Blogosphäre: Die 5 besten am Donnerstag #42 – 5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde

Gerade einmal 42 Ausgaben lang musste die gute Gorana dazu aufrufen, ihr die 5 Besten am Donnerstag zu präsentieren, bis ich nun auch mal dabei bin. An Motivation mangelte es 41 mal nicht, so viel steht fest, doch anscheinend musste erst eine Kombination aus dem Sinn des Lebens und einem wirklich besonders delikaten Thema her, um einen trägen Blogger-Eumel wie mich endgültig zum Anbeißen zu kriegen.

Nun ist es so weit und ich werde von 5 meiner aller-aller-liebsten Filmszenen schwärmen. Geranked sind die nicht – das geht nicht – daher wähle ich der übersichtlichen Aufzählung halber „nur“ das Listenformat. Viel Spaß!


  • DIE TIEFSEETAUCHER (OT: The Life Aquatic with Steve Zissou), Wes Andersonn, 2004

Sein Leben lang ist Steve auf der Suche nach dem Leoparden-Hai. Als er ihm dann tatsächlich begegnet, in einem kleinen gelben U-Boot, Auge in Auge, entsteht ein Moment purer, vollkommen reiner Kino-Magie! „It’s beautiful Steve“. „Yeah, it’s pretty good isn’t it… I wonder if it remembers me?“. Und dazu laufen bezaubernde Klänge der Klang-Poeten von Sigur Ros. Perfekte Emotionen…  Blogosphäre: Die 5 besten am Donnerstag #42 – 5 Filmszenen, die mich schwer beeindruckt haben, und die ich nie wieder vergessen werde weiterlesen

Flattr this!

(Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #14: Rammbock (2010)


Rammbock (IMDb) – Zombie-Horror, Kammerspiel, Drama, Deutschland, 2010 – RegieMarvin Kren, SkriptBenjamin Hessler, KameraMoritz Schultheiß, MusikMarco DreckkötterStefan Will, Copyright (Titelbild, Bildausschnitte, Trailer): Filmgalerie 451


Review
Eigentlich wollte der arme Michael doch nur nach Berlin reisen, um „der Gabi“ ihren Schlüssel zurück zu bringen – dechiffriert bedeutet das in etwa „die Hoffnung nicht aufgeben, sie wieder zurück zu gewinnen“ – doch als er nach seiner Ankunft schnell auf rabiatem Wege feststellen muss, dass nicht nur die Gabi ihm fremd, sondern anscheinend die ganze Welt blutrünstig und wahnsinnig geworden ist, steht zunächst mal auf der Agenda ich in der Wohnung zu verschanzen, um den eigenen Hintern zu retten. Um die Gabi sorgt er sich dennoch weiter.

Bereits ganze drei Jahre vor seinem gelungenen Öko-Horror BLUTGLETSCHER macht Marvin Kren auf deutschem Boden den ersten Ausflug ins wilde Genrekino – sein Debüt, ein Zombiefilm. Finanziert aus deutschen Filmförderfonds, integriert in ZDF’s „Das kleine Fernsehspiel“. Moment. Den letzten Satz sacken lassen. Zurückspulen. Noch mal lesen… Komisch. Es steht immer noch das gleiche da – doch so seltsam und ungewöhnlich es klingt, sind dies tatsächlich Eckdaten, die in der Entstehungsgeschichte des Films eine Rolle spielen, obwohl Mut zum Genre nun wirklich keine der Kerneigenschaften der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten ist.  (Neuer) Deutsch(sprachig)er Genrefilm #14: Rammbock (2010) weiterlesen

Flattr this!

Roman: Jeff VanderMeer – Southern Reach Trilogy, Part II – Authority (2015)

Weiter geht es mit VanderMeer’s AREA X-Reihe und ich muss eine kleine Warnung aussprechen: ohne Minor-Spoilers zum ersten Teil ANNIHILATION (hier mein Review) wird eine sinnvolle Besprechung des Nachfolgers nicht möglich sein, da das ganze Setting logischerweise auf wichtigen Informationen (und Wendungen) aus eben diesem aufbaut. Kennen wir ja von zweiten Teilen, Staffeln, etc. Sei es drum, viel Spaß mit dem Review!


Eckdaten
Autor(en): Jeff VanderMeer
Titel: Area X – The Southern Reach Trilogy, Part II: Authority
Erscheinungsjahr: 2015
Entstehungsland: USA
Genre: Science-Fiction, Mystery, Horror
Umfang: 230 Seiten
Gelesen: März-April 2017, Englisch


Plot
Control ist ein „Fixer“, eine Art Unternehmensberater, welcher in maroden Zweigen einer dubiosen Behörde eingesetzt wird, um diese wieder zum Laufen zu bringen. Sein jüngster Einsatz bringt ihn in die „Southern Reach“, jenen Zweig des Unternehmens, der mit der Erforschung der geheimnisvollen AREA X beauftragt ist. Vor Ort angekommen findet er Zustände vor, die durch paranoiden Führungsstil und anders tickende Uhren in einer seltsamen Sackgasse stecken, primär schlagen ihm zudem Feindschaft und Ablehnung entgegen. Nach und nach erschließt sich Control durch Interviews mit den jüngst aufgetauchten Überlebenden der zwölften Expedition und Sichtung von Tonnen an Aufzeichnungen ein bizarres Gesamtbild.


Review
Raus aus der AREA X, rein in die SOUTHERN REACH – mit dem Wechsel des Protagonisten gelingt Jeff VanderMeer ein brillanter Kunstgriff: Einerseits umgeht er galant die üblichen, Fortsetzungen fast schon inhärenten Fallstricke – so stark und atmosphärisch ANNIHILATION auch war (und so unmöglich es ist über einen nicht existenten Roman zu sinnieren) erscheint in Anbetracht der häufigen „mehr vom gleichen“-Herangehensweise zweiter Teile der eingeschlagene Weg dieses Nachfolgers als der deutlich wertvollere. Natürlich hätte VanderMeer auch eine hypothetische dreizehnte Expedition in die AREA X schicken können. Hat er aber nicht. Zum Glück.

Roman: Jeff VanderMeer – Southern Reach Trilogy, Part II – Authority (2015) weiterlesen

Flattr this!

Meinung: Media Monday #304

Nun mache ich endlich mal wieder zwei Wochen in Folge mit. Wird Zeit. Heute geht es im Media Monday #304 überwiegend im Bücher und da ich endlich (wahrscheinlich weil ich täglich 1,5h Zug fahre) wieder einen regelmäßigen Lesefluss gefunden habe, kann ich richtig was beisteuern. Have fun und genießt die Woche.


1. Der Welttag des Buches wäre fast an mir vorbei gegangen, hätte ich nicht gestern Abend auf Amazon umher geklickt und ein Banner dazu gesehen. Witzigerweise hatte ich mir früher am Tag ein Buch bestellt. Auf Papier. Sachen gibt’s.

2. Bücher zu verschenken halte ich für ganz schwierig. Meistens läuft es doch auf etwas populäres hinaus (SPIEGEL BESTSELLER lässt grüßen.. Würg!), um nichts falsch zu machen. Braucht keiner. Ich habe meinen Eltern (die einzigen, die mir Bücher schenken) mittlerweile den Link zu meiner Amazon-Buch-Wishlist zukommen lassen. Is besser.

3. Lesen ist für mich eine wundervolle Art, meine wüsten Gedanken in gelenkte Bahnen zu kriegen. Weil man sich so stark fokussieren muss, tauche ich voll ab in die Welten der Romane und Comics. Das Resultat ist tiefe Entspannung.

4. Am liebsten lese ich – ähnlich wie auch beim hören und sehen – düsteres, Sci-Fi und weirdes, abgedrehtes  Zeug. Palahniuk, Stephen King, etc.

5. Das Buch COSMOPOLIS hat mich tief beeindruckt, weil es dem Autor Don DeLillo mit absoluter Brillanz gelingt, die Welt des Buches durch die Brille eines Menschen zu zeigen, der sie auf ungewöhnliche, kaum nachvollziehbare, weil völlig abgehoben-eigene Art wahrnimmt. Hat mich teilweise (im Positiven) regelrecht überfordert.

6. Und weil ja auch Welttag des Bieres heute ist: Bier war noch nie so wirklich mein Getränk der Wahl und wird es wohl auch nicht mehr werden. Kleine Mengen bescheren mir bereits unglaubliche Kopfschmerzen und da mir auch bei manchen Sorten die Nase zuschwillt, vermute ich tatsächlich ein wenig allergisch dagegen zu sein. Craft-Biere gehen allerdings oft etwas besser als 08/15-Brauerei-Ware.

7. Zuletzt habe ich AUTHORITY den zweiten Teil der SOUTHERN REACH TRILOGY von VanderMeer gelesen und das war ähnlich gut wie der erste Teil ANNIHILATION, weil dem Autor mit dem extremen Perspektivwechsel ein gelungener Kniff gelingt und in Bezug auf Spannung und Stil der Level gehalten wird. Review folgt.

Flattr this!

Comic: Carnage/Maximum Carnage (1992/1993)

Titelbild & Bildausschnitte © by Marvel


Ich habe einen Trip in meine Kindheit unternommen und einen lange vergessenen Stoff ausgekramt. Ob Realität und idealisierte Erinnerung zur Deckung kamen, lest ihr im, selbst für meine Verhältnisse üppig ausgefallenen, Review. Viel Spaß!



Carnage/Maximum Carnage (ComicBookDB) – StoryDavid MichelinieJohn Marc ‚J.M.‘ DeMatteisTerry Kavanagh ArtworkMark BagleySal Buscema & Others, Colorist: Verschiedene, Genre: Superheld, Action, Label: MARVEL, 1993, Umfang: 104 & 331 Seiten, Gelesen: April 2016, Digital, Englisch


Plot
Bei einem gemeinsamen Gefängnis-Aufenthalt wird der psychopathische Wahnsinnige Cletus Kasidy mit einer Spore des außerirdischen Venom-Symbioten infiziert. Er mutiert zu Carnage, einer roten Variante von Venom, die noch stärker, aber vor allem aufgrund des gestörten Geistes ihres Wirtes vom blutrünstiger Mordlust getrieben ist. In zögerlicher Allianz mit dem eigentlichen Erzfeind Venom (CARNAGE), bzw. einer Vielzahl weiterer Superhelden, u. A. Cloak & Dagger, Deathlok und Iron Fist, sowie fragwürdigen Mitstreitern wie Morbius dem lebenden Vampir (MAXIMUM CARNAGE), versucht Spiderman die Welle der Zerstörung in New York aufzuhalten.



Review
Wer (bzw. welcher „Non Digital Native“) kennt das nicht: man hat aus der Zeit „vor dem Netz“ fragmentarische Erinnerungen an ein Buch oder Comic, die Bruchstücke der Lyrics eines Songs, oder einzelne Bildfetzen eines Films. Erinnerungen die positiv behaftet sind und zu deren Ursprung man gern zurückkehren würde – wenn man denn wüsste was genau es war. Doch anstatt direkt das naheliegende zu tun, wenn sich wieder eins dieser Bilder oder Klänge vor das innere Auge schiebt – nämlich die Zeit, oft sind es nur Sekunden, zu investieren, die eine Netzrecherche benötigt, um den Titel des in diffusem Erinnerungsnebel verschwommenen Werkes herauszufinden – grübelt man ewig vor sich hin, bis es klick macht. Oder auch nicht. Comic: Carnage/Maximum Carnage (1992/1993) weiterlesen

Flattr this!