Archiv der Kategorie: Piano

Konzerte / Etuden / Nocturnen / Balladen / Zeitgenössische Elektronik-Crossover

LP: Hauschka – The Prepared Piano, 10th Anniversary Edition (2015)

Titelbild © by Karaoke Kalk



Quelle: NPR Music YouTube-Kanal


THE PREPARED PIANO war 2005 die zweite LP des großartigen experimental/kreativ-Komponisten Hauschka und stellt für mich in gewisser Weise die Basis seines völlig einzigartigen Trademark-Sounds dar- 10 Jahre später kam das Album mit einigen Bonus-Tracks als Jubiläums-Edition raus.

Wie der Name schon sagt entspringen die verspielten, hypnotischen Klangwelten seiner Kreation des „präparierten Pianos“ (muss man unbedingt mal Live sehen, was der begnadete Musiker da an Modifikation betreibt, deswegen habe ich oben mal ein Video eingebettet) und wenn man nicht aktiv dran denkt, erscheint es fast unmöglich, dass hier nur ein Flügel, allerlei Gegenstände und Effekt-Einheiten zum Einsatz kamen.

Musik zum eintauchen, zurücklehnen und wegschweben.  LP: Hauschka – The Prepared Piano, 10th Anniversary Edition (2015) weiterlesen

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DJ-Mix / Compilation: Ólafur Arnalds – Late Night Tales (2016)

Titelbild © by Night Time Stories Ltd.



Die (derzeit noch) aktuellste Installation der britischen mix- bzw. Compilation-Reihe LATE NIGHT TALES stammt, nachdem in der Vergangenheit bereits namhafte Leute wie Nightmares on Wax, Four Tet oder Bonobo Ihren Beitrag leisteten, nun von keinem geringeren als dem großartigen Ólafur Arnalds. Und ohne lang um den Brei herumzureden, lässt sich eines sagen: die Musik, die ihren Weg in dieser Zusammenstellung fand, entspricht durch und durch den Erwartungen, die man mittlerweile mit dem Namen verknüpft – sie ist ohne Aussetzer wundervoll.

Arnalds elegante Auswahl hochwertiger Musik sorgt für ein gelungenes auf und ab – wabernde Elektronik trifft auf zeitgenössische Klassik, dezentes Piano paart sich mit vielschichtigen Synthesizern, tiefe Melancholie tanzt mit der lebendigen Gewissheit, das alles gut werden wird, wenn die Welt doch in der Lage ist solche Musik hervorzubringen. Zum Einstieg gibt es traditionelle isländische Gesänge, den Abschluss bildet eine kurze Geschichte.

Obwohl bereits im Juni veröffentlicht ist dieses Album, welches sowohl als 70minütiger Mix, wie auch als Compilation der Einzelstücke zu haben ist, prädestiniert dafür den Herbst einzuleiten. Sich zurückzulehnen, über sich und die Welt nachzudenken, oder einfach nur die Gedanken schweifen zu lassen. Zwar besteht eine latente Gefahr, die Regler auf der persönlichen Melancholie-Skala bis weit in den roten Bereich zutreiben, doch seien wir mal ehrlich, Ein wenig wollen wir das doch auch, Wenn wir die Arnalds-Platte auf den Teller legen, oder seinen Titel in der Playlist auswählen.  DJ-Mix / Compilation: Ólafur Arnalds – Late Night Tales (2016) weiterlesen

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LP: Floating Points – Elaenia (2015)


Quelle: Floating Points YouTube-Kanal


Floating Points, dem ein oder anderen sicher bereits durch deepe, basslastige House-Produktionen mit heftig britischem Einschlag (im besten Sinne) bekannt, lieferte Ende letzten Jahres seinen Debut Longplayer ab. Ein Album. Das betone ich so stark, weil Floating Points entgegen der häufig gescheiterten Versuche seine Single um Single produzierenden Kollegen aus der DJ-Booth, die „Album“ mit „es muss ab und zu ein Ambient- oder Downbeat-Stück zwischen die Dancefloor-Tools gekleistert werden“ verwechseln, ein wirklich facettenreiches und vielschichtiges Werk geschaffen hat – Musik die lebt und atmet. Die in Bewegung ist.

Elektronische Einflüsse bleiben zwar ebenso deutlich zu vernehmen, wie dezent begleitende, jazzige Drums und das klassische Piano, welches immer wieder in Symbiose mit Synthesizern und Basslines durch die Stücke haucht. Mit pumpender Musik, zu der man alkoholisiert das Tanzbein schwingt, hat das allerdings rein gar nichts zu tun (und das ist auch gut so). Müsste man die Vielfalt die aus den wenigen, aber recht lang geratenen Stücken in den unterschiedlichsten Sprachen zum Hörer spricht in eine Schublade pressen, wäre ELAENIA wohl ein zeitgenössisches Jazz-Update, dass einen waghalsigen Spagat meistert: Ein Bein in der Vergangenheit, das Andere in der Zukunft, bloß die Gegenwart wird ausgelassen, denn diese Musik klingt nostalgisch und doch ihrer Zeit voraus.

Grandiose LP und viel zu lange im überladenen Irrgarten meiner Playlists untergegangen, bis ich sie nun wirklich und mit ganzem Herzen entdeckt habe. Lauscht mal, es lohnt sich!

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LP: New Composers & Brian Eno – Smart (1999)


Quelle: bonbonfabrik YouTube-Kanal


1999 taten sich die russischen New Composers mit dem Uravter der Ambient-Musik Brian Eno zusammen, um eine LP zu produzieren – das Resultat war träumerisch-malerische minimal-Musik, die zwar teils nah am Kitsch rangiert, durch Augenschließen bei mir aber gerade noch angenehm echte Assoziationen von schöner Natur, heiler Welt und angenhmer Wärme bewirkt. Teilweise sind die Titel zwar (für meinen Geschmack) etwas zu krass in der Klangästhetik von 90er-Jahre Warteschleifen-Musik verhaftet (konkret: 324-A 4 oder ADEPT) und dudeln heutzutage wie aus der Zeit gefallen vor sich hin – um diese Titel bereinigt, ist SMART jedoch ein wirklich wunderschönes Ambient-Album, das dieses Jahr mit zwei Bonustiteln und neuem Cover auf Psychonavigation Records wiederveröffentlicht wurde.  LP: New Composers & Brian Eno – Smart (1999) weiterlesen

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LP: Douglas Dare – Whelm (2014)


Quelle: Erased Tapes Vimeo-Kanal


Irgendwie verirren sich verstärkt die LPs von Erased Tapes, Raster Noton und Project Mooncircle in den Blog – keine Absicht, sondern lediglich Resultat der übermenschlich guten Musik dieser drei Labels. In diesem Fall ist es Erased Tapes, die letztes Jahr die Debut-LP des jungen Briten Douglas Dare veröffentlichten. Auf den Spuren junger multi-Instrumentalist-Electronica-Songwriter wie James Blake, oder Nicolas Jaar und Piano-Göttern vom Schlage eines Nils Frahm (letzterer passt zwar weniger zu den ersten beiden, aber findet sich in Dare’s Musik eindeutig als Einfluss wieder) hat Dare zehn Stücke zusammengschustert, die vor Gefühl, Melancholie und Qualität quasi überlaufen. Piano trifft auf Synthesizer und paart sich mit dem Drum-Computer – das Resultat ist nuancierter, gefühlvoller Sound zum träumen und schweben. Einziges Manko: Dem einen oder anderen mag hier sicher zu viel Einfluss und zu wenig eigenes drin stecken. Ansichtssache – ich zumindest bin relativ begeistert und werde WHELM (vor allem, passend zur Melancholie, bei grauem Himmel) noch einige Durchläufe im Player gönnen.

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