürdigkeit. Hier merke ich wie viel Herzblut drin steckt, aber schwinge weder ansatzweise auf der gleichen Welle, noch kann ich verstehen wie man 90% der Laufzeit Action in den Film stopfen kann. Trotzdem erscheint mit hier ne faire Wertung aNgemessen

  10. Sehr schade, dass dir der Film nichts gegeben hat. Ich muss aber auch sagen, dass du nach meinem Gefühl einige Aspekte zu schlecht machst.
    Die Figuren werden in vielen Kritiken als dünn bezeichnet, aber irgendwo erkennt man in ihnen doch viele unterschiedliche charakterliche Ausprägungen. Max ist zunächst schweigsamer Einzelgänger, solidarisiert sich dann aber mit den Frauen. Die wiederum unterscheiden sich auch voneinander: Eine ist schnell schießende Drauf gängerin, die nächste ist ängstlich und will mehrfach umkehren, die Adler Frau klammert ihre letzte Hoffnung in einer apokalyptischen Welt an ihre Kerne und Triebe. Die rothaarige zeigt sich dem eigentlich feindlichen Warboy gegenüber sehr empathisch, der dadurch ebenfalls eine Emanzipation von seiner Rolle innerhalb der patriarchalen Welt erlebt und sich gegen Ende für sie opfert. Klar sind das alles keine ausformulierten Charaktere, aber es ist doch mehr, als mir viele andere Blockbuster geben.

    Das hohe Tempo und die sich wiederholende Action kann sicher ein Problem darstellen, aber der nächtliche zweite Akt entschleunigt das Geschehen ja für längere Zeit und reicht für mich persönlich voll aus.

    Zum Plot: Der ist mehr als zweckmäßig, aber durchaus existent. Wichtig ist hier für mich, dass Plot und Subtext Hand in Hand gehen. Die Flucht von der Citadel ist die Flucht vor einer tyrannischen patriarchalen Diktatur. Mad Max sagt uns, dass wir die Ressourcen zurückerobern müssen, anstatt das Heil woanders zu suchen. Dass Millee dadurch das Finale als Rückweg inszeniert, ist ganz großes Tennis und ein Augenzwinkern in Richtung der Norm, sich mit den Showdown immer überbieten zu wollen. Zudem wird die Welt mit vielen Details angereichert, die nicht erklärt werden und auch keine Erklärung brauchen, um die Welt lebendig zu machen. Beispiel: Die „Religion“ um Walhalla und das Silber spray, die Vogel artigen Wesen mit den Stelzen im Sumpf, usw.

    Für mich der Beweis, dass ich das Blockbuster Kino noch immer schätzen kann und der unterhaltsamste Film seit Jahren. Schade, dass es dir nicht ähnlich geht.

    1. Das Problem ist, dass durch den stetigen Abturn beim schauen recht schnell die Aufmerksamkeit nur noch bei 50% war und man zudem wenig motiviert ist, in nem fürchterlichen Filmerlebnis noch das gute zu suchen. Hab heute bei Second Unit schon gehört, wie viel man scheinbar daraus ziehen kann, wenn das Filmerlebnis toll war – und ich kenne das ja auch. Bei vielen Filmen verstehe ich nicht, wie man die hohl finden kann (SPRING BREAKERS), aber viele zeigen mir nen Vogel dafür.

      Ich glaube ich wende mich fürs erste vollkommen von Blockbustern ab. Reicht mir einfach hin.

      1. Das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Ab und zu traue ich mich nach ein paar Jahren mal wieder an solche Filme heran, um vielleicht meine eigene Abneigung widerlegen zu können. Oder man akzeptiert halt einfach, dass einem nicht alles gefallen kann. Spring breakers ist ein tolles Beispiel, den fand ich auch super, hab aber auch viel kritisches gehört.
        Ich bin zuletzt ja von Marvel und Co völlig übersättigt gewesen und hatte wenig Lust auf blockbuster. Aber Mad Max hat das bei mir so was von widerlegt
        Wenn ich ein bisschen nachdenke, gab es in den letzten Jahren aber immer mal wieder ganz überzeugende Vertreter. Rush etwa, oder edge of tomorrow.

      2. Jo, ich hab auch überlegt, mich vielleicht in 15 Jahren noch mal an FURY ROAD zu trauen Aber im Ernst, ich werde irgendwann mal die Ur-Trilogie nachholen und wenn ich dann das Gefühl haben sollte, dass eine bessere Bindung zu FURY ROAD evtl. möglich sein wird, oder ich realisieren sollte dass die mit scheinbar fehlte, um “Den Film zu verstehen“ gibt es vielleicht ne zweite Runde. Aber das wird nicht in nächster Zeit passieren….

        Und gute Blockbuster waren war. Hab eh die meisten gemieden und super-overwhelmed war ich so gut wie nie.

Und eure 2 Cents?