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Blogparade: Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme (2016)

Schon lange ist es an der Zeit, mich mal in eine der zahlreichen Blogparaden (hä, was’n das?) in meinem direkten Online-Umfeld einzuklinken. Oft fand ich die Themen schon spannend, aber habe es aus Zeit- oder – ich bin mal ehrlich – Kreativitätsmangel nicht gebacken bekommen eigene Beiträge zu verfassen. Das soll sich jetzt ändern, denn die Singende Lehrerin (mal wieder, nicht umsonst wird sie „Königin der Blogparaden“ gerufen) hat ihre nächste Aktion gestartet und nun, beim Thema Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme, lasse ich mich, finally, nicht zwei mal bitten. Ich werde nun also in mich gehen und zehn Filme zusammensuchen, die mir sehr am Herzen liegen, von der Allgemeinheit aber (in meiner rein subjektiven Wahrnehmung) verschmäht, oder gar nicht erst gekannt sind.

Dabei werde ich Exemplare wählen, die mich emotional (auf die verschiedenste Art) so getroffen haben (bzw. immer noch treffen), dass sie für mich mehr, als nur „einen guten Film“ ausmachen. Teils begleiten mich diese Filme schon einige Jahre, teils habe ich sie auch erst 1-2 mal gesehen, aber einen Platz in meinem Herzen, der ganz automatisch dafür sorgt, dass ich sie immer mal wieder gucke, haben sie allesamt.

Zum Aufbau noch eine Info vorweg: Wenn der Titel des Films als Link eingefügt ist, führt dieser Link zu einem bereits bestehenden ausführlichen Review hier im Blog, oder einem Podcast bei Enough Talk!, den ich zum Thema aufgenommen habe. Da könnt ihr dann noch ausführlicher erfahren, warum ich den Film so mag! Ich hoffe ich kann euch ein paar Tipps ans Herz legen, die nicht allzu alltäglich sind

Und los.


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Helge Schneider, man liebt oder man hasst ihn. Und weil ich ersteres tue – so sehr, dass ich selbst seine Filme, die teils auch hartgesottene Fans nur ratlos im Regen stehen lassen, abgöttisch liebe – kann man diese Nennung stellvertretend für jede andere, der von ihm verzapften filmischen Skurrilitäten begreifen. Obwohl 00 SCHNEIDER streng genommen der „normalste“ seiner Filme ist – es existiert im Vergleich zu TEXAS oder PRAXIS DR. HASENBEIN am meisten so etwas, wie eine tatsächliche Handlung – ist er es auf anderer Seite auch wieder nicht. Da sind der verrückte Superschurke Nihil Baxter, der legendäre Sidekick Helmut Körschgen, der weltbekannte Spürpilot, Einpark-Tipps vom Profi, „lecker Nüßchen“, ein Wadenkrampf, „die schöne Skulptur“, Schnack beim Feierabendbier, sowie unzählige andere irrsinnige Momente, deren Summe den Film für mich wohl zum Highlight in Helges Filmographie macht. Man fühlt von der ersten bis zur letzten Sekunde, wie viel Spaß er und sein langjähriger Freund Christoph Schlingensief am Set gehabt haben müssen, während sie sich in ihren absonderlichen Ideen übertrumpften und immer noch einen drauf setzten. Ich kann nicht zählen, wie oft ich den Film gesehen habe – es reicht zum auswendigen mitsprechen – bereits wenn Nihil Baxter die ersten Sätze („Ich reg mich auf, ich reg mich auf“) ablässt, liege ich am Boden, zahlreiche Zitate haben es in meinen täglichen Sprachgebrauch geschafft und wann immer es mir mal nicht so geht, bringt 00 SCHNEIDER mich wieder auf gute Gedanken. Hach, die schrulligen Kulissen, der schräge Humor – da ist nichts als pure Liebe für diesen Film!


  • Cube (CA, 1997, Regie: Vincenzo Natali)

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Oft als 08/15 Genre-Reißer von der Stange gescholten, hat sich diese kleine kanadische Perle bei der ersten Sichtung als beinahe paralysierendes Filmerlebnis in meine Erinnerung gebrannt, weil sie die totale Spannung und enorme Verstörung mit sich brachte. Das beklemmende Setting und damit verbunden die Fähigkeit des Regisseurs aus wenig (bzw. gar nichts) eine maximal intensive Wirkung heraus zu holen, beeindruckt mich seit ich den Film vor etwa 15 Jahren erstmalig sah und seitdem bei jeder Wiederholungssichtung erneut. Pure Atmosphäre, und trotz der (ganz klar, dass zweifelt niemand an) recht stereotypen Charakter-Konstellation viel psychologische Reibung. Somit ist CUBE für mich die Blaupause des „du wachst an einem unbekannten Ort auf und weißt nicht wie dir geschieht“-Films und ein psycho-soziales Experiment, aus dem nur wer charakterlich rein geblieben ist, heil herausgehen wird – wer das im Endeffekt ist, sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Vincenzo Natali ist ein guter.


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Schon wieder Schlingensief. In einer Zeit, in der der ausufernde Wahnsinn der Casting-Shows, der menschenverachtende Charakter von Fremdscham-TV und die manipulativen Inszenierung vergleichbarer Verblödungsformate gerade vollkommen aus dem Ruder laufen, ruft Christoph Schlingensief seine eigene Sendung ins Leben. Während Heerscharen von Zuschauern in der Republik vor der Mattscheibe hängen, um bei DSDS oder POPSTARS die Menschen, die dort aufs übelste bloßgestellt werden auszulachen – sie als Freaks zu bezeichnen, um sich selbst besser zu fühlen – stellt Schlingensief die entscheidende Frage: wer genau ist hier eigentlich der Freak? In seinem fiktiven Casting-Format, welches im Endeffekt tatsächlich zu einem realen Auftritt der dort gegründeten Band aus körperlich und geistig Behinderten führte und von großen Teilen der Kritik (und des Publikums) als weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus schießend abgetan wurde – wahrscheinlich aus dem Missverständnis heraus, Schlingensief wolle, wie in CASTING-Shows nun mal üblich, die Teilnehmer stumpf vorführen – findet er so viel ehrliche Menschlichkeit und unverfälschte Emotion, dass der Zuschauer geradezu herausgefordert wird, zu reflektieren wie sehr es Not tut, besagte Teile der hiesigen Medienlandschaft zu hinterfragen (und als einzigen logischen Schluss zu verurteilen).


  • Synecdoche, New York (USA, 2008, Regie: Charlie Kaufman)

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Der Film mit diesem unaussprechlichen Wort im Namen. Und dem unglaublich verschwurbelten Inhalt – so zumindest die weitläufige Meinung, denn selbst eingefleischte Fans von Kaufman’s Drehbüchern (zur Erinnerung, der Mann schrieb Filme wie BEING JOHN MALKOVICH, ADAPTION, ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND, etc.) ließen damals verlauten, dass er sich mit diesem Regiedebut anscheinend ein wenig verhoben hatte. Zu weird, zu prätentiös und ohne finale Aussage? Für mich ist SYNECDOCHE die ultimative Reflektion über das Verhältnis des Künstlers zu seinem Werk und der Welt in der er lebt. Wann ist ein Kunstwerk abgeschlossen, wann muss man loslassen, um zu vermeiden sich in kleinteiligen Details zu verrennen und ist unser aller Leben nicht auch irgendwie nur ein Bühnenstück, über das wir häufig drohen die Regie zu verlieren? Und wollen wir nicht alle – irgendwie – bedeutendes schaffen? Fragen über Fragen, die Kaufman (und der großartige Philip Seymour Hofmann in der Hauptrolle) auf ganz eigene Weise stellt. Hoch emotional, auf eine schräge Weise urkomisch, aber vor allem überaus tragisch – einer meiner modernen Lieblingsfilme.


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Linklater ist vielleicht einer der spannendsten Regisseure der Gegenwart. Die BEFORE-Reihe (die, bis jetzt, ihren glorreichen Abschluss in BEFORE MIDNIGHT fand), BOYHOOD, die K. Dick Adaption A SCANNER DARKLY – man könnte die Liste endlos fortführen. Doch vor allem aufgrund seiner starken Filme der letzten Jahre, ist sein Film-gewordener Traum WAKING LIFE (leider) ziemlich in Vergessenheit geraten. Was ist er? Ich zitiere mich einfach selbst: „Ein Film wie eine gefühlte Philosophievorlesung, eine spirituelle Reise durch jede nur erdenkliche Weltsicht, durch Fantasterei, Wissenschaft, Religion, über Hügel aus Euphorie bis in Täler der Melancholie. Und alles von einem seltsamen Schleier überzogen. Ein Schleier des unwirklich erscheinenden Traumzustandes, des Schwebens, des sich Veränderns.“ Ein junger Mann wabert durch Momente des Lebens und führt Gespräche, oder lauscht Monologen. Diese Handeln von allem. WAKING LIFE gibt tausend Denkanstöße in zwei Stunden und das Gefühl, auf einer Wolke zu schweben. Fantastisch.


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Lars von Trier hat in den letzten Jahren vor allem durch seine kalkulierten Skandale und Grenzüberschreitungen Schlagzeilen gemacht, die immer passig zur Promo seiner neusten Kinofilme platziert wurden – There’s no press like bad press. Für NYMPHOMANIAC übernahm dann LaBoeuff die Promotion-Stunts, um kontrovers Welle zu machen, da musste der Lars nicht mehr selber ran – aber wieder war die Kampagne auf Krawall gebürstet („I am not famous anymore“). Was bei diesem Quatsch auf den roten Teppichen leider oft ein wenig untergeht, ist dass der Mann zu diesen Anlässen (wie auch in den Jahren seines Schaffens zuvor) natürlich mit ANTICHRIST und MELANCHOLIA exzellente Filme gedreht hatte. Und komplett vergessen wird oft, vielleicht auch aufgrund ihrer mangelnden Verfügbarkeit, dass er bereits seit er Kinofilme dreht, enorm stark abliefert. THE ELEMENT OF CRIME ist sein erster Spielfilm, der Auftakt der grandiosen EUROPA-Trilogie und ganz untypisch für Trier ein beklemmender Neo-Noir. Ein Detective wird auf eine Reise in die Vergangenheit geschickt, die sich als fiebriger Trip in die eigenen Erinnerungen manifestiert – Zeit, Ort und Naturgesetze scheinen aufgehoben zu sein. In feinem Sepia-Look, definiert von starken optischen Kontrasten, schickt von Trier uns schleichend durch eine beklemmende Welt mit (Alp)traum-Feeling. Richtig gut, aber leider völlig in Vergessenheit geraten, weswegen ich diesen Film (und nicht den ebenfalls heißen Kandidaten DOGVILLE, in dem von Trier seine Darsteller in der Leere ohne Kulissen spielen lässt) in die Auswahl nehme.


  • I’m A Cyborg, But That’s OK (KR, 2006, Regie: Park Chan-wook)

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Schön, dass Park Chan-Wook nach der REVENGE Trilogie, die so viel Schwere, so viel Blut und Schmerz in sich trug, auch mal was fürs Herz macht, sich hier – auf seine ganz eigene und handschriftlich höchst interessante Art und Weise – zaghaft dem Liebesfilm nähert und dabei wahrscheinlich einen der schönsten, weil unkonventionellsten, die ich je sehen durfte abliefert: Junge Frau kommt in die Psychiatrie, weil sie sich für einen Roboter hält, mit elektrischen Geräten spricht, etc. Was sie dort an Insassen erwartet ist hochgradig abgedreht (u. A. sorgen jodelnde Koreaner für Stimmung), doch Park’s Darstellung ist genau so weit drüber, dass die Welt, die er in diesem Film erschafft etwas märchenhaftes bekommt. Zauberhaft. Die Charaktere – und zwar jeder einzelne – sind einfach zu liebenswert und ihre „Ticks“ zu niedlich um ihm, oder den Drehbuchautoren irgendetwas negatives vorzuwerfen. Wahrscheinlich auch, weil im Laufe des Films (der einfach in jeder Sekunde schön und knuffig  anzusehen ist) auch mehrfach klar wird, dass das was der amüsierte Zuschauer hier so froh betrachtet, auf Anhieb zwar witzig zu sein scheint, den Betroffenen aber (trotz aller bunter Farbe) ein schweres Leben beschert. Ein modernes Märchen. Und jetzt lasst uns das Reis-Megatron reparieren.


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Jim Jarmusch ist einer meiner liebsten Regisseure und wenn ich wählen müsste, welchen Film von ihm ich auf die einsame Insel mitnehmen will, wäre es ganz sicher BROKEN FLOWERS. Bill Murray ist müde. Er hat alles was man sich wünschen könnte, und doch ist sein Inneres ausgebrannt. Ein ominöser Brief, einer unbekannten Verflossenen, die ihm von einem erwachsenen Sohn berichtet, dessen Existenz ihm bis dato unbekannt war, lässt ihn zu einem Roadtrip durch die USA aufbrechen. Was als Suche nach dem Sohn (voll skurriler Begegnungen) beginnt, wird schnell zur Konfrontation mit dem eigenen Selbst. Wer ist er über die Jahre geworden? Und was will er noch vom Leben? Jarmusch inszeniert diese Selbstfindung ohne Kitsch oder Theatralik, sondern lässt uns mit einem nachdenklichen Mann, der zu nachdenklicher Musik (die meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst hat – ich höre seitdem immer wieder Mulatu Astatké) durch die USA fährt auf Reise gehen… und auch uns Zuschauer vielleicht ein Stückchen weiter zu uns selbst finden? Uns fragen wo wir stehen, und wo wir vielleicht mal falsch abgebogen sind. Wundervolles Autorenkino, das auf vielfältigen Ebenen profunde Betrachtungen über des Leben mit uns teilt. Wundervoll.


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Das Epos aller Epen. Große Gefühle, übermenschliche Liebe, totale Verzweiflung – nach LOVE EXPOSURE verblasst alles andere, was sich je selbst diesen Stempel aufdrückte, zur leeren Behauptung. Es mag zunächst schier größenwahnsinnig erscheinen, dass Sono sich ganze vier Stunden Zeit nimmt, um den zehrenden Kampf des jungen Yu, um die von ihm angebetete Yoko in unfassbarer Breite zu inszenieren, doch jede Sekunde lohnt sich. Bereits der 30 minütige Prolog (!) lässt keinen Zweifel daran, dass die folgenden drei Stunden ein Sammelsurium aus inszenatorischem Irrsinn, sowie eine waghalsige Kombination der verschiedensten Genre-Versatzstücke bereithalten werden. Und eben auch die pursten aller Gefühle. Die ungestüm zoomende und kreisende Kamera fordert, die sich bis übers Limit hinaus verausgabenden Darsteller beeindrucken schwer und nebenbei bekommen religiöser Wahn, die Doppelmoral der japanischen Gesellschaft und noch einiges mehr auf deftige Weise ihr Fett weg. Episch und wundervoll – als ich LOVE EXPOSURE das erste mal sah, war ich mir sicher so etwas noch nie gesehen zu haben. Und seitdem hat mich nichts wieder so umgehauen. Vielleicht ein „once in a lifetime“-Gefühl. Wobei… einmal war es noch so – also eher „twice“. Siehe nächster Film…


  • Upstream Color (USA, 2013, Regie: Shane Carruth)

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Und das Beste kommt zum Schluss. UPSTREAM COLOR, das ist Kino als Rausch. Shane Carruth (ja, der Mathematiker, der nebenbei angefangen hat Filme zu machen und als Debut den absonderlichen Zeitreise-Rätselfilm PRIMER für ein paar tausend Dollar drehte) erreicht mit seinem zweiten Spielfilm Sphären des emotionalen Impacts, die vielen Filmemachern im Laufe ihrer gesamten Karriere verwehrt bleiben. Carruth, der hier als Autor, Regisseur, Komponist, Produzent, Cutter und Hauptdarsteller den ultimativen Autorenfilm abliefert, begreift in UPSTREAM COLOR (vollkommen konträr zu dessen 100% verkopftem Vorgänger) das Medium Film anscheinend als rein sinnlichen Fluss der Impressionen und setzt dieses Empfinden mit voller Konsequenz um: als einer von ganz wenigen reduziert er Erzählung auf reine Audiovisualität. UPSTREAM COLOR ist die filmische Verdichtung auf einen kontinuierlichen Rausch aus Stimmungen und bewerkstelligt es, aus diesem Ansatz heraus so unglaublich tief zu berühren, dass Worte es nicht beschreiben können. Und – da offenbart sich die enorme Brillanz des Films – all dies ohne dass man danach wirklich klar so etwas wie eine Handlung eingrenzen kann (oder will). Es geht nicht um öde Aspekte wie Plots, oder Handlungen, die man so auch in einem Buch nachlesen könnte, sondern (und da ist UPSTREAM COLOR vielleicht der cineastischste Film, den ich kenne), es geht darum auf eine Weise, wie es eben NUR das Kino vermag, dass Innere zweier verlorener Menschen auf die Leinwand zu bringen. Ihre Verzweiflung, ihre Gefühlswelt, ihr suchen, ihr gegenseitiges finden fühlbar zu machen. Müsste ich wählen, dies wäre mein bester Film der letzten 30 Jahre. Nicht in Worte zu fassen.


Oh, das sind ja nun schon zehn… Also, liebe Leser und andere Teilnehmer der Aktion, das ist meine Auswahl Ich glaube man kann meine Vorliebe für verschwurbelte, leicht abgedrehte Filme ganz gut herauslesen und ich würde mich natürlich über Diskussionen und Meinungen zu den Filmen freuen.

Kennt ihr sie, konnte ich sie euch schmackhaft machen, könnt ihr nicht verstehen, wie man solchen Murks lieben kann? Fragen über Fragen, also ab in die Kommentare mit den Antworten.

Und noch ein kleiner Nachtrag: Da ich, im Gegensatz zu anderen Paraden, wo mir nichts einfallen wollte, als begeisterungsfähiger Mensch noch zig weitere Perlen hätte nennen können, kommen hier noch mal die Filme, welche ich einer Erwähnung würdig erachte, die es aber, um nicht den Rahmen zu sprengen, nicht in die ausführliche Liste geschafft haben.

  • Mary & Max (viel zu unbekannt, aber schönster Animationsfilm)
  • Spring Breakers (kontrovers aufgenommenes Rauschkino)
  • La Grande Belezza (ein zu unbekannter Film, der seinem Titel gerecht wird)
  • Zug Des Lebens (unbekannt, aber unglaublich bewegend)
  • The Straight Story (Lynch’s menschlichster Film geht oft unter)
  • The Man Who Wasn’t There (die Coen Brüder in voller Stärke)
  • The Fountain (nicht Eso-Kitsch, sondern tragisch und wundervoll)
  • Wholetrain (kleiner Film, der den Geist von Grafitti einfängt)
  • A Tale Of 2 Sisters (Korea am symbolischen wie ästhetischen Maximum)

So, das war es nun wirklich. Viel Spaß mit den Empfehlungen.

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28 Gedanken zu „Blogparade: Gegen den Strom – 10 unbekannte oder unbeliebte Lieblingsfilme (2016)“

  1. Den Cyborg-Film will ich schon seit Jahren sehen und nun erst recht.
    „Broken Flowers“ habe ich damals im Kino gesehen, kann mich aber nicht mehr so gut daran erinnern.
    Ich sehe gerade, dass die Parade noch 4 Tage geht – vielleicht mache ich noch mit, wenn ich genug Titel zusammenkriege.

  2. Ich bin sehr gespannt wie „Synecdoche, New York“ mit mir altern wird. Ich glaube der Film gewinnt von Lebensstadium zu Lebensstadium immer mehr an Bedeutungsebenen, die einen emotional bewegen.

    1. Das kann ich mir auch vorstellen. Die Sicht auf das eigene Leben und was man darin erreicht (bzw. auch NICHT erreicht hat), lässt einen sicher immer stärker damit resonieren. Merke ja jetzt schon, dass mein (manchmal etwas melancholischer) Blick zurück die Wahrnehmung von Filmen verändert. Kann mir vorstellen, dass der immer weiter wächst.

  3. Schöne Auswahl. „Upstream Color“ muss ich mir nochmal angucken. Hatte da extrem hohe Erwartungen und war doch ein wenig enttäuscht, da der Film doch introvertierter war als erwartet und mich trotz einzelner KRAWUMM-Szenen („I was born with a disfigurement where my head is made of the same material as the sun“) und toller Atmosphäre nicht wirklich mitgenommen hatte. Trotzdem beeindruckend, keine Frage.

    Aber: „La Grande Bellezza“ ist doch nicht unbekannt! Okay, so ein Meisterwerk kann nicht bekannt genug sein, aber mit dem Oscar und dem Hype um Sorrentino, der maßgeblich durch diesen Film aufkam, dürfte jeder halbwegs interessierte Kinozuschauer jenseits vom Multiplex davon wissen. Falls nicht, hat dein Blog aber sicher gute Dienste geleistet.

  4. Schöne Liste – das ist die erste in der ich tatsächlich die Mehrzahl der Filme noch nicht gesehen habe! Hab ich also noch was zutun … so ziemlich der erste davon, den ich mir geben werde ist wahrscheinlich Broken Flowers, der steht schon unfassbar lang auf meiner To-Watch-Liste, fällt mir auf …
    Cube und „I’m a cyborg…“ kenne ich auch und mochte beide sehr. Glaube ich habe Cube als Teenie gesehen. Damals fand ich den extrem schlau und überraschen. Heute würde ich ihn wohl auch eher formelhaft finden. Aber vielleicht schaue ich ihn einfach nicht nochmal und behalte ihn in guter Erinnerung

    1. Danke

      BROKEN FLOWERS empfehle ich in einer nachdenklichen, melancholischen Stimmung. Eine schöne Kanne Tee, Sofa und dann wirkt er am besten.

      Bei CUBE ging es mir ähnlich, ich habe den damals x-Fach gesehen (etwas um das Jahr 2000 herum), dann über 10 Jahre nicht mehr und jetzt hatte ich etwas Angst ihn wieder zu schauen. Aber es ging gut. Natürlich fallen einem mit (in meinem Fall wohl tausenden) mehr gesehenen Filmen die Tropes und Klischees noch stärker auf, aber der macht in seinem Setting und seiner Stimmung so viel richtig, dass er immer noch funktionierte. Schwein gehabt

  5. Okay, ich hab genau einen Film aus der Liste gesehen und das ist „Cube“ – und an den kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern Von dem Helge-Film hab ich aber schonmal gehört, ist scheinbar eine Sichtung wert

    1. Alles was Helge macht ist natürlich wunderbar

      Und die anderen Filme kann ich auch nur jedem ans Herz legen. Vielleicht nicht direkt LOVE EXPOSURE, aber der Rest…

      1. Auf jeden Fall.
        Aber das Ende ist so eins der Sorte „einmal gesehen, nie mehr vergessen“.

  6. (So, zweiter Versuch!)

    Wie zu erwarten, habe ich mir aus deiner Liste gleichmal fünf Titel vorgemerkt als Filme, in die es sich lohnt, mal reinzusehen. Danke für die Tipps!

    Bei Helge ist es so, dass ich ihn zwar mag, aber eher sein Bühnenprogramm, bei dem seine wahnsinnige Musikalität auch durchscheint. Filme habe ich nicht viele gesehen.

    Drei Filme aus deiner (ausführlichen) Liste habe ich gesehen: „Cube“ (gut), „I’m a Cyborg…“ (großartig!) und „Upstream Color“ (ÜBERHAUPT nicht mein Ding, brauche vielleicht narrative Strukturen doch zu sehr).

    Von deiner „Bonus-Liste“ kenne (und mag) ich „Mary & Max“ und „The Fountain“. Letzterer lief damals in der Sneak: die Leute haben entweder mit „gut“ oder mit „schlecht“ abgestimmt, „mittel“ gibt’s bei dem Film wohl nicht. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich fand in damals richtig toll – obwohl ja der Film auch weniger narrativ ist…

    Danke – dein „Blogparaden-Debut“ ist sehr zu meiner Zufriedenheit ausgefallen (von den technischen Problemen mal abgesehen…)!

    1. Sehr cool! Mich würde wirklich sehr interessieren, was du von LOVE EXPOSURE hältst. Das ist nämlich auch so ein „Lieben oder Hassen“-Film.

      UPSTREAM COLOR war der Film für mich, der mir endgültig gezeigt hat, dass mir Geschichten irgendwie fast egal sind. Oder streichen wir mal das fast. Sie sind mir egal. Zwar gucke ich auch viel narratives Kino, aber was mich wirklich berührt sind Stimmungen, audiovisuelle Kunst und Filmemacher, die versuchen den perfekten Moment einzufangen. Dass kann zwischenmenschlich sein, oder einfach „die Welt“, aber es muss sich wie abheben anfühlen

      Dass die Sachen die du sonst kennst dir gefallen, spricht ja für eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass auch bei den Tipps was bei ist

  7. Eine schöne und spannende Auswahl, von der ich tatsächlich nur einen Film kenne und ebenso sehr schätze: „Cube“. Der ist wirklich ein ganz intensives Brett, was man von den Nachfolgern leider nicht behaupten kann…

    1. Danke Bullion. CUBE wäre als vollkommen eigenständiger Film wundervoll gewesen. Das lauwarme aufkochen der Grundidee redundante Sequels, die krampfhaft einen drauf setzen wollen, gibt mir auch absolut nix!

  8. A Tale Of 2 Sisters… absolut geil, ebenso wie The Fountain.
    Mit Helge Schneider und I’m A Cyborg, But That’s OK habe ich auch zwei Filme deiner Liste gesehen

Und eure 2 Cents?